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Nur selten behält in Zeiten wie diesen das Wort eines Politikers seine Geltung länger als ein Jahrzehnt. Eine Ausnahme hat Gerfried Sperl Montag an dieser Stelle in Erinnerung gerufen. Er zitierte Michael Häupls medienpolitische Herzensergießung: "Der Standard und Die Presse sind für die demokratische Hygiene notwendig. Als Bürgermeister brauche ich sie nicht. Ich brauche Krone und News." Heute würde er diese Selbstentblößung wohl mit Heute und Österreich weitertreiben, voll Stolz auf die Früchte und Früchtchen, die eine solche Gesinnung nachwachsen ließ. Anzeichen, er könnte seine Meinung von damals in nächster Zeit auch inhaltlich modifizieren, sind in der heimischen Medienlandschaft nicht festzustellen.
So peinlich man eine solche Haltung beim akademisch gebildeten, nebenbei sozialdemokratischen, Bürgermeister einer Weltkulturstadt finden kann, sollte man doch nicht ungerecht sein. Er hat nur artikuliert, wie die österreichische Politikerkaste denkt und strebend tickt, Ausnahmen sind vorhanden, aber rar. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass dieses Land ein international herzeigbares Biotop der Korruption geworden ist, ohne Korruption als Tatbestand anzuerkennen, und Medienkorruption ist halt ein Teil der allgemeinen Versumpfung. Denn was wollte Häupl mit seinem Spruch anderes wissen lassen als: Demokratische Hygiene braucht der Politiker nicht, notwendig sind ihm Medien, bei denen Hygiene ihrer Nützlichkeit für seine persönlichen Zwecke nicht im Weg steht.
Und so sieht 's auch aus. Beflügelt von den medienpolitischen Idealen der Politik erneuern die Medien, die dem einschlägigen Bedarf etwa des Bürgermeisters genügen, im Kontext mit dem Sparpaket ihre Kampagne gegen die Presseförderung. Doppelt verlogen wollen sie den Eindruck erwecken, "provokanter kann man Steuergeld nicht verbrennen", während der Boulevard solidarisch mit dem Volk spare. Doch, man kann! Und es geschieht ständig. Doppelt verlogen deshalb, weil der öffentliche Bedarf an seriöser Information, auch wenn er an den der Politik nicht herankommt, noch nie fördernswerter war als jetzt. Grasser wäre heute noch der Liebling der Krone, hätten nicht andere informiert. Doppelt verlogen, denn die Presseförderung erfolgt offen, transparent und beruht auf einem Gesetz, die Inseratenförderung der Politik für den Boulevard beträgt ein Vielfaches davon, sie erfolgt verdeckt, sie ist ihrem Wesen nach überflüssig, nichts anderes als erkauftes Wohlwollen vor einem Hintergrund von Erpressung, und sie erfolgt wie die Presseförderung - aus Steuermitteln.
Da greift der Begriff Anfüttern zu kurz, da geht es um mutwilliges Mästen, ob nun mit oder ohne Politikerfoto. Vielleicht um sich beim Bürgermeister einzuweinberln, will auch Wolfgang Fellner nun endgültig nichts mehr mit Hygiene zu tun haben. Lieber nicht in die öffentlichen Bilanzen des "Standard" schauen, sondern gleich verleumden, dessen Herausgeber baue sich aus den Mitteln der Presseförderung "ein millionenteures Penthouse". Bewiesen hat er damit nicht die Überflüssigkeit der Presseförderung, umso deutlicher aber seine eigene. (DER STANDARD; Printausgabe, 9.3.2012)
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Und seltsamer Weise werden diese Wünsche von der Industriellenvereinigung koordiniert und verlangen einen permanenten harten Blauschwarz-Kurs (Presse) oder zumindest einen Anti-Links-Kurs in Wahlkampfzeiten (Standard).
ich gratuliere zu der absoluten glanzleistung des doppeldenks und der heuchlerei, in einem medium wo einen bei jedem klick 27 konzernwerbungen die rübe vergiften, das wort "medienkorruption" so dermaßen gnadenlos in die tatstatur zu klopfen.
wahnsinn, der mann hat echt nerven
Also die Österreich-Geschichte über Bronners Penthaus ist zwar boshaft, aber sie ist - legt man Boulevardmaßstäbe an - auch nicht ganz abstrus. Geld hat bekanntlich kein Mascherl und daher kann man die Sache schon so zuspitzen.
