Website "Smoking Gun" macht Jagd auf Reality-TV-Stars in den USA

13. Juni 2003, 16:05
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Auf Aufdeckung von Peinlichkeiten aus der Vergangenheit spezialisiert

Peinliche Geheimnisse in der Vergangenheit von Reality-TV-Stars aufzuspüren ist ungefähr so schwierig wie in Hollywood nach Spuren von Schönheitsoperationen zu fahnden. Eine Website hat im Internet dennoch die Jagd auf die Stars der einschlägigen Fernseh-Shows eröffnet. Die Seite mit dem Titel "The Smoking Gun" ist darauf spezialisiert, im Leben der neuesten TV-Darsteller nach Festnahmen wegen Trunkenheit am Steuer, Jobs in Pornoproduktionen oder ähnlichen Ereignissen zu suchen, derer sich die Akteure nicht gerade rühmen dürften.

Ansage

"Ich weiß nicht, wie viele Menschen in diesem Land wegen Drogenmissbrauchs am Steuer verhaftet werden", sagte der Herausgeber der Seite, William Bastone, "aber ein hoher Prozentsatz an Reality TV-Teilnehmern scheint darunter zu sein".

Peinlichkeiten

Während viele der peinlichen Funde kaum mehr als harmlose Unterhaltung bieten, hat die Website doch bereits den Ablauf einiger amerikanischer TV-Shows verändert und Sender in Verlegenheit gebracht. Die erste Sensation gelang mit der Show "Wer will einen Multimillionär heiraten?" des TV-Riesen Fox. Die Web-Detektive deckten auf, dass der Protagonist der Sendung bereits eine gerichtliche Vorgeschichte besaß und von seiner früheren Verlobten beschuldigt wurde, sie geschlagen und mit dem Tode bedroht zu haben. Der Sender stellte daraufhin Pläne ein, die Show erneut zu starten und versprach mehr Vorsicht bei Reality-TV-Angeboten.

Publicity

"The Smoking Gun" hatte mit der Geschichte einen Nerv getroffen: Besucher stürmten die Website, die in diesem Sommer selbst ins Fernsehgeschäft einsteigt. Bastone glaubt, dass sich die Faszination des Publikums für die kleinen Sünden der Reality-Darsteller aus dem Wunsch herleitet, diesen vertraut zu werden. "Die Shows geben nur eine gereinigte Version dieser Leute ab", sagt der Gründer der Website, nach eigenen Angaben selbst kein Freund der Reality-Spielart des Fernsehens. Gemeinsam mit Kollegen fand er Show-Teilnehmer, die Darsteller in Fetisch-Filmen waren oder als Marihuana-Konsumenten geoutet wurden und bereits Erfahrungen mit Gerichtsvorladungen oder geschäftlichen Konkursen gesammelt hatten.

Keine Abschreckung

Die Reaktionen der großen Sendergruppen sind gespalten. "Es ist nicht die Art von Werbung, die wir suchen", sagt Chris Ender, Werbechef bei CBS. Andererseits bringen die Enthüllungen der Website auch die Show ins Gespräch. Dass potenzielle Showteilnehmer aus Angst vor den eigenen Leichen im Keller zurückweichen könnten, hält Bastone jedoch nicht für wahrscheinlich. "Dafür ist der Durst nach Rampenlicht und Berühmtheit zu groß." (APA)

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