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Janine Wulz (links) ist ÖH-Vorsitzende und war zur Zeit der Eröffnung des Cafés im Wirtschaftsreferat der ÖH der Uni Wien.
Das Bier um 2,20 ein Bio-Saft gespritzt um 1,50 Euro: Das Café Rosa der ÖH Uni Wien hat sich zum Ziel gesetzt, die Preise für Getränke dem Geldbörserl von Studenten anzupassen. Das Café soll laut Homepage außerdem ein Raum sein, der "Studieren und politisches Interesse verbindet". Die Liste der Grundsätze des Café Rosa ist lang: basisdemokratisch, feministisch, antisexistisch, progressiv, antidiskriminierend, antirassistisch, emanzipatorisch, ökologisch-nachhaltig, antifaschistisch, antinationalistisch, antiklerikal, antipatriarchal, antiheteronormativ, antikapitalistisch und solidarisch. Auch vom "Konsumzwang" wird im Café abgesehen. "Natürlich wird ein Raum alleine nicht die nächste Revolution mit sich bringen, dennoch kann dieser einen Teil zum Beginn kritischen Denkens und Handelns beitragen", heißt es auf der Homepage zur Philosophie des Cafés.
"Geldverschwendung"
Gegründet wurde das Café Rosa im Mai 2011 vom "Verein zur Förderung der Emanzipation von Studierenden", einer hundertprozentigen Tochter der ÖH Uni Wien. Den Vorsitz der ÖH Uni Wien führen die GRAS (Grüne & Alternative StudentInnen), der VSStÖ (Verband Sozialistischer Studenten und Studentinnen Österreichs) und der KSV-Lili (Kommunistischer StudentInnenverband- Linke Liste). In die Gründung des Lokals investierte die ÖH 393.000 Euro. Mit dem Geld wurde der Raum grundlegend renoviert.
Schon damals regnete es Kritik von den Oppositionsfraktionen der Studierendenvertretung der Universität. Die ÖVP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) ortete "Geldverschwendung und Missbrauch von ÖH-Beiträgen". Nach nur acht Monaten sieht es so aus, als ob die Vorstellungen der ÖH nicht in die Realität umgesetzt werden können. Die Mitarbeiter wurden entlassen und die Öffnungszeit auf 18 bis 24 Uhr beschränkt. Die kommerziellen Tätigkeiten sollen an ein bestehendes Café ausgelagert werden.
Nun gehen der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) und die AG davon aus, dass das Café pleite ist. Martin Brenner, Bundesobmann der AG, wirft dem Vorsitzteam der ÖH Uni Wien vor allem vor, keinen Einblick in die Finanzen des Cafés zu bekommen. Zudem sei das Café als Verein gegründet worden, obwohl das Gesetz vorschreibe, dass die ÖH Wirtschafsbetriebe nur in Form von Kapitalgesellschaften führen dürfe. Für die Gründung einer Kapitalgesellschaft ist allerdings die Zustimmung des Wissenschaftsministers vorgesehen.
"Genehmigung umgangen"
"Die Genehmigung hätten sie nicht bekommen, und das wissen sie. Mit der Vereinsgründung konnten sie die Genehmigung umgehen", so Brenner. "Das Café wurde laufend subventioniert", erzählt er. Laut dem Businessplan für das Café aus dem Jänner 2010, der derStandard.at vorliegt, waren für das Jahr 2011 36.000 Euro veranschlagt, für das Jahr 2012 sind 26.000 Euro geplant, im Jahr 2013 soll das Café mit 12.000 Euro finanziert werden und im Jahr 2014 mit 4.000 Euro. Ab 2015 geht man davon aus, dass das Lokal keine Subventionen mehr braucht.
Zusätzlich wurde laut Brenner bei einer Sitzung noch eine Sonderzahlung in Höhe von 20.000 Euro beschlossen und 25.000 Euro aus den Rücklagen für das Frühjahr 2012 freigemacht für den Fall, dass 'Bedarf' daran besteht. Rechnet man die 393.000 Euro mit den eingeplanten Subventionen für 2011 sowie der einmaligen Sonderzahlung von 20.000 Euro zusammen, ergeben sich in Summe knapp 450.000 Euro, die bisher in das Projekt geflossen sind. Obwohl er in die Finanzen des Cafés keine Einsicht hat, ist sich Brenner deshalb sicher, dass das Café pleite ist. Auch die Tatsache, dass Mitarbeiter entlassen wurden, obwohl sich das Café als antikapitalistisch sehe, sei ein Indiz dafür.
AG sieht "Zweckentfremdung"
Darin, dass die Öffnungszeiten auf den Abend beschränkt wurden, sieht Brenner eine Zweckentfremdung des Cafés, das als Freiraum für Studenten während der Zeit zwischen den Vorlesungen gedacht war. "Sie wollen sich eine Blamage ersparen und das Café noch über die nächste Wahl drüberschleppen", vermutet der AG-Obmann. Er sieht bei dem Projekt viele Ungereimtheiten und fordert eine Kontrolle durch den Rechnungshof. Auch die Rolle der aktuellen ÖH-Vorsitzenden Janine Wulz (GRAS) will er untersucht wissen, da sie zur Zeit der Eröffnung des Cafés im Wirtschaftsreferat der ÖH Uni Wien tätig war.
