Das Krügerl für den guten Zweck

5. August 2003, 21:41
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Hilfsaktion für Ute Bocks Flüchtlingsprojekt gestartet: Szene-Lokale geben 10 Cent pro Bier

Wien - Bier verschafft derzeit nicht nur Abkühlung, sondern auch das gute Gefühl, etwas für in unserer Gesellschaft Benachteiligte zu tun: Unter dem Motto "Weil die Behörden nichts tun, müssen wir Bier trinken" läuft eine Rettungsaktion für die Flüchtlingswohnprojekte der Wiener Sozial-Legende Ute Bock.

Rund fünfzig österreichweite Szenelokale (Hier die Liste) geben in den nächsten drei Monaten zehn Cent pro verkauftem Bier für die 28 Flüchtlinswohnungen, in denen Ute Bock auf Eigeninitiative über 100 Flüchtlinge betreut - die Kosten von 10.000 Euro pro Monat konnte die engagierte Frau bisher aus ihren Ersparnissen decken. Die Aktion wird von zahlreichen KünstlerInnen, SchauspielerInnen und Prominenten unterstützt - von Elfriede Jelinek bis zu Andreas Vitasek.

Engagement auf eigene Kosten

Ute Bock, pensionierte Erzieherin und ehemalige Leiterin des Gesellenheims Zohmanngasse, betreut bereits seit den frühen Neunziger Jahren Flüchtlinge, seit ihrer Pensionierung im Jahr 2000 auf eigene Faust. "Für mich müsste jeder Mensch dieselben Möglichkeiten und Chancen haben. Ich glaube nicht, dass es klug ist, eine Gruppe von Unzufriedenen und Benachteiligten zu schaffen", erklärt sie ihr Engagement, für das unter anderem mit dem UNHCR-Flüchtlings-Preis, dem Dr.Bruno-Kreisky-Preis für Menschenrechte, dem Dr.Karl-Renner-Preis und der Friedrich-Torberg-Medaille ausgezeichnet wurde. Doch jetzt sind ihre Ersparnisse zu Ende: "Früher hab' ich den Leuten Fahrscheine gekauft, heute überleg' ich mir, ob ich mir zu Mittag eine Wurstsemmel leisten soll oder nicht", sagt Ute Bock über ihre momentane Situation. Die Aktion "Bock auf Bier" soll kurzfristig und unbürokratisch ihre Schulden begleichen und die laufenden Kosten von 10.000 Euro pro Monat unterstützen.

Rechtlos auf der Straße

In Österreich werden aufgrund einer Verordnung des Innenministeriums aus dem Vorjahr laufend Flüchtlinge ohne Einzelfallprüfung aus der staatlichen Bundesbetreuung entlassen - oder gar nicht erst aufgenommen, weil sie keine Dokumente haben oder aus dem "falschen" Land kommen. Im März 2003 waren die Anträge auf Asyl von 32.000 Flüchtlingen noch unentschieden. Nur 6500 von ihnen wurde Unterkunft, Krankenversicherung und Verpflegung im Rahmen der Bundesbetreuung gewährt. Die anderen stehen auf der Straße, ohne das Recht zu arbeiten und ohne jegliche Existenzsicherung, angewiesen auf soziale Einrichtungen oder Menschen wie Ute Bock. (red)

Link
www.utebock.at

Termin
Fr, 13.6.
18-20 Uhr
Eröffnungsfest
Museumsquartier
  • Ute Bock kann nicht mehr alleine: mit Biergenuss in ausgewählten Lokalen kann ihr geholfen werden
    foto: www.utebock.at

    Ute Bock kann nicht mehr alleine: mit Biergenuss in ausgewählten Lokalen kann ihr geholfen werden

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