Afrikas Reformprogramm auf Kurs

13. Juni 2003, 15:35
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Wirtschaft soll NEPAD stützen - Weitere Schuldenerlässe und Förderung von Industrieländern erhofft

Durban - Zum Abschluss des Afrika-Wirtschaftsforums in Durban (Südafrika) haben die Delegierten die Geschäftswelt zur Unterstützung ihres ehrgeizigen Reformprogramms für den Kontinent aufgerufen. Zugleich warnten sie vor allzu großen Erwartungen beim Zeitplan für die Umsetzung der Neuen Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD).

"Es dauert nach Erkenntnissen der Weltbank 10 Jahre, um nach der Umsetzung tief greifender Strukturreformen ausländisches Kapital anzulocken", erklärte der Südafrikaner Patrice Motsepe, der bei dem Treffen einer der Vorsitzenden war. Auch der Präsident des Afrika-Vereins in Hamburg, Hans Meier-Ewert, beurteilte das Forum positiv: "Die Standards sind gesetzt, nun geht es an die Verankerung". Ermutigend sei das afrikanische Bestreben, sich auf die eigenen Kräfte zu besinnen.

Evaluierungssystem positiv aufgenommen

Insbesondere das gegenseitige Evaluierungssystem, das im Rahmen der NEPAD zunächst 15 Staaten auf ihre Fortschritte überprüfen soll, wurde allgemein positiv aufgenommen. "Die Frage ist, ob Afrika Vertrauen in sich selbst hat, und dabei gibt es ermutigende Anzeichen", sagte Frederic Sicre vom organisierenden World Economic Forum (WEF). Bei NEPAD werde es Stars und außen vor Gebliebene geben.

Mit dem 2001 ins Leben gerufenen Programm soll die politische, ökonomische und soziale Rückständigkeit des Kontinents überwunden werden. Es sieht unter anderem die Einhaltung der Menschenrechte, Stärkung von Demokratie und Zivilgesellschaft, die Wiederherstellung einer funktionierenden Wirtschaft und Transparenz auf den Finanzmärkten vor. Von den Industrieländern erhoffen die Afrikaner dabei weitere Schuldenerlässe und Förderung. Das dreitägige Spitzentreffen in Durban hatte am Mittwoch begonnen und rund 600 Delegierte aus Politik, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft zusammengebracht.(APA/dpa)

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