"Mass Effect 3": "Atemberaubendes Finale" der Sci-Fi-Saga

Kritiker bejubeln das dramatische Ende der Schlacht gegen die Reaper - User-Ärger über technische Probleme

Biowares 2007 ins Leben gerufene Sci-Fi-Saga "Mass Effect" kommt mit dem Ende vergangener Woche erschienen dritten Teil zum Ende. Die von Spielern für ihre glaubhaft umgesetzte Fantasiewelt verehrte Serie, scheint die Fachpresse auch zum Finale noch zu begeistern. Aktuell rangiert "Mass Effect 3" in den Top-Rängen von Metacritic und Co.

Es geht um die Erde

Mass Effect 3 wirft die Spieler in einen intergalaktischen Krieg, bei dem es darum geht, die Menschheit vor einer uralten Spezies zu retten, die als Reaper bekannt ist. Abermals schlüpft man in die Rolle des Veteranen (oder Veteranin) Commander Shepard, um den übermächtigen Feind zu eliminieren. Mit einem Team von Elitesoldaten an der Seite entscheidet jeder Spieler selbst, wie er die Erde zurückerobern möchte, angefangen bei den Waffen und Fähigkeiten, die dabei zum Einsatz kommen, bis zu den Bündnissen, die gebildet oder gebrochen werden.

Wie bereits in den vorangegangenen Teilen verschmelzen die Entwickler die Rollenspielelemente und actionlastiges Gameplay mit einer dicht erzählten Geschichte rund um minutiös charakterisierte Mitstreiter und Bösewichte. Wie ein modernes "Star Trek" stellt es das Zusammenspiel zwischen gänzlich unterschiedlichen Völkern und die daraus resultierenden Konflikte ins Zentrum.

"Schwerer Abschied"

"Zwei Spiele lang haben wir alles über die Reaper erfahren. Mass Effect 3 zeigt uns, wie groß diese Bedrohung für die Einwohner des fiktionalen Universums und die Spieler, die sie abwenden müssen, ist", fasst Game Informer zusammen. "Bioware hat eine der aufwändigst erzählten Storys in der Geschichte dieses Mediums abgeliefert." Besonders der nahtlose Übergang zwischen Erzählung, Charakterentwicklung und Endzeitschlacht begeistere die britische Eurogamer. "Das ist vielleicht der erste echte moderne Blockbuster. Ein Spiel, das Genregrenzen verschwinden lässt und die Story in überzeugender, spannender und herzzerreißender Weise zu Ende bringt. Wenige Spielsagen erleben ein Finale, aber diese verabschiedet sich in atemberaubender Manier."

Probleme im Detail

Der Versuch, die Facetten des Konflikts ganzheitlich zu erfassen, führe im Detail betrachtet gewiss Probleme mit sich. "Wie bei jedem ambitionierten Spiel, finden sich Fehler in den einzelnen Aspekten", so Eurogamer. Schwächen gäbe es nach wie vor bei der Steuerung und beim Deckungssystem der Shooter-Sequenzen. Reine Shooter-Fans könnten sich im Gefecht zudem unterfordert fühlen. Giant Bomb bemängelt überdies, dass die Story für ein Finale gar ein bisschen viele "Wenns und Abers" mitschwingen lasse. Wer die vorigen Teile nicht gespielt hat, werde nicht mitgerissen. "Im Gegensatz zu den Behauptungen des Herausgebers, glaube ich nicht, dass Neueinsteiger sehr viel mitnehmen werden." Kritik hagelt es von EGM vor allem für die kontroverse Einbindung des neuen, an sich unterhaltsamen Mehrspielermodus. Die kooperativen Survival-Missionen für zwei bis vier Spieler seien ein komplett separates Erlebnis und können das Ende der Single-Player-Geschichte dennoch beeinflussen. "Das ist irrsinnig."

Starke Nachfrage

Unter dem Strich handele es sich hier jedoch um Jammern auf hohem Niveau. "Nachdem man die Charaktere so gut kennengelernt hat, fällt es schwer, dieses Universum zurückzulassen. But it's been one hell of a ride", schließt Game Informer.

Um die Nachfrage der Fans zu stillen, lieferte EA zum Start 3,5 Millionen Kopien von "Mass Effect 3" aus. 800.000 Stück würden allein in den ersten 24 Stunden in den USA abgesetzt.

Spieler-Ärger

Unterdessen äußern einige Konsumenten in Foren lautstark ihren Unmut über diverse technische Probleme mit dem Spiel. So leide die PS3-Version unter merklichen Einbrüchen der Bildwiederholungsrate. Die Xbox 360-Fassung enerviere hingegen mit häufigem DVD-Wechsel und lasse keinen Speicherstand-Import von "Mass Effect 2" in "Mass Effect 3" zu, wenn man die Daten über Micrososfts Cloud-Speicher gesichert hat. Weiters wurden Stimmen laut, die sich mehr gegen EAs Geschäftsgebaren, denn gegen das Spiel selbst richten. Es sei ärgerlich, dass gleich zum Start des Werks kostenpflichtige Zusatzinhalte angeboten würden. Dies erwäge den Anschein, dass Inhalte absichtlich zurückgehalten wurden. Die Entwickler entgegnen dem, dass allein der Handlungsstrand des dritten Teils über 20 Stunden Unterhaltung biete. (zw, derStandard.at, 12.3.2012)

"Mass Effect 3" ist für PC, PS3 und Xbox 360 erschienen. Sagen Sie uns ihre Meinung!

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