100 Millionen User, aber Google+ hat ein Image-Problem

  • Google+: für den WebStandard keine Geisterstadt.
    screenshot: red

    Google+: für den WebStandard keine Geisterstadt.

Google spricht von 50 Millionen aktiven Nutzern täglich – Beobachter relativieren Zahlen

Nachdem in den vergangenen Monaten öfter spekuliert und geschätzt wurde, wie viele User das soziale Netzwerk Google+ tatsächlich nutzen, hat sich Google nun angeschickt etwas Licht in die Sache zu bringen. Gegenüber der New York Times erklärte Google-Vice-President Vic Gundotra, dass das Netzwerk täglich 50 Millionen aktive Nutzer zähle.

Am schnellsten wachsender Google-Dienst

In 30 Tagen seien es 100 Millionen aktive User. Google+ sei keinesfalls die Geisterstadt, die manche Beobachter darin sehen, sondern das am schnellsten wachsende Produkte des Konzerns, so Gundotra. Gestartet war das Netzwerk im Juni 2011 zunächst in einer geschlossenen Beta-Phase. Offen für alle User ist es seit vergangenem September.

Nutzerzahlen relativ

Beobachter meinen allerdings, dass diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen seien. Denn sie würden nicht jene User abdecken, die tatsächlich auf Google+ einloggen, dort Updates posten und mit anderen Nutzern interagieren. Es seien auch jene User inkludiert, die einen Google-Account besitzen und sich in anderen Diensten wie YouTube, dem Android-Market oder für die Suchmaschine einloggen - also Dienste, die Google+ integriert haben.

Nutzer bleiben drei Minuten pro Monat

Eine aktuelle Untersuchung von ComScore zeigt zudem, dass Google+ User rund drei Minuten im Monat auf der Plattform verbringen, während es auf Facebook durchschnittlich 405 Minuten seien. Offizielle Zahlen von Google gibt es dazu nicht. Doch der Konzern merkt an, dass man daraus nicht viel ablesen könne. Man könne ein Drive-In-Restaurant auch nicht an der Zahl der Kunden messen, die zum Essen bleiben, wenn mehrere Kunden das Essen mitnehmen.

Soziale Decke über Google-Dienste

Gundotra illustriert das Netzwerk als soziale Decke, die über die gesamte Google-User-Experience gelegt werde. Quasi ein Google 2.0. Zudem liege die Wachstumsrate bei User-Interaktionen mit "sozialen" Werbeanzeigen bei fünf bis zehn Prozent, das sei deutlich mehr als bei zufällig platzieren Werbungen. Wenn etwa jemand nach Mikrowellen-Herden sucht, könne Werbung von Produkten angezeigt werden, die User aus den Google+-Kreisen eines Nutzers bereits einmal empfohlen haben.

Mehr Leser kommen von Google+

Die Erfahrung des WebStandards mit Google+ zeigt, dass das soziale Netzwerk weit von einer Geisterstadt entfernt ist. Der offizielle WebStandard-Account, der Anfang November 2011 angelegt wurde, hat aktuell 6660 "Follower" (also Personen, die den Account in ihre Kreise aufgenommen haben). Auf Twitter folgen 8.119 User @WebStandardat . Von Google+ kommen mittlerweile jedoch mehr User auf derStandard.at als von Twitter. Auf Facebook hat der WebStandard derzeit auf 20.534 Fans. Drastisch höher ist auch die Zahl der User, die derStandard.at-Links auf Facebook anklicken.

Google steigt aufs Gas

Wann und ob Google+ es schaffen wird, Twitter oder Facebook einzuholen, bleibt spekulativ. Google setzt jedoch alle Hebel in Bewegung. "Wir haben die sozialen Motoren auf Google gestartet und wir steigen weiter aufs Gas", erklärt Gundotra. (red/derStandard.at, 7.3.2012)

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