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Eine Versicherung ist eine Versicherung ist eine Versicherung - und kein Papier, das irgendwelche Interpretationen zulässt. Da CDS, Kreditausfall-Papiere, nichts anderes sind als Versicherungen, ist es nur logisch, dass der Londoner Derivateclub in dem griechischen Schuldenschnitt einen „Kreditausfall", ein beschönigenden Wort für Insolvenz, sah. Schließlich mussten einige der Gläubiger Griechenlands zu einem Schuldenschnitt gezwungen werden.
Denn dies ist die Aufgabe des weitgehend außerhalb der Öffentlichkeit agierenden Clubs: jenen Investoren beizustehen, die sich CDS-Papiere gekauft haben, um sich gegen einen Zahlungsausfall abzusichern.
Hinter alldem steckt viel Kalkül und noch mehr Zockerei von Hedgefonds. Es ist leicht vorstellbar, dass Gläubiger absichtlich dem Haircut nicht zustimmten, weil sie damit spekulieren, über ihre CDS-Papiere den noch größeren Schnitt zu machen. Auch die Rolle der griechischen Regierung, die Zwangsumschuldungsklauseln in ihre Bonds rückwirkend eingefügt hat, ist mehr als unglücklich.
Klar ist nur eines: Schon mit der Insolvenz von Lehman Brothers im Jahre 2008 wurden klare Regeln und mehr Transparenz beim Umgang mit diesen Papieren gefordert. Wiederholt wurde das bei der Nahezupleite des US-Versicherungskonzerns AIG - übrigens auch vom sonst so verschwiegenen Derivateclub. Passiert ist genau nichts. (DER STANDARD, 12.3.2012)
Da die EU mit sich selbst kämpft und keine Kraft für den Klimaschutz aufbringt, ist jede Privatinitiative willkommen
"Naked CDS", also solche, wo der Inhaber des CDS nicht gleichzeitig Inhaber des Bonds ist, werden bei Zahlungsausfall NUR ANTEILIG in einer "credit event auction" ausgezahlt.
Damit sind vor allem die "Naked CDS" ein Instrument, um die Last im Versicherungsfall auf möglichst viele Schultern zu verteilen.
Aber das passt den Anhängern der Youtube-Ökonomie gar nicht in's Konzept.
Aber von einer Journalistin, die zum Thema schreibt, sollte man Aufklärung darüber erwarten können.
http://www.private-banking-magazin.de/derivate-... 331562431/
es gibt einen Grundsatz zu JEDER Versicherung:
Keine Ersatz des Schadens ohne tadaa Schaden.
Wenn man die CDS mit einem Vergleich zu einer Versicherung erklären will, dann bitte so:
Ich versichere das haus meines Nachbarn, Wenn sein Haus abbrennt krieg ich das Geld. Und zwar in einer Höhe unabhängig vom Wert des Hauses.
Tatsächlich müsste man die CDS vollständig an entsprechende Grundgeschäfte koppeln - es spricht ja nichts dagegen, dass man Kreditrisiken weitervergibt. Das heißt, ein CDS muss immer direkt an eine genau definierten Ausleihung gekoppelt sein und alle CDS dürfen (wie bei einer Doppelversicherung) nicht die Nominale übersteigen. - DANN kann man auch wieder darüber diskutieren, ob man CDS ohne Bond halten darf.
1. CDS ist kein "Papier" (Wertpapier)
2. ISDA ist kein Geheimbund. Es gibt klare Regeln wann ein Default eintritt. Die Abstimmungsergebnisse werden veröffentlicht und es ist kein einziger böser Hedgefonds abstimmungsberechtigt. http://www2.isda.org/
3. Institutionen, die CDS eingehen sollten wissen was sie tun. Die Counterparts der Hedgefonds sind in der Regel die Investmentbanken.
4. Das Problem ist bei CDS, dass man mit relativ geringen Volumen den Markt und auch die Spreads der zugrundeliegenden Schulden massiv beeinflussen kann. (Davon lese ich hier nichts).
5. Wenn Gläubiger dem Haircut nicht zustimmen, sind sie nicht automatisch böse.
...
Frau Ruzicka, ich empfehle Ihnen, ein einwöchiges Praktikum bei einer im CDS Markt aktiven Bank.
CDS sind nicht nur aufgrund des am Einsatz gemessen unverhältnismäßig großen Markteinflusses problematisch. Problematisch ist wohl auch die marktverzerrende Intransparenz und der Umstand, dass hier eine (realiter zurecht verbotene) Feuerversicherung auf das Haus des Nachbarn möglich ist.
Außerdem konnten (AIG z.B.) und können sich hier "Versicherer" völlig ungeprüft nicht bewältigbare Lasten auferlegen.
Der Artikel hat für uns Steuerzahler ohne Bankpraktikum durchaus Relevanz.
