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Brüssel - Sieben EU-Länder inklusive Österreich und Deutschland machen innerhalb der Europäischen Union Druck auf Griechenland wegen der steigenden Anzahl illegaler Migranten. Die Innenminister beider Länder - Johanna Mikl-Leitner und Hans-Peter Friedrich - erklärten am Donnerstagvormittag in Brüssel vor Beginn des EU-Ministerrats, es sei ein Forderungspaket mit sechs Punkten und 32 Einzelmaßnahmen beschlossen worden, um dem "illegalen Strom" Einhalt zu gebieten. Kritik wurde an der EU-Kommission geübt, die dänische Ratspräsidentschaft dagegen ausdrücklich gelobt.
Mikl-Leitner sagte, die "griechisch-türkische Grenze ist offen wie ein Scheunentor". Dies sei auch die "Wurzel" des illegalen Stroms. Die sieben EU-Länder, die sich laut Friedrich zu einer "Sondersitzung" vor dem Innenminsterrat in Brüssel zusammengefunden hätten - neben Österreich und Deutschland noch Frankreich, Belgien, Großbritannien, die Niederlande und Schweden - würden 75 Prozent der Asylanträge zu bewältigen haben. Friedrich sagte, die Aktion sei auch eine "politische Vorsorge" für kommende potenzielle Flüchtlingsströme.
Rückübernahme-Abkommen soll kommen
Ein Rückübernahmeabkommen zwischen der EU und der Türkei sollte beschlossen werden, doch wandte sich Friedrich entschieden gegen eine "generelle Visa-Erleichterung" für die Türkei: Diese "behagt uns nicht". Dies würde erst recht zu "erheblichen Strömen an Zuwanderern" führen. Mikl-Leitner sagte, Griechenland erfülle seine Hausaufgaben bei der Grenzsicherung nicht. Notwendig sei die Inbetriebnahme der Asylbehörde in Griechenland. Dort müssten eigentlich mehr als 300 Experten arbeiten, "derzeit sind es nur elf. Das ist ein Mangel an politischem Willen". Die Innenministerin drohte Athen: "Es kann nicht sein, dass ein Mitgliedsland, das seinen Aufgaben nicht nachkommt, ungeschoren davon kommt."
Friedrich erklärte, es mangle heute nicht an Rechtssetzungsdefiziten, sondern an Umsetzungsdefiziten. Eine der verlangten Maßnahmen sei auch, die Grenzkontrollen wieder gegenüber Griechenland einführen zu können, wenn die Sicherheit durch Athen nicht gewährleistet werden könne. Über einen solchen kurzfristigen Schengen-Aussetzungsmechanismus sollten aber die einzelnen EU-Länder und nicht die Kommission entscheiden können, weil es sich um rasche Maßnahmen handeln müsste.
Politische Vorsorge
Der deutsche Innenminister trat auch entschieden dafür ein, dass das im eigenen Land geltende Flughafenverfahren - eine beschleunigte Möglichkeit der Behandlung von Asylwerbern - weiter in Europa gelten können soll. "Natürlich wollen wir ein gemeinsames Asylrecht. Aber es gibt steigende Asylzahlen, zwar keine Explosion, doch in den sieben Ländern (die im Vorfeld des Ministerrates zusammengetreten waren, Anm.) ist es eine Zunahme im Durchschnitt von einem Drittel." Daher müsse man die politische Vorsorge treffen müssen.
Angesprochen auf den in Griechenland diskutierten Grenzzaun zur Türkei zeigten sich Mikl-Leitner und Friedrich zurückhaltend. Die Innenministerin sagte, "Zäune und Mauern kennen wir aus der Vergangenheit. Die haben sich nie als ideale Instrumente herausgestellt. Aber es ist die griechische Entscheidung, die ich in keinster Weise beurteilen will". Ihr deutscher Ressortkollege meinte, es sei jede Möglichkeit zu begrüßen, die Grenze zu sichern. Ob der Zaun ein geeignetes politisches Mittel sei, könne er "von hier aus schlecht beurteilen".
Zahl der Asylanträge um 31 Prozent gestiegen
Kritik gab es von Friedrich am Kommissionsplan im Asylbereich, Asylwerbern die Sozialleistungen im jeweiligen Land zu gewähren. "Das ist ein Pullfaktor erster Güte, Österreich sieht das genauso. Das hätte eine Signalwirkung". Auch ein weiterer Punkt sei kritisch zu sehen, nämlich die von der Kommission vorgeschlagene Möglichkeit für Asylwerber am Arbeitsmarkt. "Bei uns gibt es das in den ersten zwölf Monaten nicht."
