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Tosender Beifall, stehende Ovationen, auch das gibt es bei griechischen Tragödien. Die Umschuldung Athens ist Donnerstagnacht über die Bühne gegangen. Dass die privaten Gläubiger, gerade die Großbanken und Versicherungen, dem Land derart reibungslos mehr als die Hälfte seiner Schulden erlassen haben, hat Europas Wirtschaftspolitiker und Bankmanager sichtlich erleichtert. Für die erste Reihe fußfrei in der griechischen Tragödie haben die Gläubiger immerhin 100 Milliarden Euro gezahlt. Doch der Vorhang in Athen ist noch nicht gefallen.
Denn der Schuldenschnitt ist kein Deus ex Machina für Athen. Erst der nächste Akt wird weisen, ob es für Griechenland ein Happy End gibt. Dazu braucht es Reformen, Wachstum, aber auch Einsicht der EU-Partner.
Denn die Realität hat die Wirtschaftsprognosen, auf denen das zweite Rettungspaket für Griechenland fußt, überholt. Der heftige Aderlass der Volkswirtschaft hat die reale Wirtschaftsleistung bereits um 17,3 Prozent abstürzen lassen. Die internationalen Geldgeber haben den Stöpsel gezogen, und die Geldmenge in dem Land ist um 26 Prozent seit 2009 gefallen. Dass Griechenland, wie von der EU erhofft, diese Depression rasch hinter sich lassen kann, bezweifeln nicht nur Ökonomen. Die Preise für die neuen Staatsanleihen, die Investoren im Zuge der Umschuldung erhalten, werden schon mit hohen Abschlägen gehandelt.
Es gibt eine Menge Fallstricke für die Herkulesaufgabe der hellenischen Budgetsanierung. Die Troika aus Währungsfonds, EU und Europäischer Zentralbank setzt darauf, dass Griechenland ab 2014 bereits einen primären Budgetüberschuss von mehr als vier Prozent erwirtschaften wird und dieses hohe Niveau bis 2020 hält. Das wäre selbst für Budget-Wunderknaben mit AAA-Bonität sehr ambitioniert. Ein Konjunkturabschwung ist für die nächsten acht Jahre dabei gar nicht einkalkuliert.
Dafür hofft die Troika auf Privatisierungserlöse von 50 Milliarden Euro bis 2015. Diese hohen Erwartungen lassen viel Raum für Enttäuschungen. Allein dieses Jahr wird das Privatisierungsziel wohl um sechs Milliarden Euro unterschritten.Dazu kommt die politische Unsicherheit. Die Parlamentswahlen Ende April werden den Unmut der Bevölkerung zum Ausdruck bringen. Eine neue Regierung könnte einem neuen Wählerauftrag entsprechen und versuchen, die jüngsten Maßnahmenpakete wieder aufzuschnüren.
Die Reformen, um die griechische Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, gehen in die richtige Richtung. Doch die Ziele der Troika werden sich als zu hoch entpuppen. Wenn Athen erneut an den Troika-Kriterien scheitert und ein drittes Hilfspaket braucht, werden die EU-Partner nicht darum herumkommen, selbst in die Tasche zu greifen. Dann müssen auch die öffentlichen Gläubiger einen Teil von Athens Schulden erlassen. Die Länder der Eurozone sind nicht Zuschauer in der griechischen Tragödie, sondern die Hauptdarsteller. Sie müssen sich entscheiden, ob die Theatergruppe bestehen bleibt. (Lukas Sustala, DER STANDARD, 10./11.3.2012)
Die tiefe Krise verlangt von den Notenbanken drastische Lösungen
Das Unternehmen hat dutzende Milliarden Dollar an Steuern vermieden
Ohne Impuls für die Kreditmärkte wird das mittelständische Unternehmertum im finanziellen Vakuum erstickt
Für das als sicher verkaufte Anlageprodukt zeichnet sich parallel zum jüngsten Preis- auch ein Vertrauensverlust ab
Steuergeld ist kein Ersatz für Eigenverantwortung. Auf dieser basiert eine aufgeklärte Gesellschaft
Zyperns Banken haben eine lange Party hinter sich
"Dazu braucht es Reformen, Wachstum, aber auch Einsicht der EU-Partner."
Der Waehlerwille sollte vielleicht auch Einsicht in die notwendigen massnahmen zeigen. Dass die wohlhabenden EU laender GR zwar gerne unterstuetzen aber nicht dauerhaft alimentieren koennen, sollten Politiker ihren wahelern ja wohl vermitteln koennen. Ebenso: Steuermoral, verzicht auf kostspielige Militaerinfrastruktur, aufruf und massnahmen fuer Ex-und immer-noch-Griechen das geld im land zu lassen und zu investieren etc...
