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Wer den Namen Joseph Kony bisher noch nicht kannte, hat gute Chancen, dieser Tage im Internet auf den blutrünstigen afrikanischen Rebellenführer aufmerksam zu werden. Denn seit eine amerikanische Organisation über soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook und YouTube eine Kampagne gegen den Mann aus Uganda gestartet hat, ist Kony weltweit Thema. Mehr als zehn Millionen Internet-Nutzer sahen bereits einen knapp dreißigminütigen Videoclip über den berüchtigten Gotteskrieger und seine "Widerstandsarmee des Herren" ("Lord's Resistance Army"/LRA). Seit 2005 wird der Fanatiker, der sich selbst als "Sprecher Gottes" bezeichnet, vom Internationalen Strafgerichtshof unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht.
"Kony 2012"
Das erklärte Ziel der Aktion "Kony 2012" ist es, den Mann bis Ende des Jahres zu fassen und Gerechtigkeit walten zu lassen. "Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist" - mit diesem Satz des französischen Schriftstellers Victor Hugo beginnt der Clip. Um die Idee in die Tat umzusetzen, hat die Organisation "Invisible Children" zu einer Unterschriftenpetition und zu Spenden aufgerufen. Die Reaktionen sind allerdings gemischt und reichen von Lob bis zu herber Kritik.
"Ich bin glücklich und vor allem erleichtert, dass Invisible Children weltweit Aufmerksamkeit auf dieses Thema gelenkt hat, denn Mörder und Folterer bleiben normalerweise lieber anonym", kommentierte Musa Okwonga in einem Artikel der britischen Zeitung "The Independent". Er ist selbst im besonders schlimm betroffenen Norden Ugandas aufgewachsen. Jedoch habe die Aktion gleichzeitig "das unangenehme Echo des weißen Kolonialismus" in Afrika, fügte er hinzu.
Niemand weiß so genau
Fest steht eines: Niemand weiß so genau, wo Kony derzeit ist. Es wird vermutet, dass er sich - bestens geschützt von mehreren hundert Kämpfern - irgendwo im Busch der Zentralafrikanischen Republik versteckt. Ein Vierteljahrhundert hat die LRA unter der Führung von Kony den Norden Ugandas, den heutigen unabhängigen Staat Südsudan und den Nordosten der Demokratischen Republik Kongo terrorisiert. Erst 2006 wurde die Gruppe aus Uganda weitgehend vertrieben.
Seit 1987 kämpft die LRA für einen christlichen Gottesstaat. Tausende Kinder wurden zwangsrekrutiert und mussten als Soldaten für die bizarre, mit afrikanischem Mystizismus verbrämte Ideologie Konys kämpfen. Mädchen wurden als Sexsklavinnen missbraucht. Insgesamt flüchteten in den vergangenen 25 Jahren mehr als zwei Millionen Menschen in Ost- und Zentralafrika vor den Schlächtern, die ohne Erbarmen mordeten, vergewaltigten, verstümmelten oder entführten.
"Invisible Children"
Der amerikanische Filmemacher und Regisseur des Videos, Jason Russell, setzt sich schon seit fast zehn Jahren für die Festnahme Konys ein. Damals hatte er einen Knaben interviewt, dessen Bruder in Uganda von der LRA mit einer Machete umgebracht worden war. Russells Gegner sagen, dass der Film unter anderem inhaltliche Fehler habe und nicht gut genug recherchiert sei. Vor allem sei das Video mit persönlichen Bemerkungen gespickt und voller Klischees, auch sei nicht klar, was "Invisible Children" mit dem gespendeten Geld genau vorhat. Andere betonen, dass eine afrikanische Lösung für die LRA gefunden werden müsse. Bereits im vergangenen Oktober hatte US-Präsident Barack Obama 100 Militärberater nach Uganda entsandt, die dem dortigen Militär helfen sollen, Soldaten für den Kampf gegen die Rebellen auszubilden. Uganda versucht seit Jahren hartnäckig, eine Rückkehr der LRA und weitere Gemetzel zu verhindern.
Vor allem heißt es aber, dass die Internet-Offensive dem Präsidenten Yoweri Museveni in die Hände spiele. Der ist schon seit 1986 an der Macht, hat keine Absichten, in Bälde abzutreten - und konnte in seiner Amtszeit lange nichts gegen Kony und dessen Schergen ausrichten. Der Staatschef geht hart gegen jede oppositionelle Bewegung vor und lässt Homosexuelle verfolgen. Sein Name wird in dem Videoclip nicht einmal erwähnt. (APA)
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kommt sogar der bild mal ein guter artikel aus:
http://www.bild.de/politik/a... .bild.html
Erinnert mich an eine Message in Gillo Pontecorvos grandiosen Film "Burn!" (1970).