Eine ironische Replik in der Art von "Fellner fährt mit Inseratengeld des Sozialministeriums auf Thailand-Urlaub" hätte mit jedenfalls besser gefallen als diese mühsame Traxlerei. Und die Wehleidigkeit bezüglich Presseförderung ist unangebracht. Schließlich sind Subventionen und Staatsausgaben von der Presseförderung über Asylantenbetreuung, Museen, Schulsport, usw., usw. per se durchaus sinnvoll, und warum bei den Medien nicht gespart werden sollte, ist nicht leicht begründbar.
Der sog "Qualitätsjournalismus" steckt in einer gewaltigen Krise (siehe Die Zeit, FAZ), weil es gar kein Qualitätsjournalismus mehr ist.
Das Problem hierzulande ist die grundsätzliche Parteinahme - nämlich links- sämtlicher "Qualitätsmedien" und das konstante Ignorieren der Mehrheitsmeinung. Nicht einmal Ausgewogenheit ist vorhanden (Siehe Antifa-Plattform in dieser Ausgabe).
Den Kommentarteil mit den Traxlers und Raus kann man sich vollkommen schenken.
Der Boulevard ist näher an den Leuten und näher an der Zeit. Und deshalb als Plattform für Politiker wichtiger. So einfach ist das.
durchlaeuft eine krise, weil die qualiatetsleser weniger werden.
im vormarsch sind die dem volk nahen blaetter, die der unausgegorenen biertischmentalitaet huldigen.
aber lesen sie nur weiter krone, oesterreich etc. und bleiben sie schoen volksnah.
...dennoch wäre interessant zu wissen wie der Beitrag ausgefallen wäre wenn der Standard in Häupls Meinung ebenfalls als "wichtig" davongekommen wäre. So aber drängt sich der Eindruck auf, dass der Ärger des Autors auch darauf beruht dass dem Bürgermeister andre Blätter wichtiger sind (auch wenn das Schmierblattln sind), als ein Qualitätsblatt. Traxler vermittelt damit den Eindruck, dass dem Standard die Trauben zu hoch hängen...
selbstverständlich sind die inseratenkampagnen an den boulevard zu beenden. genau so klar ist aber, dass es keine presseförderung für medien geben kann, die ohnehin gewinne schreiben.
noch dazu wo in vielen themenbereichen "qualitätsblätter" inhaltlich das gleiche berichten wie "boulevardblätter" (wirtschaft/international/sport).
man kann nicht überall förderungen einschränken, dort aber, wo bereits gewinne erzielt werden, den steuerzahler noch etwas zuschiessen lassen.
nischenmedien, die NEUE blickwinkel in die öffentlichkeit einbringen gehören gefördert nicht kleine oder grosse etablierte medienkonzerne, die gewinne machen.
und ein link zu den "öffentlichen bilanzen" wäre hilfreich.
Der Abschaumboulevard wird von dem der Familie der Dolme (frueher SPOE) angehoerigen Bundeskanzler dreist gemaestet- in der vagen Hoffnung vorteilhaft abgebildet und in seinem Wirken niemals hinterfragt und wohlwollend in seiner ganzen Einfalt gedruckt zu werden.
Und der ist der Erste, der Zeitungen, die er nicht einmal zu lesen vermag, (viel zu viele Woerter, kaum bunte Bilder, keine Nackerten...) entsorgen wuerde!
Aber zu seiner Ehrenrettung:
auch alle anderen Polit- Fallotten sehen das genauso!
Und vor allem die voelkischen FPOEBZOE ler...
Den die wollen nur die Moelzerzeitung...
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