Die verantwortung ganz zur EU zu schieben ist wohl etwas billig. Und den ausschluss sollte die EU immer als option offenhalten.
ja, zum leben zu wenig.
aber leben ist nicht die priorität unseres systems - arbeit ist dies, und solange es zum arbeiten reicht ohne daß die leut verhungern, ist das system zufrieden - sogar erfreut - gratis arbeit bei kost und logie ist quasi des systemoptimum, der feuchte monopolistentraum, sozusagen - daher sollten wir mal klartext reden: griechenland wird der prototyp unserer zukünftigen lebensweise die man früher mal sklaverei nannte und die wir heute working poor nennen. in amerika ebenfalls im vormarsch ist diese art der wirtschaft die einzige möglichkeit ein mathematisch fehlerhaftes geldsystem bis zur letzten konsequenz auszureizen - ob wir das wollen oder nicht liegt an uns.
Hundert Milliarden wurden erlassen, dafür erhält GR einen neuen Notkredit um 140 Mrd. Wo, bitteschön, ist da eine "Entlastung"? Man hat leidglich den Gläubiger gewechselt- früher waren es institutionelle Anleger, jetzt ist es der dumme europäische Steuerzahler.
Wie wird GR weiterhin wirtschaften? Kostendeckend? Dass ich nicht lache, das schaffen nicht einmal die "soliden" Staaten. Die gesellschaftlichen und politischen Strukturen sind das Problem.
Wenn die wirklich reichen Griechen ihre Vermögen in Griechenland investieren, dann käme Griechenland wahrscheinlich schnell auf die Beine.
Diese Kleptokraten werden das aber nicht freiwillig tun, wie in allen anderen Entwicklungsländern mit korrupten und verantwortungslosen "Eliten".
Wenn die EU etwas wirklich gutes für Griechenland tun möchte, dann übt sie dahingehend Zwang aus.
Außer dort, wo Stärke und Macht ohnehin schon konzentriert ist, wächst da nix. Trotz himmelhoher Stapel an schön formulierter Europa-Programmatik. Lissabon, Binnenmarkt, 100% Antiprotektionismus - da verkommen die Fördermillionen zum blanken Bürokratie-Selbstzweck, erzeugen ein paar gut verdienende Beamte und ein paar Korruptionsreiche. Die Schwachen werden nie auf die Beine kommen, so lang sie schutzlos den auf der Suche nach letzten Marktpotenzialen befindlichen Starken ausgesetzt sind. Die Europa-Eliten, das sind leider keine Leuchten. Des Kaiers neue Kleider passt besser auf die Brüsseler Szenerie. Die EU-Programmatik der lezten 10 Jahre ist ein Totalrohrkepierer.
Die Griechen werden die Schulden sowieso nicht zurueckzahlen. Das Geld ist weg. Aber man kann die griechische Wirtschaft so weit gesundschrumpfen, dass der Handels- und Dienstleistungssaldo ausgeglichen, vielleicht sogar leicht positiv ist.
In Verbindung mit den jetzt erzwungenen Reformen, kann dann wieder gesundes Wachstum von einem niedriegeren, realistischen Niveau aus einsetzen.
Und fuer notwendigen weiteren Schuldenerlass kann man bei den Griechen noch weitere Reformen erzwingen.
Haette man jetzt schon alle Schulden erlassen, dann haette man keinen Hebel mehr, um die Griechen zu beeinflussen.
ich es nicht, bei den Oliven schon, das billige Olivenoel aus Italien stammt aus gr. u. tunesischen Oliven, bzw. tw. sogar schon aus Oelen. D.h. das Rohnoel wird mit Tankwagen nach IT gekarrt, abgefuellt u. wieder zurueckgeschickt
Ist in Österreich auch gutes, empfehlenswertes italienisches Olivenöl erhältlich?
Meine Frau die entfernt lebt untersagt mir immer ausdrücklich, italienisches Olivenöl zu kaufen, weil es immer gepanscht ist! Ich darf nur ein ganz bestimmtes griechisches besorgen!
wahrscheinlich schon, aber zu Phantasiepreisen. Andererseits frage ich micht, wo das griechische herkommen soll.
:) was ich suchte hab ich zwar nicht gefunden, wohl aber das
http://derstandard.at/plink/131... id23806728
was das panschen angeht, die it. Lebensmittelpolizei ist deutlich "happiger" als die oest. o. deutsche
kartographierten Grundbesitz (Grundbücher). Wird das indes nachgeholt kann sich für das Land aber sehr wohl eine positive neue Perspektive eröffnen. Rechtsgesichertes Grundeigentum lässt sich viel verlässlicher als es dort bislang üblich war als Kreditsicherung einsetzen.
Leider fürchten sich die Land- und Immobilienbesitzer aber vor den neuen Möglichkeiten der Besteuerung, die damit einhergehen.
Als ich 1986 zum ersten mal in Griechenland war, ist mir schon aufgefallen dass es sich dabei um kein westliches Industrieland handelt. Ehere eben eine Art zweite Welt Land. Und nun haben die Griechen eben 10 oder 15 Jahre Erste Welt gespielt. Es ist Zeit auf den Boden der eigenen Realitaet zurueckzufallen.
Das Gleiche gilt fuer Spanien (und wahrscheinlich auch Portugal, Irland und Sueditalien).
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