Sir William Walker (Marlon Brando), ein Agent der britischen Kolonialmacht, will dem Sklaven José Dolores die Freiheit schenken. Doch dieser meint: "If a man gives you freedom, it is not freedom. Freedom is something you, you alone, must take."
http://www.linkswende.org/5701/Ist-... h-der-Welt
Antwort auf youtube:
http://www.youtube.com/watch?v=K... AAAAAAACAA
Noch andere Reaktionen aus Uganda in ihrem Blog:
http://rosebellkagumire.com/
ich hab' zwar nicht wirklich ein rechtskonzept parat, dennoch gebe ich zu bedenken, dass eine solche "fatwa" jeden treffen kann, auch unschuldige.
ich denke auch, dass ein ehemaliger kindersoldat auf cnn das wahrste aller wörter ausgesprochen hat:
die darstellung der folgen der gewalt bzw. die darstellung der gewalt verletzt die würde des menschen. und die ist - wie alle menschenrechte - unteilbar.
mir ist das auch ganz besonders bei einem video über folterungen aufgefallen, wo natürlich auch die folterer ein unrecht begehen. die sind in dem fall nicht sichtbar gewesen, die gefolterten jedoch schon.
ich denke, dort wo internet zum informationsmedium geworden ist, sollte es den gleichen kriterien folgen, wie journalistische medien.
Mord mit Mord zu vergelten ist Unrecht und falsch.
Will man wieder die Auge um Auge Philosophie verfolgen? Das führt nur zu noch mehr Blutvergiessen
"And the second is like, namely this, Thou shalt love thy neighbour as thyself. There is none other commandment greater than these"
Mark 12:31
"Darkness cannot drive out darkness; only light can do that. Hate cannot drive out hate; only love can do that."
Martin luther king
Ja, vermutlich haben diese Fundamentalisten kein Problem damit, die 10 Gebote zu brechen, aber anderen a mit Gewalt aufzuzwingen.
Das ist nicht weise und bringt die Schrift noch mehr in Verruf.
Aber auch die andere Seite, die schon, von unsichtbaren Kindern angefeuert, in den Startlöchern für einen neuen Krieg steht ist im Unrecht.
Traurig.....
.
Mir reicht es, wenn ich lies, dass Invisible Children nur 32% der eingenommenen Gelder direkt zur Hilfe verwendet, keine externen Berater ihre Gebarung untersuchen lässt, nur 2 von 4 möglichen Sternen als Gütesiegel bekommen hat, die Betreiber und Macher des Films 89.000 Dollar pro Jahr be- bzw. entziehen.
Eine Kampagne die im Wesentlichen eine militärische Intervention der USA in Afrika propagiert – zumindest wenn man zwischen den Zeilen liest.
Diese „Militärberater“ werden eher Interessenvertreter der US Konzerne im Ringen um afrikanische Rohstoffe mit den Chinesen sein, als wirklich den afrikanischen Menschen zu helfen! Hier wird der amerikanische Imperialismus vorangetrieben und dem ganzen wie immer ein Anstrich von ‚Befreiung‘ verpasst.
Interessant ist auch, welche Promis diese Propaganda unterstützen. Wäre ich Verschwörungstheoretiker, dann…
Eine "Internet-Jagd" die darin besteht dass ahnungslose ADHD-14-Jährige stolz glauben etwas bewegen zu können indem sie fünfzigmal "KONY 2012 !!!" auf Youtube posten und sich dann wieder ihren Chips und ihrem Popcorn zuwenden? Geh bitte. Das Ganze ist ein billiger Marketingschmäh um Geld zu machen, eine Instrumentalisierung von Leid und Gewalt, mehr nicht. Leute wie Kony gibt es in Entwicklungsländer leider unzählige, und wenn man etwas gegen sie erreichen will dann sicher nicht indem man hirnlose Pubertierende die von Politik keine Ahnung haben mit einem irreführenden Propagandavideo dazu bringt herumzuklicken, zu posten und das Geld ihrer Eltern für eine zweifelhafte Organisation rauszuhauen die vor Ort auf extrem viel Misstrauen stößt.
ps: ich denke dieses bild sagt mehr als 1000 worte. was für ein haufen ahnungsloser emo-bieber-vollspasten
http://assets.vice.com/content-i... a06aaf.jpg
Ja es wird zu Recht kritisiert dass die Finanzen der Organisation zwielichtig sind und ja es stimmt auch dass die Fakten in den Videos etwas verdreht werden, etc.
ABER was ich nicht verstehe ist warum kaum kritisiert wird dass dieses Video eine nicht zu ertragende, widerlich-schmierige, narzisstische Selbstbeweihräucherung ist. Vice hat es wenigstens gut auf den Punkt gebracht: Criticism 5, Invisible Children is staffed by douchebags
ps: der hier bringt die gesammelten Vorwürfe sehr gut zusammen
http://thedailywh.at/2012/03/0... ny-2012-2/
Man gebe einfach "invisible children scam fraud" als Suchbegriff in Google ein.
Die bis dato bekannten Fakten sprengen bereits den Rahmen eines Forumskommentars und gäben Stoff für einen Hollywoodfilm. Es dürfte sich bei dieser Organisation um den größten organisierten Wohltätigkeitsbetrug der Gegenwart handeln.
Ich würde nicht unbedingt von Betrug ausgehen da die Organisation ja nie behauptet hat das Geld würde nach Uganda fliessen. Es geht ihnen ja wie gesagt um "awareness". Spenden würde ich aber trotzdem nicht empfehlen. Die Jungs zahlen sich 90k USD im Jahr und haben Reisekosten in über 1 Mio pro Jahr.
Guter Artikel von Alex Miller (Vice UK): http://www.vice.com/en_uk/rea... 012-or-not
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