Lautstarke Proteste bei Auftritt von Strauss-Kahn

12. März 2012, 11:49
  • Die Polizei versuchte die Demonstranten in Schach zu halten.
    foto:reuters/hackett

    Die Polizei versuchte die Demonstranten in Schach zu halten.

Rangeleien zwischen Demonstranten und Polizei vor Debattierclub - Zwei Festnahmen

Cambridge - Ein Auftritt des früheren IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn ist an der britischen Elite-Universität Cambridge von heftigen Protesten begleitet worden. Als einige der rund 200 Demonstranten versuchten, am Freitagabend eine Absperrung zum Debattierclub Cambridge Union zu überwinden, kam es zu Handgemengen mit der Polizei. Wegen des Sprühens von Graffitis wie "Frauen haben etwas besseres verdient" wurden zwei Menschen festgenommen.

Wütende Studenten riefen "DSK, hau ab!" und "Schäm dich!" vor dem Ort der Veranstaltung, bei der Strauss-Kahn über die Weltwirtschaft sprach. "Vergewaltigungsopfer bekommen dieses Forum nicht", stand auf einem der Spruchbänder. Der 62-jährige Franzose sei bereits mehrfach beschuldigt worden, Frauen belästigt zu haben, sagte der Student Jamie Gibson. Ihn einzuladen, sei "geschmacklos", ergänzte er.

Strauss-Kahn kontert den Demonstranten

Die Protestrufe waren auch im vollbesetzten Saal des Debattierclubs zu hören. "Sie können tun, was sie wollen - ich denke, sie haben Unrecht", kommentierte Strauss-Kahn nach Angaben eines Teilnehmers die Demonstration. Die strafrechtlichen Vorwürfe gegen ihn seien in New York fallengelassen worden, betonte er. Strauss-Kahn wurde nach dem Verlassen des Gebäudes in einem Polizeiauto vor den wütenden Demonstranten in Sicherheit gebracht.

Anwalt verurteilt Auftritt

Strauss-Kahn war im vergangenen Jahr als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgetreten, nachdem er wegen des Vorwurfs der versuchten Vergewaltigung eines Hotel-Zimmermädchens in New York festgenommen worden war. Ein Strafverfahren stellte die US-Justiz im August ein, da Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens aufgekommen waren. Ein zivilrechtliches Verfahren läuft aber noch.

Der Anwalt des Zimmermädchens, Douglas Wigdor, verurteilte den Auftritt in Cambridge. "Das ist ein Affront für alle Opfer von Sexualstraftaten", sagte er vor rund hundert Studenten in Cambridge. Er verlas auch eine Erklärung der französischen Autorin Tristane Banon, die Strauss-Kahn ebenfalls einen Vergewaltigungsversuch vorwirft. Sie habe "naiverweise" angenommen, jemand wie Strauss-Kahn werde nicht mehr zu Vorträgen eingeladen, hieß es darin.

Der Debattierclub verteidigte dagegen die Einladung Strauss-Kahns. Dieser sei "außerordentlich gut qualifiziert", um über ökonomische Themen zu sprechen. Kritiker hatten im Vorfeld 800 Unterschriften gegen den Auftritt gesammelt. (APA, 10.3.2012)

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wär' der julian gekommen hätten sie gejubelt...

Was vom Sozialismus übrig blieb...

Was vom Sozialismus übrig blieb... In Straßburg wäre neben Cohn-Benditt oder Lunacek sicher noch ein Plätzchen frei...

meine bescheidene persönliche Meinung

zu DSK: als Beziehungspartner ein Schwein. Als Wirtschaftsfachmann kompetent. Hätte den IWF neu, vernünftiger positioniert. Deshalb auch die 'Falle', die man ihm in NYC gestellt hat. Aber selber schuld: ein Mann in seiner Position darf nicht sein Hirn von seinen Eiern kontrollieren lassen.

Erinnert irgendwie an den WikiLeaks Fall um Julian Assange

zu Julian Assange:

Er hatte nach einem Vortrag EINVERNEHMLICHEN Sex mit 2 Damen. Er hatte (lt. Anklage) entgegen den Abmachungen keine Kondome verwendet. Ist klar ein schwerer Vertrauensbruch gegenüber den Damen. Ist vielleicht zivilrechtlich einklagbar.

Aber daß dies nach schwedischem Recht als Vergewaltigung eingestuft wird (merke; das Wort 'Vergewaltigung' enthält 'Gewalt'), ist eine Verhöhnung der Opfer von echten, gewaltsamen Vergewaltigungen.

.

Er hatte (lt. Anklage) entgegen den Abmachungen keine Kondome verwendet. Ist klar ein schwerer Vertrauensbruch gegenüber den Damen.

Und die armen haben das zu spät bemerkt oder was?

Präzisiere:

Wenn jemand wissentlich HIV+ wäre, und kein Kondom verwendet (egal ob vorher abgemacht oder nicht), ist es strafrechtlich relevant.

Allerdings nicht wegen "Vergewaltigung", sondern wegen vorsätzlicher Gefährdung von Gesundheit und Leben. Auch in Österreich.

