US-Drohnen lernen Musizieren

8. März 2012, 14:04
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Europas größter Roboter-Wettbewerb geht erstmals in die Luft - In den USA ist man bei der Drohnensteuerung bereits etwas weiter

Wien - Bisher maßen sich die kleinen Technikwunder zu ebener Erde im Sumo-Kämpfen, Puck-Einsammeln und Freestyle-Schaulaufen. Bei der diesjährige "RobotChallenge" in Wien gehen die Roboter erstmals auch in die Luft: beim "Air Race" müssen Roboter zielgenau Achterkreise fliegen, um einen Platz am Stockerl zu erlangen. Dieses Flugkunst-Level haben Minidrohnen, die Forscher von der University of Pennsylvania entwickelt haben, allerdings schon lange hinter sich: ihre Schöpfer brachten ihnen das Musizieren aus der Luft bei.

Bei der neunten Ausgabe von Europas größtem derartigen Wettbewerb treten vom 10. bis 11. März in der Aula der Wissenschaften 453 Teilnehmer aus 24 Ländern mit 253 selbst gebauten, autonomen Robotern gegeneinander an, gaben die Veranstalter am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt.

Die fliegenden Roboter müssen Achter um zwei Poller fliegen, die einige Meter voneinander aufgestellt sind, und dabei mit schneller und zielgenauer Navigation im dreidimensionalen Raum überzeugen. "Von der Steuerung ist das viel komplexer und instabiler als am Boden. Die Roboter müssen autonom Achterkreise fliegen und Linien am Boden erkennen", erklärte Karim Jafarmadar von der Österreichischen Gesellschaft für innovative Computerwissenschaften (INNOC) die Herausforderung.

"James Bond"-Thema per Roboter-Quadrotoren

Was auf dem Gebiet der fliegenden Roboter derzeit möglich ist, zeigt das Video einer Gruppe von Forschern von der University of Pennsylvania, USA. Den Wissenschaftern gelang es, ihren kleinen Fliegern das Musizieren aus der Luft beizubringen. Im Rahmen einer kleinen Performance führen die Roboter-Quadrotoren fliegenderweise das "James-Bond"-Thema auf - inklusive Gitarrensolo. Glück für die TeilnehmerInnen der RobotChallange: die musikalischen Roboter-Flieger aus den USA werden nicht am Bewerb teilnehmen. Auf einem etwas älteren Video, auf das wir vor kurzem im Rahmen eines Klicktipps hinwiesen, zeigen die Drohnen aus Pennsylvania, was sie noch so alles drauf haben.

(Quelle: YouTube)

Zwei Diszipline

Das "Air Race" wird in zwei Disziplinen ausgetragen. Einerseits müssen autonome Roboter sowohl Höhenregulierung als auch Navigation eigenständig bewältigen, und andererseits steuern semiautonome Roboter ausschließlich die Höhenregulierung eigenständig und lenken darf ein Mensch.

In den weiteren, insgesamt 14 Disziplinen versuchen Roboter unter anderem, sich wie beim japanischen Traditionssport Sumo gegenseitig aus einem Kreis zu drängen, beim "Puck Collect" möglichst rasch farbige Scheiben aufzusammeln oder beim "Line Follower" so schnell wie möglich einer schwarzen Linie zu folgen, während beim "Humanoid Sprint" Roboter in Menschengestalt um die Wette laufen.

Rasante Entwicklung

Seit der ersten Austragung der "RobotChallenge" 2004 mit nur sieben, noch sehr klobigen Robotern hat sich viel getan. "Eigentlich hat damals nichts funktioniert", blickte Organisator Roland Stelzer von der INNOC auf die Anfänge zurück. Mittlerweile sei vor allem ein starker Trend zur Miniaturisierung erkennbar. So treten in der "Nano Sumo"-Klasse Mini-Roboter mit einer Kantenlänge von nur 2,5 Zentimetern an.

Im Medaillenspiegel des Vorjahrs belegte Österreich mit zweimal Gold und dreimal Bronze hinter Polen und der Slowakei den dritten Platz. Den Titel gilt es in den Kategorien "Freestyle" und "Mini Sumo Deathmatch" zu verteidigen. Die RobotChallenge wird von der INNOC in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsministerium veranstaltet. (APA, red)


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  • Die kleinen Flieger machen an den Tasten eine gute Figur.
    screenshot: youtube/university of pennsylvania

    Die kleinen Flieger machen an den Tasten eine gute Figur.

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