.) "am Einsatz gemessen unverhältnismäßig großen Markteinflusses" - man muß Werte ("Collateral") hinterlegen, nix Hebel
.) "marktverzerrende Intransparenz" - Bilanzierungsregeln & Stresstests
.) "Feuerversicherung auf das Haus des Nachbarn" - für naked CDS gibt's nur anteilig Entschädigung, wenn mehr CDS am Markt, als Bonds ("credit event auction")
.) "Versicherungen ungeprüft nicht bewältigbare Lasten auferlegen" - ist das jetzt ein Problem des CDS-Konzeptes oder der Versicherung? Siehe auch "Colateral".
Ich bin Ihrer Meinung: der Steuerzahler muß unbedingt über Derivate informiert werden, damit er nicht als Dummer die Zeche zahlt, weil ihm die Politik ein "alternativlos" auf's Auge drückt.
Aber korrekt, seriös und ausgewogen.
.)In welchem Gesetz steht die Vorschrift zur Hinterlegung von Collaterals? Wo ist die Bewertung geregelt? War es nicht das Problem der weltweit größten Versicherung (AIG), dass eben kaum Collaterals hinteregt waren, weil ja die Bewertung der verbrieften Hypothekarkredite trotz ausreichender Warnungen so toll war? Haben dann nicht einfache Steuerzahler (wie ich) mit ihrem Geld den Karren aus dem Dreck ziehen müssen?
.) Die Bilanzierungsregeln schreiben viel zuwenig Substanz fürs Risiko vor, deshalb bluten wir Steuerzahler ja für die Gewinnchancen von Wenigen. Stresstests a la EU nehmens ja hoffentlich nicht wirklich ernst.
.) Ersuche um Link auf die umfassende und gesicherte Darstellung von CDS-Summe auf Bondsumme.
daß die Politik mit Reglementierung, Verboten und Lenkungsmaßnahmen gegen die "Kreativität" der Finanzindustrie Zweite ist. Immer hinten nach.
Fazit: Pleite gehen lassen, wenn sich Banken und Versicherungen übernommen haben.
Betreffen Zahlen und Daten bezüglich Derivate-Volumen: uninteressant. Die Salden können Sie sich selbst beim Derivate-Verband erheben. Die Bewertungskriterien von Pfändern finden Sie auch dort.
P.S.: Die Anhänger der "alternativlos"-Fraktion werden gerade von den Märkten widerlegt.
ad 1. Wenn handelbar, dann eben schon "wertpapier" - und genau das findet statt - "versicherungspolizen" werden gehandelt.
ad 2. Naja, kein geheimbund, aber protokolle (außer die abstimmungsprotokolle) über die sitzungen suchen sie vergebens. Und nachdem die großen 5 finanzinstitute von USA dort vertreten sind und diese die größten berge von CDS haben, werden die das kind schon schaukeln (jedenfalls nicht öffentlich).
ad. hoffentlich - jedoch das netting out in den bilanzen zeigt, dass sie zumindest die finanzmarktaufsichten (absichtlich oder unwissentlich) belügen: bei einem großflächigem default steht kein einziger counterpart und nix ist mit netting out.
1. Ordnung: man wettet darauf dass z.B. Griechenland die Schulden samt Zinsen zurückzahlen kann.
2. Ordnung: man wettet darauf dass im Fall einer Pleite jemand anders einen vollen Schadenersatz bezahlen kann.
Das lustige am CDS-Spiel ist dass man ob all der Geheimniskrämerei nicht weis wie viel Risiko der, von dem man ein CDS kauft, eingegangen ist, und ob er daher überhaupt in der Lage ist bei einem Ausfall die Versicherungssumme aller CDS auszuzahlen.
AIG war das z.B. nicht, der Staat musste einspringen. Die Kommunalkredit wäre es auch nicht, der Staat ... Die übliche too big to fail-Erpressung, der ganz normale Finanzwahnsinn.
Das unten genannte Problem mit AIG/Kommunalkredit ist aber nicht etwas das CDS alleine haben. Eine Versicherung, die Hochwasserversicherungen verkauft, alle Versicherungsprämien als Boni ausschüttet und dann beim ersten Hochwasser in 5 Jahren pleite geht hat das gleiche Problem.
Genau das hat zb die Kommunalkredit getan. Für Griechenland CDS (man munkelt man hat 1 Mrd. verkauft) sind in 5 Jahren Minimum 150-200 Mio. geflossen. Wo sind die jetzt? Die sind in den allgemeinen Betrieb gegangen bzw. wohl auch in Boni. Und jetzt wenn die Versicherung fällig wird hat man kein Geld mehr und der Staat muss alles berappen (bzw. klüger wäre auch in dem Fall eine Pleite).
Bei AIG das gleiche in groß - dort war das Lehman Risiko konzentriert.
