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Wien - Die Wiener Linien haben 120 neue Kleinkraftwerke in Betrieb genommen: Sie haben rund zehn Millionen Euro gekostet und produzieren jedes Jahr an die 9000 Megawattstunden Strom - das ist in etwa der Strombedarf von 2200 Haushalten. Sofern diese Haushalte eher großzügig mit ihrem Stromverbrauch umgehen.
Das Besondere an diesen neuen Wiener-Linien-Kraftwerken: Sie sind bis auf ein paar Stunden in der Nacht ständig in den Straßen Wiens unterwegs. Und sie produziert immer dann Strom - wenn gerade eine Straßenbahn bremst.
Alte Garnituren nachgerüstet
Bisher hatte lediglich die neue Niederflurgarnitur Ulf jene Technik eingebaut, mit der die Bremsenergie in Strom umgewandelt und wieder in das Netz eingespeist werden kann. Jetzt haben die Wiener Linien gemeinsam mit Bombardier allerdings auch 120 der alten Garnituren der Serie E2 mit neuer Elektronik ausgerüstet und sogenannte " Chopper-Steuerungen" eingebaut. Damit können nun 25 bis 30 Prozent der beim Bremsen erzeugten Energie als Strom in das Oberleitungsnetz rückgespeist werden.
Die Serie E2, das sind jene mittelalten Straßenbahngarnituren, bei denen die untersten Stufen, auch "Schwenkstufen" genannt, in der Station ausfahren. Und diese E2 werden noch eine ganze Weile in der Bundeshauptstadt unterwegs sein, wie seitens der Wiener Linien versichert wird. Denn derzeit ist bei der Modernisierung der Bim-Flotte sozusagen Ulf-Halbzeit: Insgesamt sind rund 500 Straßenbahngarnituren in Wien im Einsatz - und davon sind 250 "ultra low floor", also Niedrigstflurstraßenbahnen, wie sie die Wiener Linien genannt haben. Im Schnitt ist also jede zweite Bim derzeit "tiefergelegt" - aber nur in der Theorie, weil manche Linien früher mit den neuen Bims bestückt wurden - je nach Umbau und Ulf-Ertüchtigung der Remisen. Und jedes Jahr werden 20 neue Ulfs ausgeliefert. Und im Gegenzug werden alte Garnituren ausgemustert - aber vor allem jene ganz alten Garnituren der Serie E1 - das sind jene mit den gerippten Holzböden drinnen. Diese Serie war bis 1976 produziert - und dann ab 1978 durch die ersten ausgelieferten E2-Garnituren ersetzt worden.
"Investition rentabel"
2009 war die E2-Serie übrigens schon einmal modernisiert worden - indem die Anzeigebänder durch LED-Anzeigen ersetzt wurden. Die jüngste Investition von immerhin zehn Millionen Euro rentiere sich auf jeden Fall noch, wird seitens der Wiener Linien betont: Denn auch wenn sämtliche E1-Garnituren ausgemustert sind und der " Grundtakt" des Straßenbahnbetriebes mit Ulfs abgewickelt wird, sollen die verbleibenden 120 E2-Garnituren immer noch zu Spitzenzeiten als Verstärkung eingesetzt werden. Und das neue "Bremskraftwerk" kommt auch der Klimabilanz zugute: Mit den rund 9000 Megawattstunden rückgespeistem Strom werden auch 4900 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. (frei, DER STANDARD, Printausgabe 8.3.2012)
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Ich frag mich immer noch wer auf die glorreiche Idee gekommen ist in den ULF gleich gegenüber der Tür Doppelsitze zu montieren. Dort gehört ein Auffangraum hin, mit Lehnpolstern oder Klappsitzen; dann würden leicht zwei Kinderwagen reinpassen ohne dass - wie derzeit - die Tür blockiert ist.
Ja, die Portale nehmen halt viel Platz weg; in anderen Niederflur-Bahnen sind die Fahrwerke unter eigenen Wagenkastensegmenten untergebracht und es gibt darüber wenigstens ein paar Sitze.
