9.000 Euro für Sub-auspiciis-Promovenden

6. März 2012, 17:27
  • Die höchste Auszeichnung für akademische Leistungen wird vom Bundespräsidenten verliehen.
    foto: apa/pfarrhofer

    Die höchste Auszeichnung für akademische Leistungen wird vom Bundespräsidenten verliehen.

Neues Stipendium und Ring für Träger der höchsten akademischen Auszeichnung

Wien - Etwas mehr als 1.000 Studenten wurden in den vergangenen 60 Jahren unter den Auspizien des Bundespräsidenten promoviert und haben damit die höchste Auszeichnung des Landes für akademische Leistungen erhalten. Rund 500 von ihnen feierten Dienstagnachmittag das Jubiläum dieses österreichischen Spezifikums mit einem Festakt in Wien. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterlekündigte bei dem Festakt Neuerungen an: Sub auspiciis-Promovenden sollen künftig einen neugestalteten Ring und ein Stipendium erhalten, auch ein Verein für die derart Ausgezeichneten ist geplant.

Fischer: Durchaus zeitgemäß

Als durchaus noch zeitgemäß bezeichnete Bundespräsident Heinz Fischer diese Form der Auszeichnung hervorragender Studenten. "Ein großes und ehrliches Danke zu sagen an jemanden, der Bedeutendes geleistet hat, ist zeitgemäß", sagte Fischer, der in seiner Amtszeit bisher schon 138 Absolventen derart geehrt hat. Das sei ein Promille der rund 145.000 Uni-Absolventen seit 2004 - "von 1.000 Absolventen war nur einer dabei, der diese Anforderungen erfüllt hat".

9.000 Euro Stipendium

Gemeinsam mit der Präsidentschaftskanzlei soll in Kürze ein Wettbewerb für die Neugestaltung des Ehrenrings an der Universität für angewandte Kunst Wien, der Akademie der bildenden Künste Wien und der Kunst-Uni Linz ausgeschrieben werden. Zudem sind Exzellenzstipendien geplant: Ab dem nächsten Studienjahr erhalten Sub-auspiciis-Promovenden 9.000 Euro für wissenschaftliche- und Weiterbildungsaktivitäten.

Alumni-Verein

Aus dem Kreis der ausgezeichneten Doktoranden kommt eine Initiative mit dem Ziel ein "Collegium Sub Auspiciis" als eine Art Alumni-Verein zu gründen. Damit soll eine Plattform für den Austausch zwischen den Promovenden geschaffen und die Auszeichnung bekannter gemacht werden. Auch Unterstützungsprogramme für exzellente Schüler und Studenten sind geplant, sagte einer der Initiatoren, Martin Wrulich.

Auszeichnung seit dem Mittelalter

Der Sub-Auspiciis-Promotion vergleichbare Auszeichnungen gab es bereits bei der Gründung der Universitäten gegen Ende des Mittelalters, die erste nachweisbare "Promotio sub auspiciis Imperatoris" datiert schließlich auf das Jahr 1625 zurück. Bis zum Ende der Monarchie setzte sich der Brauch fort, der erst nach dem Zweiten Weltkrieg wiederbelebt wurde. Voraussetzung für eine Promotion sub auspiciis sind lauter Einser in sämtlichen Oberstufenzeugnissen, eine Matura mit Auszeichnung und ein "Sehr gut" auf sämtliche Uni-Prüfungen sowie die Dissertation.

70 Prozent Männer

Die erste Zeremonie, bei der der Bundespräsident nach der üblichen Promotion mit Eidesformel und Gelöbnis den Ehrenring verleiht, fand schließlich unter den Auspizien von Theodor Körner Ende 1952 an der Universität Innsbruck statt. Ein Jahr später kam nach Jahrhunderten, in denen die Auszeichnung Männern vorbehalten war, mit der späteren Friedensforscherin Hildegard Goss-Mayr an der Uni Wien die erste Promovendin sub auspiciis zum Zug. Bis heute sind es vorrangig Männer, die sich durch herausragende Studienleistungen auszeichnen: Rund 70 Prozent der in den vergangenen 60 Jahren vom Bundespräsidenten Geehrten waren Männer (746 von 1.042). (APA)

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Frage:
Lauter 1er in allen Oberstufenzeugnissen oder würde jedes Jahr ein "Ausgezeichneten Erfolg" reichen?

http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeF... r=10009224
sagt:

§ 2. (1) Zur Promotion unter den Auspizien des Bundespräsidenten wird zugelassen, wer
a)
die oberen Klassen einer mittleren Lehranstalt mit sehr gutem Erfolg absolviert hat,

70% männer? Wir sollten eine Frauenquote einführen!!

