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Wien - Blut abnehmen, Infusionen legen und Elektrokardiogramm (EKG) schreiben: Ein Großteil des Arbeitsalltags von Turnusärzten, die in Wien zum Allgemeinmediziner ausgebildet werden, besteht aus Pflegearbeit. Das ist das Ergebnis einer von der Wiener Ärztekammer in Auftrag gegebenen Studie, die im Vorjahr durchgeführt wurde. Gleichzeitig ergab diese, dass nur etwa ein Drittel der Wiener Spitäler ein Ausbildungskonzept hat. Der scheidende Ärztekammerpräsident Walter Dorner fordert nun klare Ausbildungsrichtlinien für Turnusärzte ein.
Mehr Stationsassistenten und genügend Oberärzte für die Ausbildung der Turnusärzte, das sind die zentralen Forderungen der Kammer. "Es mangelt an professionellem Coaching während der Ausbildung", hob Dorner hervor. Oft hätten die nach dem Gesetz für die Ausbildung zuständigen Oberärzte kaum Zeit, sich um ihre Turnusärzte zu kümmern, weil sie mit der Patientenversorgung nahezu ausgelastet seien.
Im Spitalsalltag bliebe - aufgrund der wachsenden Bürokratie - eine adäquate medizinische Turnusarztausbildung oftmals auf der Strecke. Das Pflegepersonal würde größtenteils "Sekretärarbeiten" verrichten, weshalb wiederum Turnusärzte vermehrt die Arbeit der Krankenpflege übernehmen müssten. Nicht besonders hilfreich ist dabei laut Kammer auch die Tatsache, dass in den Wiener Spitälern - mit Ausnahme am Allgemeinen Krankenhaus (AKH), das nur eine Ausbildung zum Facharzt anbietet - kaum Ausbildungskonzepte vorliegen würden.
Viele Turnusärzte verrichten Pflegearbeiten
Verschärft werde die Situation noch durch das oftmalige Fehlen einer Anordnungsbefugnis der Turnusärzte an das Pflegepersonal. Nur die Hälfte der Wiener Spitäler verfügt demnach über eine solche.
Während der Prozentanteil der von Turnusärzten verrichteten Pflegearbeiten im Bundesländervergleich in Wien "erschreckend" hoch liege, sei die Teilnahme von auszubildenden Ärzten an Visiten oder selbstständigen Untersuchungen dementsprechend gering. "Der Arztberuf muss ein Qualitätsberuf bleiben", betonte Dorner. Solche Zustände hätte es früher nicht gegeben.
Gleichzeitig mahnte der Ärztekammerpräsident ein, dass generell während der Ausbildungsphase zu wenig Augenmerk auf "Soft Skills" wie den Umgang mit Patienten und Kollegen gelegt werde. Dementsprechend sollten sich auch die Zugangsprüfungen zum Medizinstudium ändern, forderte Dorner.(APA, 9.3.2012)
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geile scheibe! die beste ärztekammeraussendung seit langem! wie oft haben wir das schon gehört und gelesen? und was ist bisher passiert?
freunderlwirtschaft und prfünde sichern. alles andere ist der ärztekammer sowas von wurscht.
und ich kann das schon nicht mehr hören. seit jahren ist der dorner äk-präser, und die grottenschlechte ausbildung junger kollegen und die missbräuchliche verwendung ihrer ausbildungszeit war ihm immer so was von wurscht. jetzt in vorwahlzeiten und kurz vor seinem rückzug tritt er plötzlich als großer vertreter von turnusarztinteressen auf. geh bitte, da wird mir echt übel. wer dem dorner das jetzt glaubt, dem ist echt nicht zu helfen.
Langsam werden engagierte Ärzte (Oberärzte, Lehrpraxisleiter etc) immer älter und bleiben dennoch vergebliche Rufer in der Wüste für die bessere Ausbildung. Wer aktiv die Diskussion seit 15 Jahren verfolgt, die Ärztekammerpräsidenten kommen und gehen, die Minister übrigens auch. Nur wir bleiben auf dem Problem sitzen und werden noch von böswilligen Quertreibern in eine Machtverteilungsdiskussion mit Pflege, Schwestern, Physiotherapie etc gehetzt. Die Dornersche Läuterung ist zum Kotzen, hat er doch wie seine Vorgänger genug Vorschläge bekommen auch kammerintern an der Verbesserung zu arbeiten. Und so manche lauten Turnusarztvertreter, mit denen ich die ganzen Jahre diskutiert habe ist nach oben in eine Kammerfunktion entschwunden.
Mein Vorschlag, medizinische Assistenten in den Spitälern einführen, dann bräuchte die Ärztekammer keine Studien durchführen, die die "Ärzteschaft" gegen die "Pflege" aufwiegelt.
Blutabnehmen und EKG Schreiben als Pflegetätigkeit zu benennen ist ein schlechter Scherz.
in fast allen westlichen ländern der erde verrichten krankenschwestern und pfleger diese tätigkeiten, und zwar mit stolz, nicht nur essen auszutragen, betten zu machen und hintern abzuwischen. schliesslich lernt man diese tätigkeiten in der pflegeausbildung - aber wozu, wenn mans dann partout nicht machen will?
lächerlich!
Weil diese Tätigkeiten gleich mit Hintern abwischen, Betten machen, etc. ... gleich zu setzen ist.
Lächerlich ist es, dass die Ärztekammer glaubt, Pfleger und Pflegerinnen zu ihren Handlangern machen zu können.
