Zementwerk in Liesing weicht Wohnbau

7. März 2012, 18:42
  • Bis 1996 war die Zementfabrik von Lafarge Perlmooser in Rodaun in Betrieb, nun entstehen auf dem Areal 450 Wohnungen.
    foto: standard/newald

    Bis 1996 war die Zementfabrik von Lafarge Perlmooser in Rodaun in Betrieb, nun entstehen auf dem Areal 450 Wohnungen.

Abriss startet Mitte 2012 - Bis 2015 sollen 450 Wohnungen entstehen

Wien - In den Fensterrahmen stecken noch kleine Glaszacken. Die Wände sind mit bunten Grafitti besprüht. "Gier", hat jemand auf eine rostige Stahltür gesprayt. Seit 16 Jahren steht die frühere Zementfabrik von Lafarge Perlmooser an der Kaltenleutgebener Straße in Liesing leer. Auf den Hängen rund um die wuchtigen grauen Gebäude aus 1896 haben sich seltene Salamanderarten eingenistet. Die Tiere sollen bald umgesiedelt werden, denn Mitte 2012 rollen hier die Bagger an.

Die Waldmühle Rodaun GmbH errichtet dort - wie berichtet - 450 Wohnungen. Gesamtkosten: 95 Millionen Euro. Großteils sollen Einheiten mit je drei bis vier Zimmern entstehen, wie die Geschäftsführer der GmbH, Gerald Parzer und Norbert Wieczorek, am Mittwoch bei einem Hintergrundgespräch verrieten. Auch eine Garage mit rund 600 Stellplätzen ist vorgesehen. Ende 2015 sollen die Häuser auf dem 128.000 Quadratmeter großen Areal, von dem ein Achtel verbaut wird, fertig sein.

Problempunkt Verkehr

Die durch das Projekt befürchtete Verkehrszunahme sorgt für einigen Unmut. Seit Jahren staut es sich zur Hauptverkehrszeit auf der Kaltenleutgebener Straße. Die Ideen zur Lösung des Problems reichen von einer Nutzung der Kaltenleutgebener Bahn für Personenverkehr bis zu einer Busspur auf der Zugtrasse - eine Lösung, die auch die Bezirksvertretung Liesing forciert.

Geplant ist bisher aber nur der Umbau von vier Kreuzungen. Daran beteiligen sich auch die Bauherren finanziell, mehr Geld werde von ihnen aber nicht in Verkehrslösungen fließen, sagte Parzer am Mittwoch: "Wir sind gemeinnützig, sämtliche Kosten schlagen sich in der Miete nieder." Man bringe sich gerne ein, aber im Grunde sei der Verkehr Aufgabe der Stadt, man bewege sich mit 450 Wohnungen sowieso schon an der Grenze der Wirtschaftlichkeit. Hintergrund: Gemäß des beschlossenen Widmungsplans hätten auch 700 Einheiten Platz.

Das Baukonsortium aus vier gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften wirbt damit, leistbaren Wohnraum zu schaffen - die Miete soll bei einem Baukostenbeitrag von 150 Euro/m2 bei 6,10 Euro/m2 liegen. Das Projekt ist Teil der Wiener Wohnbauinitiative, in deren Rahmen die Stadt günstige Darlehen vergab - in diesem Fall in Höhe von 30 Millionen Euro. Bevor gebaut werden kann, muss erst die alte Fabrik verschwinden: Rund 200.000 Tonnen Schutt. Ein Großteil des Materials soll vor Ort aufbereitet und dort wiederverwendet werden, etwa für den Wegebau. Mit rund 10.000 Lkw-Fahrten sei dann noch zu rechnen, sagt Parzer. Hinzu kommt, dass ein Teil des Erdreichs abgetragen und zu Deponien transportiert werden muss. Wie viele Lastwagenfuhren dabei anfallen, sei noch unklar. (Gudrun Springer, DER STANDARD, Printausgabe 8.3.2012)

Weitere Bilder:

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so was von schade

hier die letzten Bilder von der Zementfabrik!

http://500px.com/search?ut... ment+plant

meine geliebte bude, warum nehmt ihr mir die weg..?