AIG musste Kreditausfälle von 60 Mrd $ decken. Selbst eine große Versicherung darf niemals ein derartiges Einzelrisiko eingehen. Normalerweise reichen die großen Versicherer Risken welche die Mrd. Dollar Grenze überschreiten weiter.
Es liegt also der Verdacht nahe, dass die AIG eine derart große Summe versicherte weil AIG und die versicherten Investmentbanken wussten, dass AIG "too big to fail" war. So konnten die Investmentbanken den Schaden auf den Staat abwälzen, und bei der KA-Finanz wird´s wohl auch der Staat zahlen.
AIG ist das Risiko wohl auch aufgrund einer massiven Fehleinschätzung des Marktes eingegangen - man hat auf Basis statistischer Größen und von Ratings enorme ABS Pakete mit cds abgesichert - Das Risiko einer Bubble hat man - warum auch immer - nicht gesehen.
Ihre Meinung ist für mein Dafürhalten ein Schritt zu viel Spekulation. ich glaub "too big to fail" hatte überhaupt keine Bedeutung für den Vorstand. Endweder er arbeitet verantwortungsvoll oder nicht (oder man hat es nicht gesehen - dann zu blöd?). Die haben ja sowieso zugunsten einer hübschen Prämie (ok SEHR hübschen Prämie) auf die Eigentümerinteressen gepfiffen -> selbst bei "too big to fail" gibts ja noch immer die Verstaatlichung, also die Enteignung.
Eine Versicherung ist die Beseitigung des Risikos eines Einzelnen durch Beiträge von Vielen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Vers... Kollektiv)
Aber ein Credit Default Swap hat nichts mit kollektiver Risikostreuung zu tun. Es ist eine Wette zwischen 2 Individuen bzw. Institutionen, die nicht einmal ein Risiko der beiden betreffen muss. Etwa darauf, dass das Haus des Nachbarn brennt. Da hat einer der beiden Interesse, dass das Haus tatsächlich brennt. Genau deshalb werden CDS als finanzielle Massenvernichtungswaffen bezeichnet. Erst "versichern" gegen den griechischen Bankrott, dann das Land kaputtreden und kaputtsparen lassen. Dann cashen. Deshalb will die EU "nackte" CDS verbieten: http://eurogate101.com/2011/10/2... -verboten/
dann bitte logisch konsistent und mit ein bißchen Wissen.
.) Wenn ein CDS fällig wird, gibt' einen, der zahlt und einen, der kassiert - woher kommt da jetzt die Massenvernichtung?
.) Für jeden, der das Land "kaputtschreibt" müsste es daher einen geben, der das Land "gesundschreibt"
.) CDS senken die Risikoaufschläge der Anleihen. Die Emittenten profitieren durch niedrigere Zinsen.
.) "Nackte" CDSs verbieten? Gleich schwachsinnig, wie Rating-Agenturen verbieten.
.) Wenn die CDS Volumina so gigantisch sind, wie behauptet, sorgt das "Gesetz der großen Zahlen" mit Versicherungen und Gegenversicherungen dafür, daß netto relativ wenig übrig bleibt
Wir werden die nächsten Tage feststellen, daß das Schreckgespenst CDS nur Bailouts rechtfertigte.
Wollte mit nur zur Debatte updaten, weil der Artikel einiges unerklärt ließ, was die Fantasie der Poster anregt. Zu Ihrer "Logik":
.) Die Massenvernichtungseffekt entsteht durch den Herdentrieb der von den großen und gut vernetzten Hedgefonds getiltet wird. Bzgl. der Zahlungssymmetrie wissen wir spätestens seit Lehman/AIG, dass die Dummen immer verlieren.
.) Ist der Ruf einmal ruiniert, werden die Gesundschreiber nicht mehr gehört.
.) Nackte CDS verbieten: ist aber EU-Projekt! Klar führt jede Regulierung zu Ausweichreaktionen der Zocker. Aber wirklich abgehen werden sie uns nicht. Ratingagenturen braucht man nur ignorieren, nicht verbieten.
.) Zu den Volumina hab ich nix geschrieben. Da haben Sie sicher recht.
cds sind genauso entbehrlich wie andere Derivate, und Rating Agenturen so wie so. Die Existenz von Papieren die gegen Griechenland wetten hat erst zur Pleite geführt. Alles was sich von der Realwirtschaft, also Bruttoweltprodukt zuzüglich realen Aktien und Anleihen die mit einem Gegenwert besichert sind, sind langfristig der Untergang der Welt. Jede Kreditversicherung und jedes andere Geschäft muss einen realen Wert abbilden, sonst fliegt uns die Scheiße um den Schädel.
"Die Existenz von Papieren die gegen Griechenland wetten hat erst zur Pleite geführt. Alles was sich von der Realwirtschaft, also Bruttoweltprodukt zuzüglich"
Zur Pleite hat vor Allem geführt, dass sie sich mehr ausgeborgt hatten als sie zurückzahlen können, und ihnen keiner mehr was borgen wollte.
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