Sterlets in der Donau ausgesetzt

14. Juni 2003, 19:00
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Ziel: Die Neubelebung des beinahe ausgestorbenen Bestandes

Wien - 2.500 Exemplare der kleinsten Störart, des Sterlets, wurden am Freitag an acht Stellen in die Wiener Donau ausgesetzt. Von dem Projekt erhofft sich der Initiator, der Wiener Fischerei-Ausschuss (WFA), eine Neubelebung des beinahe ausgestorbenen Bestandes. Bis 2005 soll deshalb die Aktion fortgesetzt werden.

Der Sterlet ist als einzige der Störarten noch im österreichischen Donauraum heimisch - wenn auch nur mehr einzelne Vertreter dieser Art gesichtet werden. "Seit mehreren Jahrzehnten ist allerdings auch dieser Bestand akut gefährdet", so Konrad Eder, Vorsitzender des WFA. Aus diesem Grunde hat sich seine Organisation für die Aussetzung der Fischbrut entschieden.

Gute Chancen ausgerechnet

Diese wird in Deutschland gezüchtet und im Alter zwischen zwei und vier Jahren nach Wien geliefert. Die Gesamtkosten für einen Fisch belaufen sich dabei auf etwa acht Euro. Da die größten Exemplare schon stolze 45 Zentimeter messen und somit kaum noch Fressfeinde haben, rechnet sich Herwig Waidbacher von der Universität für Bodenkultur gute Chance für eine Stabilisierung des Bestandes aus. "Allerdings werden die ersten Exemplare frühestens nächstes Jahr geschlechtsreif", so der Wissenschafter.

Der Sterlet wird bis zu 1,20 Meter lang und zehn Kilogramm schwer und ist damit die kleinste der 26 Störarten. Dennoch hat ein ausgewachsenes Exemplar in unseren Breiten keine Fressfeinde mehr zu fürchten. "Mit Knochenplatten am Rumpf schützt sich der Fisch zusätzlich", so Eder. Die Gründe für das Beinahe-Aussterben des eleganten Schwimmers liegen deshalb vermutlich an zahlreichen wasserbaulichen Maßnahmen und dem Bau von Kraftwerken.

Verlorenes Wissen

In den gut 25 Lebensjahren kann ein Weibchen bis zu 50.000 Eier jährlich im Tiefenwasser legen. Dies ist auch der Grund, weshalb man heute kaum gesicherte Informationen über den tatsächlichen Bestand hat. "Durch das Ende der Berufsfischerei ging auch das Wissen über die versteckten Laichplätze der Fische verloren", so Waidbacher. (APA)

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