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Hermann Fehringer bei seiner Arbeit im verflossenen Jahrtausend: Rund 20-mal katapultierte er sich über 5,70 Meter und drüber, 1990 gewann er Bronze bei der EM.

März 2012: Hermann Fehringer mit jenem Stab, mit dem er 5,77 Meter überquerte.
Winklarn - "Zum Reichwerden ist es die falsche Branche. Aber es ist ausreichend. Jetzt bin ich seit zwölf Jahren im Geschäft. Und es läuft gut", sagt Hermann Fehringer. Das Geschäft, ein Massage-Institut, welches er mit seiner Frau betreibt, befindet sich im Keller seines Hauses. Das Haus liegt mitten im Wald am Rande der an die Bezirkshauptstadt Amstetten grenzenden Gemeinde Winklarn, gleich neben seinem Elternhaus.
Und am Rande jenes Raumes, in dem allerlei Trainingsgeräte stehen, liegt jener fünf Meter lange, weiße Glasfiberstab, mit dem er sich anno 1991 beim Linzer Gugl-Meeting aufschwang, um mit 5,77 Metern österreichischen Rekord und auch eine international beachtliche Höhe zu fixieren. Die Bestmarke in der Halle liegt ebenfalls bei 5,77 m und datiert aus 1991, Fehringer schaffte sie im Wiener Dusika-Stadion.
"Die Rekorde waren noch nie gefährdet", sagt der ehemalige Weltklassespringer, und es drängt sich geradezu auf, mit diesem die Unnachvollziehbarkeit seines Sports zu besprechen. 100 Meter laufen kann schließlich jeder, und dabei ist er auch nur ein paar Sekunden langsamer als Usain Bolt. Aber stabhochspringen? Fehringer drückt einem den Stab in die Hand. "Probier'''''' einmal, ihn zu biegen." Just unter jener Vitrine, in der sich die Trophäen seiner Sportlerkarriere befinden, im Eck zwischen Wand und Boden, fixiert man den Stab und probiert. Mehr als eine minimale, kaum merkbare Krümmung ist nicht drin. Der Könner verbiegt das Gerät, ehe er sich aufschwingt, um 90 Grad. Nicht aus dem Stand, sondern mit vollem Anlauf. "Ich kann mir auch nicht mehr vorstellen, wie das gegangen ist, wie ich 20-mal über 5,70 Meter gesprungen bin", sagt Fehringer etwas kokett.
Begonnen hat es mit einem Sprung mit Stab über 1,80 Meter. "Aber am Anfang biegst du den Stab nicht, sondern machst eine Flanke." Und später, wenn sich der Stab biegt, kann es ihn auch zerreißen. "20 Stäbe sind mir sicher zerbrochen. Das passiert in der vollen Biegung, ist wie eine Explosion. Nicht ungefährlich."
Seinen heutigen Beruf verdankt er in zweifacher Hinsicht dem Leistungssport, das betrifft die Ausbildung und das Monetäre. Fehringer, der zunächst den Gesellenbrief als Gas- und Wasserinstallateur erworben hatte, kam 1981 in die Sportabteilung des Bundesheeres in die Südstadt. Und trainierte plötzlich nicht mehr dreimal, sondern zehnmal pro Woche. "Das war zu viel. Nach drei Monaten war ich verletzt."
Er landete auf dem Massagetisch des Pepi Flenner, der auch den Masseur des österreichischen Fußballteams machte, zum Beispiel jener großen Mannschaft die Wadln präparierte, die bei der WM 1978 in Argentinien unter Teamchef Helmut Senekowitsch nicht nur Deutschland schlug. "Ich sah die Massage als zweites Standbein", erzählt Fehringer, "und ich wollte nach meiner Karriere nicht mehr auf die Baustelle zurück und Rohre verlegen." Also absolvierte er bei Flenner eine zweijährige Lehre und erwarb den Gewerbeschein. "5000 Schilling hat er gekostet." 50 Schilling pro Jahr hat weiland der Mitgliedsbeitrag beim LCA Umdasch Amstetten gekostet. "Wir waren fünf Kinder daheim, meinen Eltern war das, als ich neun war, zu teuer. Mit elf aber durfte ich hingehen."
Für die finanzielle Basis sorgten die Leistungen Anfang der Neunzigerjahre, vor allem der 30. August 1990 bei der Freiluft-EM in Split. "Da habe ich Sergej Bubka geschlagen." Bubka, den mit Respektabstand größten Stabhochspringer aller bisherigen Zeiten, den Olympiasieger, der Weltrekorde quasi am Fließband produzierte (35 Stück), die noch nie in Gefahr gerieten. Bei 6,15 m (Halle, 1993) und 6,14 (Freiluft, 1994) machte der Ukrainer Schluss. "Unter normalen Bedingungen", gesteht Fehringer, "war er unschlagbar. Aber er war nicht im Form. Ich habe 5,75 überquert, damals neuer österreichischer Rekord, Bubka hat diese Höhe ausgelassen und bei 5,80 dreimal gerissen." Fehringer, der im selben Jahr bei der Hallen-EM Dritter wurde, gewann Bronze und damit die erste österreichische Freiluft-EM-Medaille in der Leichtathletik. Und in jenem Ordner, in dem er die Zeitungsartikel zum Thema Fehringer aufbewahrt, befindet sich naturgemäß auch der Kopf des Tages des Standard vom 3. September 1990.