Trotzdem - auch wenn es Sitzplätze kostet - wäre auch beim ULF ein Auffangraum mit Klappsitzen gegenüber der Tür angebracht. In Schwachlastzeiten hat man dann immer noch Sitzplätze und zur HVZ passen mehr Leute rein und Kinderwagen/Rollstühle stehen niemandem im Weg.
Gestern gab es in "nano" einen Beitrag zu Schwungrädern als Energiespeicher, das passt hier ganz gut herein:
http://www.3sat.de/mediathek... thek/29799
Ist natürlich wieder mal ein ziemlicher Jubel-Beitrag zu "Alte Technik neu entdeckt" und lässt die Nachteile und Probleme der Technik unter den Tisch fallen.
Nichtsdestotrotz interessant.
blieben ruckelnd stehen - diesel war aus - anfahren mit feder-schwungrad und ruckel-ruckel diesel eingekuppelt und gestartet
wurden in den neunzigern wärend einer scheinensanierung aus dem "museum" geholt
Im nano war ein reiner Gyrobus zu sehen, kein Diesel-Hybrid. Die hatten etwa 6 km Reichweite mit einer "Aufladung" und wurden bei jeder Haltstelle kurz aufgeladen.
Habe inzwischen ein bißchen was dazu gelesen. Heute erreicht man mit CFK statt Stahl viel höhere Umdrehungsgeschwindigkeiten und damit viel höhere Energiedichten. Derzeit ist von 50 Wh/kg die Rede, damit ist man schon in der Größenordnung von Akkumulatoren (Li-Ionen: ca. 100 Wh/kg).
Erstaunlich!
Ein PKW mit reinem Gyroantrieb wäre demnach ohne weiteres technisch machbar. Aufgrund der Selbstentladung innerhalb von Stunden zwar nicht einmal mit Batterieautos konkurrenzfähig. Aber trotzdem zumindest eine reizvolle Vorstellung.
die, weiß Gott warum, heute nicht mehr eingesetzt werden. So war es bis zum E1 möglich, die Abwärme der Fahr- und Bremswiderstände im Winter als Wagenheizung zu nutzen (Heizschächte neben den Sitzen). Heute verwendet man zum Beheizen den Strom aus der Leitung, und die Wägen bleiben dennoch saukalt, weil 2 kleine Heizgebläse einfach nicht ausreichen, um den ganzen Wagen zu wärmen.
Ich wäre auch nicht glücklich, wenn im Sommer zwangsgeheizt würde. Da finde ich es schon sinnvoller, wenn die Möglichkeit besteht, die Energie ins Netz zurückzuspeisen und sie nur bei Bedarf zum Heizen zu verwenden. Das hat dann auch gar nichts damit zu tun, ob die Heizung insgesamt richtig dimensioniert ist.
Wiegt der nicht etwa 12 Tonnen? Verbrauchstechnisch müsste dies doch enorme Einsparmöglichkeiten ergeben, wenn diese 12t nicht nach jedem Halt wieder beschleunigt werden müssten. Warum passiert dies eigentlich nicht - wenn ich diese Frage an die hier zweifelsfrei schreibenden Experten richten darf? Dank im Voraus!
Grundsätzlich stimmt das und es wurde bis vor ein paar Jahren auch so gemacht (am 40er am Wochenende sogar noch bis vor ein paar Wochen), aber man hat das Verschubpersonal an den (meisten) Bahnhöfen eingespart und darum kann man inzwischen nicht mehr so einfach ab- und ankuppeln.
Und da kommen diese Antriebe zum Zug, wie im Artikel erklärt.
Nebenbei braucht man für den Antrieb für Schienenfahrzeuge pro Tonne weniger Leistung als beim Autobus. Die Reibungsverluste betragen zwischen einem Fünftel und der Hälfte verglichen zum Autobus. Ich schätze mal dass da ein Leistungsaufwand von 1,5 - 2kW nötig ist um die Strassenbahn mit 50km/h zu bewegen.
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