Wenn das die Heinisch liest, dann gibt's gleich einen Aufnahmetest für's Doktorratsstudium, damit man einen Genderkorrekturfaktor irgendwo unterbringen kann!

frage 1 beim aufnahmetest: schreibt ma doktorat mit 1 oder 2 r (ergänzend: und wie verhält sichs bei der karikatur? 2 r oder 3)

der streberpreis...sowas lächerliches

zwar "sub auspiciis", aber doch kein richtiger Dr.

Aus eigener Berufserfahrung halte ich das für eine "Vergewaltigung" eines jungen Akademikers.

Man sollte nicht den DR. gratis vergeben, sondern nur den Anhang an den erreichten akademischen Grad erlauben - also etwa Magister sub auspiciis.

Selbstverständlich OK sind die besonderen Ehrungen!

was ist das für ein holler?

Was soll DIESER Schwachsinn?

Hier werden sämtliche vorgeschriebenen Leistungen des Doktoratsstudiums, sprich Dissertation, Rigorosum (Defensio, wie auch immer) und die entsprechende Anzahl an Seminarzeugnissen erbracht!!!!

Wieso gratis??? Der/die hat ganz normal eine Dissertation geschrieben.

SKANDAL! 70% Maenner.

9000 € ist heruntergerechnet aber ein schlechter Stundenlohn für den mehr-Lernaufwand ;)

schaut aus wie ausm kaugummiautomaten!

Früher gab es eine ad-personam-Assistentenstelle mit freier Wahl des Instituts.

Dass die "höchste Auszeichnung des Landes für akademische Leistungen" beim Doktorat endet, das eigentlich nur der Beginn einer wissenschaftlichen Laufbahn sein sollte, ist schon ein Armutszeugnis für Österreich.

9.000,- gut und schön. Wenn man vergleicht, dass früher dafür stattdessen eine Anstellung als Assist an einem Institut der eigenen Wahl verbunden war, ein kleines Trostpflasterchen.

höchstmögliche akademische Auszeichnung wäre das "Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse".

Sub auspiciis ist die höchstmögliche Auszeichnung einer Studienleistung.

derstandard.at leider wieder mal ungenau im Detail.

Anstellung als Assist an einem Institut der eigenen Wahl

Wer glaubt dass solche Leute in Oesterreich bleiben wuerden? Wenn die wirklich was draufhaben dann ist ein Postdoc im Ausland unerlaesslich.

Die 9.000,- jedenfalls nicht. Das Angebot einer Anstellung hat aber schon manche gebunden, die sonst auf Nimmer-Wiedersehen gegangen wären.

Assistentenstelle wäre übertrieben

Wie Sie richtig sagen gibt es einen Unterschied zwischen dem Abschluss des Doktorates und wissenschaftlicher Leistung.
Letztere sollte ausschlaggeben sein, für den Erwerb einer Assistentenstelle.
Daher war in meinen Augen die frühere Vorgehensweise blödsinnig.
Michael

Assistentenstelle übertrieben

Das ist richtig.
Leider sind 9000 Euro kein ernstzunehmendes Forschungsstipendium sondern ein mittelmaessiges Preisgeld.
Wenn ein Dissertant im Jahr 35000 kostet, wofür soll man denn bitte die 9000 ausgeben. Daraus kann man sich selbst vielleicht fuer 3-4 Monate finanzieren ohne Materialkosten.

wäre interessant woher die informationen sind. kann mir nicht vorstellen dass man im oberstufenzeugnis lauter 1er haben muss. ein ausgezeichneter erfolg in den oberstufenklassen sollte reichen. genauso bei den uniprüfungen, man muss sowohl bachelor als auch master mit einem schnitt <1,5 abschließen und auf bachelor master und doktorarbeit ein sehr gut haben.

lauter 1er auf alle prüfungen des studiums ist meiner meinung nach unmöglich

Richtig vermutet.

Die Oberstufenklassene müssen "nur" mit "Vorzug" absolviert worden sein.

"Lauter Einser" bezog sich früher auf die Noten, die letztendlich im Zeugnis standen.

Wenn also die Prüfung einer fünfstündigen Vorlesung mit 1 und die zweistündige Übung dazu mit 2 benotet wurde, stand im Zeugnis die Gesamtnote 1.

Darüberhinaus ist es erstens selbstverständlich möglich, nur Einser auf alle Prüfungen zu haben, und zweitens stehen im entsprechenden Gesetz überhaupt keine Kriterien. Im Prinzip kann jeder einen Antrag auf Sub-Auspiciis-Promotion stellen, die genannten Kriterien werden dann tatsächlich immer verwendet, das ist aber "im Prinzip" dem Bundespräsidenten freigestellt.

Früher? Wurde das geändert?

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