Tausende Südkoreaner marschieren auf US-Botschaft in Seoul zu

13. Juni 2003, 18:43
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Handgemenge mit Polizei - Demonstranten fordern Bestrafung zweier US-Soldaten, die Schülerinnen überfuhren

Seoul- Zehntausende Südkoreaner haben am Freitag bei Großkundgebungen im ganzen Land zweier verunglückter Schülerinnen gedacht, die vor einem Jahr von einem US-Militärfahrzeug überfahren wurden. An der größten Veranstaltung auf dem Rathausplatz in Seoul nahmen nach Fernsehberichten mehr als 20.000 Menschen teil. Tausende Polizisten verstellten den Weg, als die Demonstration zur US-Botschaft marschieren wollte. Dabei kam es den Berichten zufolge auch zu Handgemengen. Berichte über Verletzte lagen nicht vor.

Die Demonstranten, von denen ein großer Teil Studenten waren, forderten unter anderem die Bestrafung der beiden US-Soldaten, die das Fahrzeug bei dem Unfall am 13. Juni 2002 gefahren hatten. Die beiden Soldaten wurden nach dem Unglück vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen. Der Unfall und die Freisprüche der Soldaten im November vor einem US-Militärgericht hatten in Südkorea eine Welle anti-amerikanischer Proteste ausgelöst. Die US-Regierung und das Militär hatten sich mehrmals für den Unfalltod der beiden 13-jährigen Mädchen entschuldigt.

Auch in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang nahmen am Freitag nach nordkoreanischen Rundfunkberichten Schüler von Mittel- und Oberschulen sowie Studenten an einer Gedenkveranstaltung für die beiden verunglückten südkoreanischen Mädchen teil. Die Zahl der Teilnehmer wurde nicht genannt. (APA/dpa)

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    Tausende Polizisten verstellten den Weg, als die Demonstration zur US-Botschaft marschieren wollte

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