Gabelbissen neu

  • Heringsbissen, € 2,90 bei Feinkost Böhle, Wollzeile 30, 1010 Wien
    foto: der standard

    Heringsbissen, € 2,90 bei Feinkost Böhle, Wollzeile 30, 1010 Wien

Der Gabelbissen erlebt so etwas wie eine Wiedergeburt im feinen Restaurant

Plachutta hat einen auf der Karte stehen, Österreicher sowieso, Gerer detto. Was als ultimativer "Pick me up" des übernachtigen Flaneurs und idealer Begleiter des morgendlichen Stützbiers gemeint war, wird auf einmal stadtfein gemacht.

Eh okay, gegen ein bissl mehr Mayonnaise im lokalen Speisenangebot wird kaum jemand etwas einzuwenden haben, die Herren Doctores eventuell ausgenommen. Und der Gabelbissen schon überhaupt: Eigentlich war er längst verloren, begraben unter einer Schicht Industrie-Aspik, ertränkt in essigsaurer Mayo, einbalsamiert mit Konservierungsstoffen und zu Recht vergessen in den Tiefen des Supermarktkühlregals. 

Hauseigene Produktion

Die eine, seit ewig standhafte Ausnahme findet sich in der legendären Böhle-Delikatessen-Vitrine in der Wollzeile, wo die "Schüsserln" noch aus hauseigener Produktion stammen und in ihrer Kombination aus Hering, Tunfisch, deutschem Kaviar und Eismeerkrabben samt Gemüsemayo und Aspik klassischer nicht sein konnten.

Jetzt ist mit dem Heringsbissen in Rote-Rüben-Aspik mit Wasabi-Mayonnaise doch tatsächlich ein Neuzugang zu verzeichnen, und siehe da: Macht sich überaus gut! Merke: Wie stets bei saurem Fisch ist eine Scheibe Schwarzbrot oder zumindest ein dunkles Weckerl der allzu geschmeidigen Semmel als Begleiter vorzuziehen! (corti/Der Standard/rondo/09/03/2012)

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