China: Ranghohe Offiziere nach U-Boot-Unglück bestraft

13. Juni 2003, 15:28
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Wegen "unangemessener Kommandoführung und Manipulation" müssten sie ihre Posten räumen

Peking/Hongkong - Die Volksrepublik China hat zehn hohe Offiziere wegen eines U-Boot-Unglücks bestraft, bei dem vor sechs Wochen alle 70 Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen sind. Nachdem am Vortag bereits die Marineführung ausgewechselt worden war, wurden am Freitag außerdem der Kommandant und der Politkommissar der Nordflotte abgesetzt. Wegen "unangemessener Kommandoführung und Manipulation" müssten Kommandant Ding Yiping, der auch Vizebefehlshaber der Militärregion Jinan ist, sowie Politkommissar Chen Xianfeng ihre Posten räumen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Die Hongkonger Zeitung "Wen Weipo" berichtete, Ding Yiping werde durch Zhang Zhannan, einst Leiter des Trainingsprogrammes der Volksbefreiungsarmee, ersetzt. Die mächtige Zentrale Militärkommission unter Vorsitz des früheren Staats- und Parteichefs Jiang Zemin habe auch acht andere Offiziere abgesetzt und degradiert. Die Bestrafung folgte einen Tag auf die Auswechselung des kommandierenden Admirals der Marine, Shi Yunsheng, der durch den Vizekommandanten, Vizeadmiral Zhang Dingfa ersetzt wurde. Auch Politkommissar Yang Huaiqing hatte sein Amt aufgeben müssen. Für ihn war der stellvertretende Politkommissar, Vizeadmiral Hu Yanlin, aufgerückt.

Beide Admiräle waren vom früheren Staats- und Parteichef Jiang Zemin, der heute weiter als "starker Mann" die Militärkommission leitet, ernannt worden. Bei ihrer Auswechselung war das U-Boot-Unglück nicht erwähnt worden, doch sahen Beobachter einen Zusammenhang. Die 70 Besatzungsmitglieder waren offenbar erstickt. Offiziell war von technischen Problemen die Rede. (APA/dpa)

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