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Maximilian Hochegger.
Das Arbeitsmarktservice Österreich (AMS) bietet seit heuer einen beruflichen Orientierungstest auf der Website www.studienkompass.co.at an, der angehenden Studenten ihre Studienwahl erleichtern soll. Nach der Beantwortung von 87 Fragen, bei denen die Interessen und die Persönlichkeit des Kandidaten herausgefiltert werden sollen, erhält man eine individuelle Rückmeldung sowie eine Liste mit Berufen, die sich angeblich für den angehenden Studenten als passend erweisen sollen. Unter anderem erhält man Feedback über wirtschaftliche, kulturelle und persönliche Interessen.
Die Fragen teilen sich in zwei Gruppen; die einen sind konkrete Fragen, für die eine von zwei sehr eindeutigen Antworten auszuwählen ist, dazwischen gibt es immer wieder Multiple-Choice-Fragen, bei denen Begriffe oder Berufe angeführt werden, die der Kandidat auf einer Skala von 1 bis 4 (sehr, ziemlich, wenig, gar nicht) je nach Interesse bewerten kann.
Differenziertere Fragestellung
Meiner Meinung nach ist es wichtig, den Test in aller Ruhe durchzugehen und ehrlich auf die Fragen zu antworten, bei Unsicherheiten rät die Beschreibung, die Lösung zu wählen, die am ehesten geeignet scheint. Beim Beantworten der Fragen, bei denen es sich um die Persönlichkeit dreht, beschleicht einen jedoch relativ schnell das Gefühl, worauf die Fragen letztendlich hinauslaufen. Hier bedarf es meiner Meinung nach einer etwas differenzierteren Fragestellung, um nicht verleitet zu werden, die Antworten anzuklicken, die es wahrscheinlich machen, sich in der Auswertung dort wiederzufinden, wo man sich selbst gerne sehen würde. So sollen Fragen, die sich darum drehen, ob man gerne mit vielen Menschen unterwegs ist oder sich lieber in kleinem Kreis bewegt, Rückschlüsse auf die Kommunikationsfähigkeit zulassen.
Ich persönlich gelte als sehr kommunikativer Mensch, wenn es jedoch nach dem Test geht, bin ich als extrem introvertiert und eher als kommunikationsscheu einzustufen - allein deshalb, weil ich Gespräche im kleinen Kreis bevorzuge und mich auch nicht als jemanden sehe, der immer gerne im Mittelpunkt steht. Das erscheint mir dann doch etwas banal und nicht aussagekräftig genug, um einen jungen Menschen mögliche Berufsfelder aufzuzeigen.
Pfeile, die nach oben oder unten deuten
Solche etwas "einfachen" Beispiele ziehen sich durch den gesamten Test , egal ob es um Themen wie Geld, den Beruf, den Freundeskreis oder die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit geht. Es wird recht grob zugeordnet. In der Auswertung stößt man dann auf eine Liste von Berufen, die einem anscheinend wie auf den Leib geschrieben sind. Berufe "mit Zukunft" werden mit einem oder zwei nach oben zeigenden Pfeilen dargestellt; besteht eine "gleichbleibende Nachfrage" des Berufs, bleibt die Chancen-Spalte leer, und sollten "rückläufige Beschäftigungszahlen" den Beruf kennzeichnen, so wird dies mit Pfeilen, die nach unten deuten, dargestellt.
Mit einem Klick auf das Profil-Symbol, das jeweils neben den Berufen steht, werden die Ergebnisse mit dem Berufsprofil verglichen. Unter der Fläche "Berufsvorschläge" ist das persönliche Ergebnis zu finden, dies zeigt dann an, wie man in den verschiedenen Kategorien (Persönlichkeit, Interesse für Branchen und Berufsberichte, Interesse für Tätigkeiten und Arbeitsbereiche) abgeschnitten hat. Für all diejenigen, die bereits relativ konkrete Ideen und Vorstellungen haben , welche Berufe für sie infrage kommen würden, könnte das Ergebnis durchaus einige Überraschungen bereithalten, wenn Berufe, an die sie bisher überhaupt nicht gedacht hatten, für sie als geeignet ermittelt wurden. Mir erging es zumindest so, da nicht ein einziger Vorschlag, den die Auswertung ergab, bisher zu den Ausbildungen zählte, die mir vorschweben. Insgesamt bekam ich vier angeblich auf mich maßgeschneiderte Berufsbilder aufgezeigt, von denen zwei mit Maschinenbau zu tun hatten, zusätzlich Datensicherheitsexperte und Medienreporter. Bis auf Medienreporter sprach mich keiner dieser Berufe an.
Zu wenig Flexibilität und Differenzierung
Für all jene jedoch, die sich bisher wenig oder gar nicht mit dem Thema auseinandergesetzt haben, in welche Richtung sie in Zukunft gehen möchten, mag der Test vielleicht hilfreich sein, allein wenn er dabei unterstützt , gewisse Dinge auszuschließen oder mögliche Bereiche einzugrenzen. Zusammenfassend denke ich, dass dieser Test noch zu wenig Flexibilität und Differenzierung in der Antworten-Auswahl bietet und dahingehend noch gründlich überarbeitet werden sollte. In einer optimierten Form könnte dieses Tool dann durchaus ein hilfreiches, zusätzliches Instrument für junge Menschen sein, die vor der Entscheidung stehen, welchen Ausbildungsweg sie beschreiten werden. (Maximilian Hochegger, DER STANDARD, Printausgabe, 7.3.2012)
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ich weiß ganz genau, dass Chemie das richtige für mich ist, das ich gerne Probleme löse, im Labor steh und am liebsten "das Gehirn" hinter einem Projekt bin und alles koordiniere. Chemie kommt bei mir an 32. Stelle (83%), unter den Toptreffer sind Sachen wie: RechtswissenschafterIn(95%, obwohl ich etwa 10 mal angegeben hab, dass ich sicher nicht mit Gesetzestexten arbeiten will), JournalistIn (89%, das ist etwas was ich absolut nicht will!), RedakteurIN (ebenso...), AssistentIn der Geschäftsleitung (ahja...). Also alles in allem: überzeugt mich nicht. Es scheint so als ob hier ziemliche Stereotypen verbaut sind.
Es IST die Software des AMS eigenen Berufskompass, nur die Optionen fehlen, die sich auf den Ausbildungsstand beziehen. Die Fragen die gestellt werden, sind allesamt gleich - also zum vergessen, wenn es um wirkliche Entscheidungen betreffs der Studienwahl geht.
Diese sollte überhaupt zum Teil von eigenen Interessen, und intensiven Recherchen bei Firmen, bezüglich Positionen, Aussichten, nötigen Abschlüssen getätigt werden. :)
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