Es geht ja der Ärztekammer nicht darum, den Beruf des Pflegers in Österreich aufzuwerten, sondern Arbeit abzuschieben. Pflegekräfte sind nicht die Assistenten der Ärzte, sondern ein selbständiger Beruf mit eigenverantwortlichen Bereichen.
Und sie werden es nicht glauben, in anderen Teilen der Welt, gibt es für Blutabnahmen und EKG schreiben , eine eigene Berufsgruppe.
sich um den berufsstand der krankenschwestern zu kümmern. dazu gibts eine andere interessensvertretung.
letztendlich leiden aber alle darunter, weil alle sind potentielle patienten, wenn ärzte schlecht ausgebildet wurden, nur weil sich DKS zu gut sind blut abzunehmen. wenn ein turnusarzt 3 jahre lang nix anders macht weil er zu nix anderem kommt, dann gratuliere ich schon jetzt zu den ärzten von morgen.
wer kein pflegepersonal werden will, den zwingt auch keiner dazu. könnts ja auch putzfrauen werden oder theaterwissenschaften studieren.
die sogenannten "Sekretärabeiten" werden korrekt "Pflegedokumentation" genannt und sie ist wichtiger Bestandteil des im eigenverantwortlichen Tätigkeitsbereiches (Pflegetätigkeit!) verankerten Pflegeprozesses. Wenn man das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz kennt, und das sollte man als Ärztekammerpräsident, weiß man das.
Mit der PatientInnenversorgung sind eher die Pflegepersonen 24h ausgelastet, nicht die Oberärzte...
Ja und "solche Zustände hätte es früher nicht gegeben", dass Pflegepersonen sich abgrenzen und sich auf ihre eigenen pflegerischen Tätigkeitsbereiche konzentrieren. Früher war die "Schwester" noch die still schweigende, gehorchende, nächstenliebende, dienende, mütterliche Handlangerin des väterlich-patriarchalen Arztes
"Mit der PatientInnenversorgung sind eher die Pflegepersonen 24h ausgelastet, nicht die Oberärzte... "
in österreich haben pflegekräfte ein maximal 12-stunden dienstrad!!! keine 24h!!!, während die ärztInnen im dienst mind 25 stunden (zu meiner zeit waren es oft noch über 48 stunden) verbringen.
lassen sie mich raten - sie haben ein paar semester pflegewissenschaften hinter sich, ein problem mit hierarchien, ein problem mit männern ...und von der praxis am patienten sind sie meilenweit entfernt?
12,5h Maximum
ich meine damit, dass Pflegepersonen für PatientInnen 24h auf Station erreichbar sind, ÄrztInnen haben die Möglichkeit sich zurückzuziehen und während ihres Dienstrades längere Pausen zu machen + Schlaferlaubnis.
und ja, ich hab ein Problem mit Hierarchien, wenn sie von Respektlosigkeit zu anderen Berufsgruppen und Nichtanerkennung der Arbeit anderer geprägt ist.
wobei wurscht ist, ob pflegemaßnahmen tatsächlich ausgeführt wurden: es zählt einzig die dokumentation.
es geht offensichtlich auch ihnen nicht um die umsetzung moderner pflegekonzepte und selbständiges handeln im mitverantwortlichen bereich, sondern nur um die sorge, doch bloß keine verantwortung übernehmen zu müssen, die wohlfeil einem jungarzt umgehängt werden kann.
selbständiges Handeln kann nicht im mitverantwortlichen Tätigkeitsbereich passieren, wie auch, wenn auf die Anordnung einer ÄrztIn gewartet werden muss/Voraussetzung ist.
Die Umsetzung moderner Pflegekonzepte passiert sicher nicht im mitverantwortlichen Bereich, das wäre dann wohl eher die Umsetzung erfolgreicher Medizinkonzepte ausgeführt von Pflegenden...
Abteilungen geschlossen.
Für die Pflege gibt es dort auch nichts mehr zu tun, die wird gekündigt oder versetzt.
Und der ständig abrufbereite Turnussklave unterster Ordnung ist in immer mehr Teilen des ländlichen Österreich bereits Mangelware. Da darf dann die Pflege zeigen, was sie kann.
Zum Pflegen benötigt man keinen Arzt, aber ein Arzt benötigt einen Pfleger um Blut abzunehmen???
Informieren Sie sich über den Pflegeberuf und seinem Pflegeprozess und seinem eigenverantwortlichen Tätigkeitsbereich, bevor Sie mir Ihrem vorurteilsbehafteten Unterstellungen von wegen gesammelten medizinischen Weisheiten daherkommen.
Die Pflege verlässt sich zumindest nicht auf Wundermittelchen wie Homöopathie, sondern auf Gesundheits- und Krankenpflege, die gänzlich ohne Pillen auskommen.
"Der Arztberuf muss ein Qualitätsberuf bleiben" - und sogenannte "Pflegetätigkeiten" stören dabei?
Nur zur (immer wiederkehrenden) Richtigstellung: die im Artikel oder von Dorner deklarierten "Pflegetätigkeiten" sind tatsächlich medizinische Tätigkeiten (Blutabnahme, EKG etc.), die nicht im eigenverantwortlichen Tätigkeitsbereich der Gesundheits- und Krankenpflege (GuK) verankert sind, somit sind sie keine "Pflegetätigkeit". Der mitverantwortliche Tätigkeitsbereich GuK (Anordnungsverantwortung: Arzt, Durchführungsverantwortung DGKP/GuK) dient nach den Worten Dorners dazu, durch Delegation unbeliebter medizin. Tätigkeiten den "Arztberuf als Qualitätsberuf" zu halten und den Pflegeberuf in die Position des ärztlichen Hilfsberufs zu drängen
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