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Ob Politik, Mode oder Sportergebnisse: Facebook peilt nun auch die digitale Vormachtstellung im "Interest Graph" (siehe Hintergrund) an und bietet ähnlich einem Newsaggregator personalisierte Nachrichtenfeeds.
Am Donnerstag hat Facebook bekanntgegeben ein neues Feature namens "Interest-Lists" zu starten, das User via News-Feed kontinuierlich mit Informationen über persönliche Interessen versorgen soll. Das Themenspektrum reicht von traditionellen Nachrichten wie Politik, Wirtschaft und Sport bis zu Tech-Nachrichten und ausgewählten Kultur-Kritiken.
"Interest Lists kann Ihnen dabei behilflich sein, Facebook in Ihre persönliche Zeitung zu verwandeln", stellt Software Engineer Eric Faller die Neuerung auf seinem Facebook-Blog vor. Die kuratierten Newsfeeds sollen weiters dafür sorgen, auf Facebook persönliche Kontakte und informelle Interessen getrennt verwalten zu können.
Interest-Link in den nächsten Wochen
In den nächsten Wochen soll in jedem Profil unter den links angeordneten Bookmarks der Interest-Link aufscheinen. Mit wenigen Klicks kann sich jeder User anhand einer eigenen Liste seine favorisierten Medien und Personen des öffentlichen Lebens organisieren. Die Listen können zudem öffentlich gemacht werden und so anderen Usern als Anregung dienen. Zusätzlich kuratiert Facebook eigene Listen und empfiehlt die populärsten Artikel.
Angriff auf Twitters Interest Graph
Fachmedien interpretieren den Vorstoß als Schachzug, um weiter in das Angebotsfeld des Konkurrenzmediums Twitter einzudringen und dessen Entwicklung hin zum journalistischen Medium weiter zu bremsen und selbst zu einem Nachrichtenaggregator in der Art von news.me zu werden. AllThingsDigital vermutet zudem, dass das neue Feature eine Reaktion auf einen kürzlich veröffentlichten Pew Internet Research Report ist, der unter Usern zunehmend eine Tendenz des "unfriending" in Zusammenhang mit Bedenken zur Privatsphäre konstatierte. (tara, derStandard.at, 12.3.2012)
Hintergrund:
Der "Interest Graph" beschreibt ein Netzwerk von Usern, die sich ohne jemals persönlichen Kontakt gehabt zu haben, aufgrund ähnlicher Interessen verbinden. Medien und Special-Interest-Services können dieses Netzwerk durch Third-Party-Apps nutzen, um ihre Inhalte auf Plattformen wie Facebook oder Twitter einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
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