Wenn einvernehmlich Kondom vereinbart wird und es wird dann keins genommen und trotzdem ***, dann ist das KEIN einvernehmlicher Sex.

Widerspreche:

Sex ist die eine Sache. Die war einvernehmlich.

Das technische drum-herum (Kondom ja oder nein) ist eine andere Sache. Da geht's um Vertrauen.

In jeder zwischenmenschlichen Beziehung kann es zu Vertrauensbrüchen kommen. Das ist traurig. Aber es hebt die ursprüngliche Einvernehmlichkeit in der Primärsache (Sex) nicht auf.

Wäre es anders, so könnte jeder Partner, der - vielleicht erst nach Wochen - darauf kommt oder sich einbildet, daß beim (zunächst einvernehmlichen) Sex irgend etwas anders gelaufen ist als abgemacht gewesen war,

im NACHHINEIN den Akt zum "nicht einvernehmlichen" erklären. In Schweden wären wir dann alle potentielle "Vergewaltiger".

Liegt auch dann kein einvernehmlicher Sex vor,

wenn die Frage, ob die Pille verwendet wird, wahrheitswidrig bejaht wurde?

Gut argumentiert

durch "reductio ad absurdam" !

vertippt, natürlich "... ad absurdum".

"ad absurdam"

hätte ich als gegenderte Variante gelesen.

Bitte, diesen Sexprotz nicht mit Julian Assange vergleichen, danke!

Ein solch unpassender Vergleich

ist eine Beleidigung für Assange.

Der allerschlimmste Typ

bei dieser Veranstaltung ist aber Mister Douglas Wigdor! Aus Businessgründen nach England reisen und den Heiligen spielen ... Hat wer gegen ihn protestiert?

Mr. Wigdor, einer der Anwälte von Fr. Diallo aus New York,

meint in Cambridge/England, dass DSK als Ökonomie-Professor nie mehr unterrichten dürfte.

http://news.yahoo.com/cambridge... 49885.html

Die Vorfälle und daraus resultierenden Vorwürfe gegen DSK sind Sache der amerikanischen und französischen Justiz. Zwei Verfahren wurden schon abgeschlossen, es gibt noch ein US-Zivilverfahren und ein französisches. Beide Verfahren haben mit dem Unterrichten in Universitäten in Großbritannien nichts zu tun.

Die Äußerungen von Wigdor müssen also als das gewertet werden, was sie sind: Äußerungen mit politischer Absicht.

"Sie habe "naiverweise" angenommen, jemand wie Strauss-Kahn werde nicht mehr zu Vorträgen eingeladen, hieß es darin."

Bemerkenswert, wie unbekümmert die Dame ihre Einstellung zum Thema strafgerichtliche Anschuldigung und Rechtsstaat offenlegt:

Gleichgültig, ob sich die Anschuldigung in einem gerichtlichen Verfahren bestätigt oder nicht, und ungeachtet Art. 6 MRK würde sie sich schon erwarten, daß die Anschuldigung zumindest dazu führen sollte, den Beschuldigten zu ruinieren.

Das muss in einen politischen Zusammenhang gestellt werden

DSK wollte den IWF umorientieren in Richtung mehr ökonomischer Gerechtigkeit.

Das wollten die Kreise nicht, die dann die französisch-amerikanische Wirtschaftsanwältin Lagarde gepusht haben.

Also hat man die seit Jahrzehnten bekannte Sex-Sucht des DSK noch öffentlicher gemacht, als sie es eh schon war.

Blöd nur, dass sich unter den zahlreichen betroffenen Frauen seiner sexuellen Übergriffe nur die aller-unseriösesten gemeldet haben, wie die leider illegal eingewanderte New Yorkerin und die bei einem Sarkozy-Freund beschäftigte französische Society-Autorin.

Also treffen 2 ungute Konstellationen aufeinander und werden von einer 3. ausgenützt.

Hier die Sexsucht + da die Öffentlichkeitsgeilheit, ausgenützt von der globalen Finanzmacht.

Gegen Strauss-Kahn ereifern sich die Leute, aber gegen Sarkozy, der als Kriegstreiber und Kriegshetzer tausende Menschleben am Gewissen hat, gibt es keinerlei moralische Entrüstung.

Ok - Cui bono? - aber ob eine Falle gestellt wurde, ist für die Protestierenden genauso wenig von Bedeutung wie im Fall Strasser.

"Cui bono" habe ich im 2. Absatz beantwortet.

Und die Ereignisse im internationalen Finanzsystem seither bestätigen das ja.

Wegen welcher Kompetenzen war er da?

Sofern ihn die Laster immer wieder wieder einholen muss er sich natürlich auch nicht wundern wenn man ihn nicht mehr nach der Weltwirtschaft fragt sondern eben eher nach lasterhaften Dingen.

Vielleicht sollte er einfach sein aktuelles „Business“ wechseln und gemäß seiner Popularität, also das wofür er berühmt ist, neu ausrichten, wie hier beschrieben:

http://qpress.de/2011/05/1... m-geplant/

DSK "denkt" also, "sie haben unrecht", so so. Wäre ich von meiner Unschuld überzeugt, würde ich das bestimmter ausdrücken.

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