"Ich habe Startgelder bekommen und Bonusprämien. Ich bin zum Werbeträger geworden, habe richtig Geld verdient." Für jene, die mit ihm warben, war er freilich kein guter Knofel. Zum Beispiel für den Geflügelhof Fehringer, der den Stabhochspringer der Namensgleichheit wegen als Testimonial wählte. Kurz nach der Vertragsverlängerung ging der Hühnerzüchter in Konkurs. 1992 begannen die Fehringers mit dem Hausbau. Was auch daran lag, dass sich Hermann, bei Olympia 1988 in Seoul 13., bei den Spielen 1992 in Barcelona im Training einen Sehnenriss zuzog und Zeit hatte. Er stellte eine Fertighaus- und eine Betonfirma als Sponsoren auf. "Das war praktisch." Das Haus im Wald war rechtzeitig fertig geworden, ehe die besagten Firmen in Konkurs gingen. (Benno Zelsacher, DER STANDARD, 12.3.2012)
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Wir hatten in der Unterstufe einen Sportlehrer, der früher ein ganz passabler Zehnkämpfer war und der sich zum Ziel gesetzt hat uns Schülern jede Disziplin näher zu bringen. Karrieren sind keine großen daraus entstanden, aber hat schon Spass gemacht. Wenn man nicht soviel Glück hat und sonst weder aus seinem Bekannten oder Verwandtenkreis den Sport betreibt, stelle ich es mir schon schwierig vor, bei dem Sport zu landen, da auch die Vorbilder fehlen bzw. die Medienpräsenz quasi nicht vorhanden ist.
Klingt nach österreichischem Schulalltag. Mittlerweile gibt es ja eine unheilige Allianz demotivierter Turnlehrer und ahnungsloser Bürokraten. Was will man vom Schulturnen auch erwarten, wenn es z. B. in Wien verboten ist, im Turnunterreicht einen Salto zu üben?
genau welche aufgabe in der erziehung eines kindes hat das üben eines saltos? in meiner klasse konnten 5 von 30 einen salto, die waren im turnverein, in der schulturnstunde lernt ein durchschnittsschüler keinen salto, wenn man bedenkt das man vielleicht 100 minuten bei 15 kindern Zeit hat (es gibt ja noch ein paar andere themen, die man unterrichten muss). also komplett sinnlos.
Falls Ihr Posting aussagen sioll, dass saltobeherrschende Kinder auch keine besseren Menschen werden, haben Sie natürlich recht. Doch dient der Turnunterricht unter anderem auch dazu, Kinder und Heranwachsende zu motivieren, ihre körperlichen Möglichkeiten auszuloten, neue Bewegungserfahrugen zu machen und so an einen (zumindest im Hinblick auf Sportausübung) gesunden Lebensstil heranzuführen.
Im übrigen ist ja auch nicht nur der klassische Salto auf dem Boden verboten, sondern auch Vorbungen wie Salto vom Kasten in die Weichmatte oder Salti am Minitramp sind zumindest für Wiener Kinder tabu. Und am Minitramp konnten in meiner Schulkasse (vor mehr als 20 Jahren) genau 20 von 20 Buben Salti springen.
Durch ein Verbot nimmt man aber auch jenen die Chance einen Salto zu üben, die ihn durchführen könnten. Ist ja nicht so, dass die "Ungelenken" in der Zwischenzeit eine andere Übung machen konnten. Die Methode aber lieber das Gesamtniveau abzusenken als zu Differenzieren, gerade in Turnen sehe ich hier ordentlich Spielraum, fällt uns irgendwann mal auf dem Kopf. Wenn man die Ergebnisse der "Stellungen" so ansieht, weiß man ja wo der Weg hingeht.
klar, da gebe ich dir recht. wir haben auch salti en masse geübt, sei es im turnsaal oder vom sprungturm.
viele eltern von heute sind selber luschen, trauen ihren eigenen kindern nix zu, sind aber ganz schnell beim beschuldigen, wenn sich ihr fortpflanz einen blauen fleck holt.
da verstehe ich viele lehrer, die hier den mittelfinger zeigen.
eltern, die nicht wollen, dass ihre kinder körperlich verkümmern, sind dann gezwungen, sie in eine schule mit sportschwerpunkt zu schicken, auch wenn die weit weg ist.
Stimmt. Die Eltern sind wirklich oft ein Albtraum. Ich weiß von einer Mutter, die ihr Kind in einen Turnverein (!) schickt, dem Kind aber verbietet, auf dem Reck zu turnen. Sie hat den Kleinen so verängstigt, dass er zu weinen begonnen hat, als der Vorturner ihn wenigstens einmal an der Reckstange schaukeln lassen wollte.
Ein Kind aus lauter eigener Angst so zu verschrecken, wird wohl leider nicht ohne langfristige Folgen bleiben.
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