Schwere Unwetter in Österreich

14. Juni 2003, 11:33
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Sintflutartiger nächtlicher Regen und Hagel in Niederösterreich, Burgenland, Salzburg und Kärnten - zahlreiche Bäume entwurzelt

Eisenstadt - Schwere Gewitter mit heftigen Regenfälle ließen am Freitag die burgenländischen Feuerwehren nahezu im Minutentempo ausrücken:

Mattersburg am stärksten betroffen

Binnen kurzer Zeit wurden durch die Unwetter in mehreren Bezirken zahlreiche Keller überflutet. Bäume stürzten um, Straßen wurden durch Schlamm und abgebrochene Äste unpassierbar. Am stärksten betroffen war der Raum Mattersburg.

"Begonnen hat es um etwa 17.00 Uhr im südlichen Burgenland in der Gegend Oberwart - Rotenturm", schilderte Hauptbrandinspektor Andreas Braunstein, Diensthabender in der Alarmzentrale.

Dann ging alles Schlag auf Schlag: Die Gewitter zogen weiter ins nördliche Burgenland und brachen gegen 17.30 über Mattersburg herein, betroffen waren auch Draßburg, Pöttsching und Walbersdorf.

Gegen 18.00 Uhr erreichten die Niederschläge dann die Region Neusiedl am See, wo ebenfalls Keller unter Wasser standen. In Neudorf bei Parndorf setzte Blitzschlag ein Einfamilienhaus in Brand. Auf der A3 bei Hornstein kam es bei schwerem Regen zu einem Verkehrsunfall mit Verletzten.

Mit weiteren Unwettern wird gerechnet Nach dem Abzug der Gewitter rechnete man aber mit weiteren Unwettern: "Es lauert noch etwas", meinte Braunstein, das sei auf Grund erkennbarer Blitzaktivitäten auf Wetter-Satellitenbildern zu erkennen.

Schäden in Kärnten

Schwere Unwetter sind am Freitagabend über Kärnten niedergegangen. Mehrere Straßen wurden durch Murenabgänge verlegt, Blitze setzten Häuser in Brand, Keller wurden überflutet.

Kärntens Feuerwehren standen am Freitagabend im Dauereinsatz. So waren im Gegendtal (Bezirk Villach Land) und im Bezirk Wolfsberg Straßen auf Grund von Murenabgängen unpassierbar. In Krumpendorf (Bezirk Klagenfurt Land) stürzten mehrere Bäume quer über die Straße.

Im Rosental südlich von Klagenfurt gingen ein Wirtschaftsgebäude und ein Wohnhaus nach Blitzschlägen in Flammen auf. Auch in St. Georgen/Lavanttal (Bezirk Wolfsberg) brannte ein Wohnhaus teilweise nieder. In weiten Teilen des Landes mussten die Feuerwehren auch überflutete Keller auspumpen. Nach Angaben der Exekutive vom Samstag wurde jedoch niemand verletzt, die Höhe des entstandenen Schadens stand vorerst nicht fest.

Sintflutartige Regenfälle in Salzburg

Ein schweres Gewitter ging am Freitagabend in der Pinzgauer Gemeinde Fusch an der Glocknerstraße nieder:

Sintflutartige Regenfälle ließen den Hirzbach - normalerweise ein kleines Gerinne - binnen Minuten zu einem reißenden Bach anschwellen. Geröll, Wurzeln und Schlamm führten im Bereich eines Sägewerkes zu einem Murenabgang.

Die Dorfstraße wurde bis zur Einmündung in die Großglockner-Landesstraße überschwemmt und verlegt. In einigen Häusern drang in die Keller Schlamm und Wasser ein. Es gab keine Verletzte, die Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest. Orakanartiger Niederschlag in Rastenfeld

Sturm und Hagel in Niedösterreich

Im Raum Rastenfeld ging ein Gewitter mir orkanartigem Sturm, Hagel und schwersten Regenfällen nieder. In Rastenfeld und Mottingeramt wurden zahlreiche Bäume entwurzelt, die vorübergehend die Landesstraßen 7054 und 7052 blockierten.

Die L7054 konnte von Feuerwehrkräften und Mitarbeitern der Forstverwaltung "frei geschnitten" werden, wie die NÖ Sicherheitsdirektion berichtete. Die L7052 wurde jedoch derart blockiert, dass sie voraussichtlich bis Montag gesperrt werden muss.

Großraum Gföhl

Auch im Großraum Gföhl ging ein heftiges Hagelgewitter nieder. Dadurch wurden zahlreiche Straßenzüge kurzfristig unpassierbar - wie die L55B durch Gföhl - sowie zahlreiche Nebenstraßen und Begleitwege. Die Feuerwehren und die Straßenmeisterei Gföhl standen am Abend noch im Einsatz, um die durch Eis und Vermurungen verlegten Fahrbahnen freizumachen.

Schwere Schäden in Obstkulturen

Durch die Unwetter wurden auch zahlreiche Waldflächen, Obstbäume und landwirtschaftliche Kulturen schwer in Mitleidenschaft gezogen. Der Sachschaden ist nach Angaben der örtlichen Behörden erheblich und konnte zunächst nicht abgeschätzt werden. Personen sollen nach vorliegenden Berichten nicht zu Schaden gekommen sein. (APA)

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