Bitte helfen !!

http://www.petitiononline.at/petition/... nfarkt/230

Rund um das pikante Thema des zukünftigen Verkehrs hat sich eine Bürgerinitiative formiert, die das vorliegende Verkehrskonzept verbessern will!

Bitte helft mit und unterschreibt, auch wenn ihr gar nicht von dort kommt!

Über 200.000 EUR Errichtungskosten pro Wohnung?

Wie rechnet sich das denn?
Fabelpreise kann man dort keine verlangen, weil erstens ist das ein finsteres, enges Loch und zweitens gibt es nicht einmal annähernd so etwas wie eine Anbindung an das Wiener Öffi-Netz.

Verbrecher

Wurm, Faymann, Ludwig!

Zuerst wegen der Verkehrsprobleme eine Verkleinerung zusagen, dann schauen und feststellen, dass die Verkehrsprobleme eh zu 80% Perchtoldsdorf treffen (bei Verkehr von Wien nach Wien) und daher ist der Verkehr eh wurscht.

lg
Dimple

" . . . dass die Verkehrsprobleme eh zu 80% Perchtoldsdorf treffen (bei Verkehr von Wien nach Wien)"

Meinen Sie, die Perchtoldsdorfer sind stärker verkehrsbelastet, weil sie nicht schnell genug durch Liesing rauschen können, oder wie ist Ihr Statement zu verstehen?

Ich denke, es fahren eher mehr Perchtoldsdorfer ua. nö. Pendler nach Wien als umgekehrt. Wenn also ein Bezirk vom Durchzugsverkehr stark belastet ist, dann ist es ganz sicher der Randbezirk Liesing!

Die Politiker von Wien UND NÖ. sollten sich endlich an einen Tisch setzen und Verkehrskonzepte NACH REGIONEN ausarbeiten und nicht nur in Bundesländer-Grenzen denken!

Immer wieder

das Florianiprinzip!

reichen ncht die seestasdt aspern, das neue gthetto am hauptbahnhof, praterstern, meiselmarkt etcetc???

muß die gemeine wirklich ALLES zubetonieren mit billigen sardinenbüchsenwohnungen???
und dabei (natürlich, anders wärs viel zu teuer) die anbindung an die stadt den "individuellen interessen" überlassen???

Wenn man Medienberichten Glauben schenken darf

auf einem in der Nazizeit (Stichwort "Groß Wien") der Marktgemeinde Perchtoldsdorf entzogenen Grundstück, welches nach der administrativen Rückkehr von Perchtoldsdorf und anderen Gemeinden zu Niederösterreich von der GEMEINDE WIEN zurückgegeben, sondern weiterverkauft wurde.

Und? Was stimmt daran nicht?

Wie meinen Sie diese Frage?

Soweit mir bekannt trifft dies zu (die entschädigungslose Enteignung und Nichtrückstellung). Das ist eine Schweinerei, nur daß diesmal kein Arisierungstatbestand gegeben ist.

Der Schafberg ist ein gutes Beispiel wie die Gemeinde Wien mit arisiertem Gut umgeht (Stichwort Schafberg Popper Scholz).

ich verstehe das problem jetzt nicht. was hat dieser vorgang mit enteignung zu tun? es wurde doch niemand enteignet, nur weil die gemeindegrenzen anders gelegt wurden. ob ein grundstück in wien, kaltenleutgeben oder perchtoldsdorf liegt, ändert ja nichts an den eigentumsverhältnissen. gemeinden sind staatliche untergliederungen. welche gemeide grundeigentümer ist, ist egal. es bleibt immer im staatsbesitz.

Das mit dem Staatsbesitz kann jedoch nur

im übertragenen Sinne gesehen werden. Aber der eingetragene Grundeigentümer (kann eben auch eine Gemeinde sein) kann entscheiden, was mit dem Grundstück geschieht. Klingelt´s?

hast du eine quellenangabe für diese geschichte?

