Opferzahl bei israelischen Luftangriffen steigt auf 17

11. März 2012, 09:14
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Zwölfjähriger Palästinenser getötet - Binnen 24 Stunden mehr als hundert Raketen Richtung Israel geschossen

Gaza - Bei einem israelischen Luftangriff auf ein Flüchtlingslager im Norden des Gazastreifens ist am Sonntag nach örtlichen Angaben ein zwölfjähriger palästinensischer Bursch getötet worden. Ein weiterer Mensch sei durch den Beschuss des Camps Jabalija verletzt worden, hieß es aus Kreisen dortiger Rettungskräfte. Die israelische Armee bestätigte den Angriff zunächst nicht.

Der Gazastreifen ist seit Freitag Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen radikalen Palästinensern und dem israelischen Militär. Insgesamt starben bei israelischen Luftangriffen seither 17 Palästinenser, 28 weitere wurden verletzt. Aus dem Gazastreifen flogen nach israelischen Angaben binnen 24 Stunden mehr als hundert Raketen und andere Geschosse in Richtung Israel.

USA und Europa besorgt

Die neue Eskalation der Gewalt in dem jahrzehntealten Konflikt löste international Besorgnis aus. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und der Nahost-Sondergesandte der Vereintanen Nationen (UN), Robert Serry, forderten Israel und die Palästinenser zu Zurückhaltung und zu einer Waffenruhe auf.

Am Montag will das in dem Konflikt vermittelnde Nahost-Quartett aus den USA, der Europäischen Union, Russland und den UN darüber beraten, wie die festgefahrenen Friedensgespräche wieder in Gang gebracht werden.

Die Ereignisse vom Wochenende waren die blutigsten Stunden seit der israelischen Großoffensive vom Winter 2008/2009. Die radikalislamische Hamas, die im Gazastreifen seit dem Jahr 2007 regiert, befindet sich mit Israel praktisch in einer Waffenruhe, doch andere militante Gruppen, darunter die Komitees des Volkswiderstands, feuern regelmäßig Raketen oder Granaten ab.

Verletzte bei Bestattung

Tausende Palästinenser nahmen am Samstag an der Beisetzung von zwölf Opfern der Luftangriffe teil. Sie forderten in Sprechchören Rache und schossen mit automatischen Waffen in die Luft. Nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen eröffneten israelische Soldaten während einer Beerdigung nahe der Grenze zu Israel das Feuer auf die Trauergäste. Vier Menschen seien dabei verletzt worden.

Der Nahost-Friedensprozess liegt seit dem Abbruch der Gespräche im September 2010 auf Eis. Die Palästinenser hatten sich damals aus den Verhandlungen zurückgezogen, weil Israel sich weigerte, einen Baustopp für seine Siedlungsaktivitäten in Ostjerusalem und im Westjordanland zu verlängern. (APA, 11.3.2012)

  • Die Gewalt am Gaza-Streifen nimmt zu.
    foto: ap

    Die Gewalt am Gaza-Streifen nimmt zu.

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