Mikl-Leitner bekräftigte, dass in Österreich die Zahl der Asylanträge im Vorjahr um 31 Prozent gestiegen sei. Nehme man die ersten Monate 2012 dazu, steige diese Zahl auf 44 Prorzent. Friedrich erklärte, allein in Deutschland sei eine Zunahme im Vorjahr von 41.000 auf 49.000 verzeichnet worden. Ein Punkt sei dabei auch die Lastenverteilung innerhalb Europas. Mikl-Leitner: "Jetzt geht es darum, wie kann man Asylströme lenken und eine Lastenverteilung auf andere Mitgliedstaaten" vornehmen könne. Auch Friedrich erklärte, für die "Verteilung der Lasten sollten rechtzeitig Vorkehrungen getroffen" werden.
Befristete Grenzkontrollen möglich
Die EU-Kommission sieht den Plan von sieben Mitgliedstaaten, unter ihnen Österreich und Deutschland, befristete Grenzkontrollen gegenüber einem Schengenland (Griechenland, Anm.) einzuführen, das seine Sicherheitsaufgaben vernachlässigt, gelassen. Ein Sprecher von EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström verwies am Donnerstag in Brüssel auf einen Vorschlag der Behörde, dass im Fall von dauernder Missachtung der Grenzsicherung die Nachbarländer zeitlich beschränkt wieder Grenzkontrollen einführen können sollen.
Dies sei von den EU-Staats- und Regierungschefs bereits im Juni vergangenen Jahres beschlossen worden. Dieser Vorschlag werde nun bei der EU-Innenministertagung besprochen. Dabei gehe es darum, dass ein Land einerseits permanent seine Sicherheitskontrollen vernachlässige und andererseits alle Möglichkeiten in finanzieller, technischer und personeller Hinsicht ausgeschöpft seien. Dabei gebe es innerhalb der EU-Staaten aber einen unterschiedlichen Zugang, so der Sprecher.
Derzeit gebe es keinen Mechanismus in diesem Bereich. Auf den von griechischer Seite geplanten Grenzzaun zur Türkei angesprochen bekräftigte die Kommission ihre skeptische Haltung. Ein solches Vorhaben werde jedenfalls nicht von der EU gefördert. Woher sich die Griechen, die unter immer größeren Finanznöten leiden, das Geld besorgen wollten, müsste man die Behörden in Athen fragen. (APA)
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D, GB, B, NL, Ö, FR - sämtliche Rechtsaussen-Länder verbünden sich gegen Griechenland und kommandieren die Türkei. Wieso, weshalb, warum; Ich bin mehr als unzufrieden mit dieser geleisteten politischen Arbeit. Ich bitte ggf. einen, den Standard lesenden, EU-Abgeordneten sich eindeutig gegen ein solches Vorgehen auszusprechen. Sämtlicher Spott und Hohn seitens gekaufter und korrumpierter Ar***löcher, denen er oder sie sich bei diesem Vorhaben entgegenstellen muss, kann bei mir abgeladen werden. Dabei gibts einen frischen Holunderbeerensaft, und alles, das der Garten so hergibt, angeboten. Schließlich braucht jede geschlossene Meinung ein offenes Ohr um gehört zu werden.
eine interessante Doku unter dem Titel "mein Athen".
Ein sehr alter Herr führte zu den schönen Plätzen seiner Stadt, u.a. machte er bei einem großen Park halt und erzählte von früher:
".. Hier in diesem Park sind unsere Frauen nachmittags, nach der Siesta, gesessen und haben Kaffee getrunken.
Heute ist das nicht mehr möglich, heute ist der Park voll von Asylanten aus Somalia, Nigeria,Afghanistan usw., aber die sind alle nur auf der "Durchreise" die wollen alle in andere EU-Länder.
Ja, da kann man natrlich keinen Kaffee mehr trinken gehen? Das selbe alte gejammer wie auch hier in Westösterreich, nur sinds hier die Türken. Anstatt Ö3 zu hören sollten Sie auf die Straßen und Plätze hinaus; sich hinsetzen und entscheiden, ob ein ankommender Flüchtling sich zu Ihnen setzen und ersten Kontakt schließen darf. Mit freundlichsten Grüßen, jemand der vielleicht auch bald in IHREM Park rumlungert.
ist falsch und inkorrekt. Ist das absichtlich?
Dem Leser soll suggeriert werden dass NUR Österreich ... schmiedet?
Denn als nächster Satz steht nun wie es tatsächlich ist:
"... Sieben EU-Länder inklusive Österreich und Deutschland machen innerhalb der Europäischen Union Druck auf Griechenland wegen der steigenden Anzahl illegaler Migranten....
Die Krone gilt als reißerisch und wie nennt man das?
das kann man doch nicht machen. Schon mal was von Menschlichkeit gehört ?
So ausländerfeindlich wie jetzt war man in den letzten 70 Jahren nicht mehr.
