Baustellen: Tempo, Tempo

13. Juni 2003, 19:48
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Bauzeiten auf Autobahnen sollen um 25 Prozent reduziert werden - Baufirmen sollen dazu verpflichtet werden, Tag und Nacht zu arbeiten

Wien/Linz - Infrastrukturminister Hubert Gorbach (FP) will auf Autobahnen Tempo machen, zumindest was Baustellen betrifft. Bei der Eröffnung eines generalsanierten Abschnittes der Westautobahn bei Mondsee (OÖ) kündigte Gorbach am Freitag Verkürzungen von Bauzeiten um 25 Prozent an. Auch wenn es dadurch "zu einer Erhöhung der Kosten kommt."

Ausschreibungen mit Schnelligkeitshinweis

Firmen sollen schon in den Ausschreibungen aufgefordert werden, die Baustellen nach Möglichkeit schneller abzuwickeln, als dies bisher der Fall ist. Etwa dadurch, dass länger am Tag gearbeitet wird, dass die Arbeiten auch in der Nacht und am Wochenende weitergehen, oder auch dadurch, dass mehr Personal und mehr Maschinen eingesetzt werden. Dies werde naturgemäß die Kosten erhöhen, die "volkswirtschaftliche Gesamtrechnung" werde aber positiv ausfallen, so Gorbach.

Weniger Schadstoffausstoß - weniger Unfallgefahr

Denn durch kürzere Bauzeiten würden die Wartezeiten bei den Baustellen reduziert, ebenso der Schadstoffausstoß und nicht zuletzt auch die Unfallgefahr. Gorbach: "Ich glaube, die Bevölkerung akzeptiert die Mehrkosten, wenn es dadurch zu deutlich kürzeren Bauzeiten kommt".

Höhere Kosten

Franz Lückler, Vorstandsdirektor der Autobahngesellschaft Asfinag, zeigte sich ein wenig überrascht von Gorbachs Ankündigung. Aber wenn man die erhöhten Kosten in Kauf nehme, dann seien Verkürzungen der Bauzeiten durchaus möglich.

Der Dauerpatient Westautobahn soll nach ursprünglichen Plänen im Jahr 2008 fertig saniert sein. Das 1999 gestartete Projekt ist mit 600 Milliarden Euro veranschlagt, allein bei Mondsee flossen 58 Millionen in den neuen Straßenbelag.

Im Vorjahr investierte die Asfinag insgesamt 700 Millionen Euro in den Neubau, rund 120 Millionen gingen in die Instandhaltung von Autobahnen und Schnellstraßen. Für heuer wird ein Investitionsvolumen von einer Milliarde Euro erwartet. Derzeit sind fünf neue Sanierungsprojekte auf der Karawanken Autobahn auf der Pyhrn Autobahn und auf der Tauernautobahn ausgeschrieben.

Asphalt schlägt Blasen Die Hitzewelle macht dem gesamten Straßennetz zu schaffen. Bei Oberflächentemperaturen bis zu 80 Grad Celsius schlagen Asphaltdecken immer wieder Blasen. Mögliche Folge sind gefährliche Schlaglöcher.

Die 20 bis 30 Zentimeter dicken Betonplatten wiederum leiden unter dem Wechsel von Hitze und Niederschlägen. Eine ganze Platte kann schlagartig aus ihrem Platz hochgedrückt werden, der "blow-up" eine mehrere Zentimeter hohe Stufe bilden. Eine sofortige Sperre ist dann nötig. Bis Freitag gab es laut Asfinag zwölf Hitzeeinsätze.

(simo, DER STANDARD Printausgabe 14.6.2003)

Die Bauzeiten auf Österreichs Autobahnen sollen um 25 Prozent reduziert werden. "Auch wenn es dadurch zu einer Erhöhung der Kosten kommt", kündigte FP-Infrastrukturminister Hubert Gorbach an. Baufirmen sollen dazu verpflichtet werden, Tag und Nacht zu arbeiten.
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