Telekom-Chef Hannes Ametsreiter

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    foto:apa/hochmuth

Hannes Ametsreiter ist seit April 2009 Vorstandsvorsitzender der Telekom Austria. Er ist bis Dezember 2013 bestellt. Von 2005 bis 2006 war er auch Marketingvorstand der Mobiltel in Bulgarien, die von der Telekom zugekauft wurde (zum detaillierten Lebenslauf).

Das Bundesamt für Korruptionsbekämpfung ermittelt gegen Ametsreiter wegen des Verdachts der Bestechlichkeit. Laut der Telekom basieren die Ermittlungen auf einer anonymen Anzeige, die "völlig haltlos" sei.

Im U-Auschuss wurde Ametsreiter am 16. Februar befragt. Dabei ging es vor allem darum, dass der Telekom Austria im Februar 2009 eine Strafe der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) drohte. Aus mehreren E-Mails, die dem Nachrichtenmagazin "News" zugespielt wurden, geht hervor, dass man mit der BWB eine "stille Lösung" fand, durch die sich das Bußgeld der Telekom von 7,2 auf 1,5 Millionen Euro reduzierte.

Die Lösung soll vom früheren ÖVP-Organisationsreferenten und jetzigen "Head of Public Affairs" bei der Telekom, Michael Fischer, ausgehandelt worden sein.

Der grüne Abgeordnete Peter Pilz sieht im Preisnachlass, den BWB-Chef Theodor Thanner der Telekom gewährte, einen Hinweis auf möglichen Amtsmissbrauch. Ametsreiter soll von den Vorgängen gewusst haben (er ist in den vorliegenden E-Mails im CC genannt).

Der Vorstandsvorsitzende bezeichnete die Vorgänge rund um die BWB als "üblich", es sei nichts Unrechtmäßiges passiert. Ametsreiter hat zudem Ende Februar angekündigt, dass die Telekom sich bis zu 20 Millionen Euro aus den Korruptionsskandalen zurückholen will.

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