Ivica Vastic wurde doch noch Austrianer

16. Juni 2003, 10:23
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Der Ex-Sturm-Star einigt sich mit dem Meister und dessen Boss Frank Stronach auf einen Vertrag über ein Jahr mit Option auf Verlängerung

Wien - Das "Sturm-Denkmal" vergangener Tage und Jahre ist seit dem 13. Juni 2003 ein Austrianer. Der Transfer von Ivica Vastic zum neuen österreichischen Fußball-Meister ist seit Freitag perfekt. Mäzen Frank Stronach gab grünes Licht für den noch von Ex-Sportdirektor Peter Svetits abgeschlossenen Einjahres-(Vor)Vertrag mit Option für ein weiteres Jahr.

Großes Ziel Champions League

Der 40fache ÖFB-Internationale, der am 29. September seinen 34. Geburtstag feiert, kommt nach seinem einjährigen Gastspiel beim japanischen Klub Nagoya Grampus Eight ablösefrei nach Wien zum 22fachen Meister, dessen großes Ziel für die kommende Saison die Qualifikation für die Champions League ist.

Beim ersten Training dabei

Am Montag (16.6.) wird Vastic im Wiener Raum medizinisch untersucht und den Medien als neuer Violetter vorgestellt, am 23. Juni wird er das Training unter Joachim Löw aufnehmen. Der gebürtige Kroate aus Split hatte sich vor allem in den acht Jahren beim SK Sturm Graz (zwei Meistertitel und drei Cupsiege, drei Mal Champions League - davon einmal in der Zwischenrunde) einen großen Namen gemacht. Als Spielmacher, Torjäger, Kapitän und Publikumsliebling in Graz und zumindest Umgebung.

Viertbester Bundesliga-Torschütze

Vorher hatte er für Adria Chem, NK Split, Vienna (6 Tore plus zwei im Mittleren Playoff), VSE St. Pölten (18), Admira/Wacker (7) gespielt und getroffen. Für den SK Sturm erzielte Vastic in 250 Meisterschaftsspielen insgesamt 124 Tore, mit 155 Treffern (die im Mittleren Play off nicht berechnet) liegt er in der ewigen Bundesliga-Schützenliste hinter Hans Krankl (269), Peter Pacult (186) und Alfred Drabits (156) auf Rang vier.

Zweimal Torschützenkönig

1996 (20 Tore) und 2000 (32) holte er sich den Schützentitel. In Japan schaffte Ivo 13 Tore, in der Nationalmannschaft (letzter Auftritt beim 2:0 in Wien gegen Moldawien, dann war ihm die Anreise zu anstrengend) scorte er elf Mal. Davon einmal bei der WM-Endrunde 1998 in Frankreich beim 1:1 gegen Chile in St. Etienne.

Herz gegen Geld

"Gott sei Dank. Er hat sein Sturm-Herz gegen Geld eingetauscht. Magna kann einfach mehr zahlen als Hannes Kartnig", lautete der erste Kommentar des Sturm-Präsidenten, dessen früherer Erfolgstrainer Ivan "Ivica" Osim schon bei der Übersiedlung des Kapitäns nach Japan gemeint hatte: "Ivo ist nicht zu ersetzen." Nachzulesen ist in der Tabelle.

Die sportliche Herausforderung

Vastic seinerseits will nicht das Geld als Hauptpunkt seines Wechsels nach Wien wissen. "Es ist in erster Linie die sportliche Herausforderung", betonte er und hofft u.a. auf die Champions League, die er ja mehrfach kennen gelernt hatte. Wenn es ihm immer ums Geld gegangen wäre, dann hätte er Sturm schon viel früher als 2002 verlassen können, sagt er heute.

"Vastic wird uns weiter bringen"

Austria-Vizepräsident und Magna (Stronach)-Sprachrohr Andreas Rudas ist überzeugt, dass "uns Vastic weiter bringen wird". Zu möglichen Fan-Protesten: "Eine gewisse Spepsis wird vorhanden sein. Die Austria-Anhänger sind aber Fußball begeistert. Und wenn Ivo an seine vergangenen Leistungen anschließt, dann werden die Fans viel Freude mit ihm haben." (APA)

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    Künftig wird am Verteilerkreis an der Flasche genuckelt.

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