Japan ist bald atomstromfrei

9. März 2012, 18:37

Abbau geschmolzener Brennstoffe soll noch 25 Jahre dauern

Gerade einmal zwei Reaktoren laufen in Japan derzeit noch - vor dem Unfall in Fukushima waren es 54. Und auch diese beiden sollen spätestens im April vom Netz genommen werden. Einst lieferten die AKWs ein Drittel von Japans Strom - wie es nun mit Japans Atomindustrie weitergehen wird, ist unklar.

Nach dem Unfall in Fukushima ordnete die japanische Regierung Stresstests in allen Anlagen an: Überprüft werden sollte, wie sie dem Beben und dem Tsunami, der im AKW Fukushima zur Kernschmelze führte, standhalten würden. Der Bevölkerung aber reichen die Stresstests nicht, in vielen Gemeinden regt sich Widerstand gegen das erneute Hochfahren der Reaktoren.

Drohende Stromengpässe

Im Sommer, wenn die Klimaanlagen eingeschaltet werden, drohen Stromengpässe. 2011 waren während der heißen Zeit des Jahres immerhin noch 19 AKWs in Betrieb gewesen.

In Fukushima selbst arbeiten derzeit etwa 3000 Arbeiter daran, die Anlage irgendwann einmal loszuwerden - was Jahrzehnte dauern wird. Erst in etwa 25 Jahren soll der geschmolzene Brennstoff entfernt sein, wie genau das gemacht wird, ist noch unklar.

Unterschiedliche Belastung in Evakuierungszone

Die Reaktoren befinden sich alle im "Cold Shutdown", sie haben also eine Temperatur unter 100 Grad Celsius erreicht. Auch die Abklingbecken, in denen gebrauchte Brennstäbe lagern, sind unter Kontrolle. Zwar tritt nach wie vor radioaktives Material aus der Anlage aus - allerdings in äußerst geringen Mengen.

Die Strahlenbelastung auf dem Gelände ist höchst unterschiedlich. An manchen Stellen können Arbeiter problemlos den ganzen Tag verbringen, anderen dürfen sich Menschen gar nicht nähern. Auch in der 20-Kilometer-Evakuierungszone ist die Belastung sehr verschieden, manche Stellen können wahrscheinlich bald wieder bewohnt werden, andere für Jahrzehnte nicht. Arbeiter sind damit beschäftigt, Dörfer zu dekontaminieren, indem sie etwa die oberste Erdschicht von Kinderspielplätzen wegschaufeln. (tob, DER STANDARD, 10./11.3.2012)

Strom & Wiederaufbau

Derzeit importiert Japan monatlich um etliche Mrd. US$ (die genaue Zahl habe ich vergessen) Öl, um in Stinkekraftwerken Strom zu erzeugen. Ansonsten wäre die Stromversorgung nicht zu gewährleisten. Das ist ökologisch und ökonomisch desaströs.

Wiederaufbau & Aufräumung: Die Erdbebenschäden sind kaum mehr sichtbar, für die Tsunamischäden wird man klarerweise länger brauchen. D. Dekontamination geht voran, aber die Logik ist mir nicht immer klar (ich war grade dort).

Aber die Zähigkeit und Ernsthaftigkeit, mit der hier ohne zu jammern und alle Welt zu beschuldigen (= der ö. Weg) aufgeräumt wird ist eindrucksvoll; mein höchster Respekt!

Hut ab, vor den Japanern.

Nach dem Tsumami, Produktionsauslagerungen in ein späteres Flutgebiet (Thailand) haben die wieder einigermaßen für Nachschub gesorgt.

Habe mir die beindruckenden Krisenpläne von Canon angesehen,

schon ein COOLES Volk !!

Meine absolute Hochachtung.

sicher, vieles ist lobenswert

aber

weiederaufbau spenden von gutmuetigen weltbuergern fuer den fast ueberall gehassten walfang abzuzwacken wird an kaltbluetiger arroganz kaum irgendwo ueberboten werden

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