Danke für den Link. Wobei für mich die Geschichte nicht so ganz eindeutig ist.
Die Gemeinde Perchtoldsdorf hat 1907 das Grundstück für die Wasserversorgung von der Gemeinde Rodaun gekauft. Damit stand es im Besitz der Gemeinde Perchtoldsdorf, aber nach wie vor auf Grund der Gemeinde Rodaun.
1938 wurden beide Gemeinden Perchtoldsdorf und Rodaun aufgelöst und die Gebiete an die Gemeinde Wien zugeschlagen. Damit war die Gemeinde Wien Besitzerin des Grundstücks und es lag auch auf ihrem Gemeindegrund.
1954 wurde Perchtolsdorf wieder eine eigenständige Gemeinde, Rodaun blieb aber bis heute bei Wien. Daraus lässt sich jetzt aber nicht automatisch ein Rechtsanspruch der neu gegründeten Gemeinde Perchtoldsdorf auf diese Wiener Grundstücke ableiten.

man muss unterscheiden zwischen grundeigentümer eines grundstücks und der gemeinde, in welcher das grundstück liegt. die gemeinde perchtoldsdorf kann natürlich auch ein grundstück in wien besitzen.
ich kenne den fall nicht. aber wenn ihr das damals ohne entschädigung das eigentum entzogen wurde, ist es ungerecht. da geb ich dir recht.

Darum geht in es in diesem Fall nicht

Es geht darum, daß die MG Perchtoldsdorf 1905 (!) ein Grundstück in einer anderen Gemeinde gekauft hat, um den Quellschutz der Wasserversorgung von Perchtoldsdorf zu gewährleisten.

Dieses Grundstück wurde von der Gemeinde Wien eben nicht in den Besitz Perchtoldsdorfs rückübertragen sondern verkauft und darauf das Werk errichtet und somit hat die Gemeinde Wien vom in der Nazizeit begangenen Unrecht profitiert.

Sollte natürlich heißen

von der GEMEINDE WIEN NICHT zurückgegeben

Geht's noch?

Eine Busverbindung auf der Bahntrasse? Wenn schon Schienen liegen, hat darauf eine (Straßen-) Bahn zu fahren!

Oder macht es wirklich Sinn, um teures Steuergeld zuerst die Trasse umzubauen, um in ein paar Jahren draufzukommen, dass uns das Erdöl ausgegangen ist und das Ganze wieder zur Bahn zu machen?

Herr, lass es Hirn regnen!

Ich bin ja sehr für Bahnen

da ich sie viel angenehmer als Busse finde, aber in diesem Fall:

Kosten: rd. 20-30 Mio lt. Studie http://www.pro-kaltenleutgebnerbahn.at/Studie_KL... -06-14.pdf

Sinnvoll ist eigentlich nur die Light-Rail-Variante - also eine Art Straßenbahn (wie die Badner Bahn), weil nur diese genug Halte hat und auch bei den Übergängen keinen Massiv-Stau verursacht.

Dagegen kostet ein Busbetrieb fast nix, noch dazu geht es hier ja nur um den Betrieb Talauswärts (nach P´dorf und Wien), weil nach Kaltenleutgeben geht es eh ziemlich staufrei hinein.

lg
Dimple, 5.000 EW rechtfertigen keine Bahn

ja herr - lass es hirn regnen.

- industrietrasse.
- einspurig, keine weichen, keine ausweichplätze. wenn ihre straßenbahn mehrmals als einmal jede stunde fahren soll (was sinnlos wäre), dann müssten teure ausweich-weichen gebaut werden (zumindestens a la standseilbahn).
- der bus braucht nur ein betonfeld zum ausweichen...
- busse können recht leicht auf erdgas, Strom, whatever umgestellt werden.
- stahl für die schienen ist auch nicht superbillig.

jaja, lass es hirn regnen.
wäre wirklich nicht schlecht.

Die Gleistrasse kann nicht mit Ausweichstellen versehen werden, die Busse aber finden auf der schmalen Trassse überall genügend Platz um aneinander vorbeizufahren?

Wie kann sich das mit den Bussen ausgehen, mit der Bahn aber nicht?

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