Man sollte lieber eine saftige Asylsteuer für alle Erwerbstätige einführen um allen Ausländern die in Österreich leben wollen auch eine menschenwürdige Grundsicherung zu gewährleisten.
"Asylwerbern die Sozialleistungen im jeweiligen Land zu gewähren." Gemeint ist mit dieser kryptischen Formulierung, dass die Leistungen für Asylwerber auf das Sozialhilfeniveau der Zielländer angehoben werden soll.
Demnach würden Asylwerber in Bulgarien und Rumänien umgerechnet ca. 30 Euro pro Monat kriegen, plus der medizinschen Versorgung, die Sozialhilfeempfänger in Bulgarien bzw. Rumänien kriegen, in Österreich würden sie 760 Euro Mindestsicherung samt E-Card kriegen, in Luxemburg und Dänemark über 1000 Euro pro Monat.
Was die Kommission da fordert, das ist das komplette Gegenteil eines "gemeinsamen europäischen Asylsystems". Zu einer gerechteren Verteilung der Asylwerber würde das sicher nicht beitragen.
bin gespannt wie man die türkei zu einem "Rückübernahmeabkommen" bewegen will. vor allem wenn Friedrich erklärt "es mangle heute nicht an Rechtssetzungsdefiziten, sondern an Umsetzungsdefiziten." dann gibt es ja keinen echten bedarf für neue rechtsmaßnahmen ....
Auf so einen "sachlichen" Artikel - der Materie von Migration zur Verbesserung der eigenen Situation (schlimm, dass das jemand versucht, oder wie?!) oder als Flucht völlig unangemessen - kommt hier nur Beifall?
Was ist das für ein Publikum, dass überheblich über Lebensschicksale scheinbar höchstpersönlich entscheiden will... da fehlt mir das Verständnis, sorry.
Die abstrakte Sprache, die PolitikerInnen hier wieder verwenden und in politische Forderungen (gegen Griechenland - wie neu!) gießen, dient nur dazu, damit man nicht denkt, es ginge hier um Menschen.
- Darum geht es aber.
Europa sollte sich an seine humanistischen Werte etwas öfter erinnern. Hat nun niemand von Krieg in Syrien, Pakistan, Afghanistan in den Medien gelesen?
Schlimm wenn es auf Kosten anderer geht und die das nicht wollen.
Denen, (den Bürgern der Einwanderungsländer) muß man die gleichen Rechte zuerkennen. Also auch das Recht seine eigene Situation zu verbesser und natürlich auch das Recht seine eigene Situation nicht zu verschlechtern.
es gibt weniger sozialleistungen (genannt integrationsleistung, ist die halbe sozialhilfe) und die karawane zieht nach malmö weiter. mal sehn ob das unter der neuen regierung auch so bleibt, jedenfalls hat sich thorning-schmidt z.b. mit der 24 jahre regelung abgefunden (sonst wär sie auch sofort weg). das nennt man dann realpolitik.
aber ja dänemark will wahrscheinlich noch strengere regeln! wenn man sich das hier durchliest absolut zurecht: http://www.bt.dk/krimi/110... i-glostrup
man kann nur hoffen dass das den österreichern erspart bleibt...
ich kenn die situation in schweden und dänemark sehr gut und bin deshalb überrascht dass die schweden dabei sind, da ja in schweden ein kritischer umgang beim thema einwanderung nicht möglich ist.
aber vielleicht lernt sogar die unbelehrbare frau malmström was dazu...
Ihr deutscher Ressortkollege meinte, es sei jede Möglichkeit zu begrüßen, die Grenze zu sichern. Ob der Zaun ein geeignetes politisches Mittel sei, könne er "von hier aus schlecht beurteilen".
Kritik gab es von Friedrich am Kommissionsplan im Asylbereich, Asylwerbern die Sozialleistungen im jeweiligen Land zu gewähren. "Das ist ein Pullfaktor erster Güte, Österreich sieht das genauso. Das hätte eine Signalwirkung". Auch ein weiterer Punkt sei kritisch zu sehen, nämlich die von der Kommission vorgeschlagene Möglichkeit für Asylwerber am Arbeitsmarkt. "Bei uns gibt es das in den ersten zwölf Monaten nicht."
Das Asylwesen gehört zentralisiert. Die EU-Außengrenzen sollten von EU-Beamten und zwar von Staatsbürgern eines jeweils anderen Landes, kontrolliert werden. Die Asylverfahren sollten zentral abgewickelt werden. Bei negativ entschiedenen Verfahren sollte diese EU-Behörde die Betroffenen rückführen. Die berechtigten Asylwerber wären dann nach einem Schlüssel auf die Mitgliedsstaaten aufzuteilen und müßten von diesen nach vorgegebenen Standards betreut werden. So würde man dem Asytourismus und der Asylindustrie den Wind aus den Segeln nehmen.
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