Vorsitz: "Das Café ist nicht pleite"
Das Vorsitzteam der ÖH der Uni Wien streitet all diese Vorwürfe ab. Das Café sei nicht pleite und es gebe "durchwegs positive Rückmeldungen" von den Studierenden. "Wir sind mit der Art und Weise, wie das Projekt Café Rosa in die Tat umgesetzt wurde, sehr zufrieden. Die Nutzungen des Café Rosa sind sehr vielfältig, in erster Linie wird es von Studierenden genutzt, sowohl untertags als auch am Abend und in der Nacht", sagt das Vorsitzteam zu derStandard.at. Auf der Homepage des Cafés finden sich allerdings außer dem "Rosa Plenum" am Freitag nur wenige Termine.
Die AG sei "mehrmals" eingeladen worden, dem Verein, der das Café betreibt, beizutreten, so das Vorsitzteam. "Die AG wollte sich bei der Generalversammlung des Vereins im letzten Jahr nicht wählen lassen. Damit einher geht natürlich, dass sie nicht 1:1 die gleichen Einsichtmöglichkeiten haben, diese Konsequenz war ihnen aber damals schon bewusst", sagen die Mitglieder des Vorsitzes zu derStandard.at.
"Umstrukturierung"
Das Café werde derzeit routinemäßig evaluiert. Dabei habe sich herausgestellt, dass "Umstrukturierungen" nötig sind. Im Gespräch mit derStandard.at betont Julia Kraus vom ÖH-Vorsitzteam, dass diese nur inhaltlicher Natur seien und nichts mit der finanziellen Lage des Lokals zu tun hätten. "Wir wollen unsere politischen Inhalte besser umsetzen", so Kraus. Das sei ob des organisatorischen Aufwandes bisher nicht gut genug möglich gewesen. "Unsere angestrebte Option der Weiterführung des Cafés ist eine Kooperation mit einem bestehenden Café, um den rein kommerziellen Bereich der Tätigkeit auszulagern. Damit wollen wir sicherstellen, dass das Rosa weiterhin den Student_innen offen steht. Dabei legen wir Wert auf eine Aufrechterhaltung genannter Grundsätze", so das Vorsitzteam.
Die Vereinsstruktur sei nicht gewählt worden, um den Minister zu umgehen, sondern weil "es für uns die beste Option schien". So eröffne sich die Möglichkeit, die Grundsätze mitzubestimmen, und das Café könne zukünftig kostendeckend ohne ÖH "als Projekt der Studierenden und nicht als Wirtschaftsbetrieb" weiterbestehen, so die Vorsitzenden.
Argumente der AG "lächerlich"
Der Vorwurf der Korruption, den die AG in einer Aussendung äußerte, sei "lächerlich", es sei zu "jeder Zeit transparent und verantwortungsbewusst gehandelt" worden, "es gab nie Versuche persönlicher Bereicherung". Auch wenn die kommerzielle Tätigkeit ausgelagert werden soll, würde das nicht bedeuten, dass das Geld, das investiert wurde, verloren gehe. "Die Investitionen, die wir getätigt haben, bleiben aufrecht", so Kraus. Das Café sei etwa barrierefrei gemacht und renoviert worden. "Es war klar, dass es eine Herausforderung ist, innerhalb eines kapitalistischen, profitorientierten Systems mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln und personellen Ressourcen ein emanzipatives und progressives Projekt dieser Art umzusetzen", so das Vorsitzteam.
Das Café Rosa wird derzeit von der ÖH selbst ehrenamtlich geführt. Noch wird ein Kooperationspartner, der sich auch mit den Grundsätzen des Cafés identifiziert, gesucht. Bei der langen Liste könnte das noch eine Weile dauern. (Lisa Aigner, 7.3.2012)
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Eben nicht. Es geht um ein extremes enges feld politischer einstellungen, um die herum eine mauer aus fremdworten gebaut wird, um alle andersdenkenden auszuschliessen und als moralisch unterlegen zu brandmarken. Es sind anfaenge totalitaeren denkens. Heute werden die andersdenkenden aus einem cafe ausgeschlossen, morgen wird zu drastischeren massnahmen gegriffen. Ist jetzt uebertrieben aber gab es alles schon. Im namen der linken genauso wie der rechten. Jeder wirt ist toleranter, da wird weder nach geschlecht, rasse noch politischer ueberzeugung eingeteilt.
Und wo genau leiten Sie da jetzt das Recht für die ÖH ab, eine halbe Millionen Studienbeiträge zu verfeuern?
Die können so antiheteronormativ, antisexisitisch, emazipatorisch und was weiß ich nicht alles sein wie sie nur möchten. Ich würde nie auf die Idee kommen dagegen etwas zu sagen. Wenn die Hampelmänner aber anfangen sich die Party von mir zahlen zu lassen werde ich wütend!
... brauche ich keine Anti-Liste sondern einfach nur ein gute Erziehung. Da die Lise auch antiklerikal und antikapitalistisch beinhaltet, ging es den Betreiberinnen aber dich auch um Ab- bzw. Ausgrenzung.
Dies muss einfach die Absetzung der Verantwortlichen ÖH-Spitze bedeuten. Wie ich es sehe bestehen zwei Möglichkeiten:
1. Die Verantwortlichen legen schonungslos alle Bücher offen um sich zu erklären (als Beitragszahler sehe ich es als mein Recht an zu erfahren was dort abläuft).
2. Das Cafe wir auf der Stelle geschlossen, die ÖH-Spitze tritt zurück und die Ermittlung und Sichtung der Unterlagen durch Strafverfolgungsbehörden wird aufgenommen.
Ich würde jetzt nicht auf schonungslos herumreiten, aber offene Bücher sollten eigentlich selbstverständlich sein.
Das treibt die Schande nur auf die Spitze, dass da versucht wird, den Mantel des Schweigens und Vertuschens darüber zu stülpen.
Leider gibt es in Österreich (speziell Wien) nur Linke der Kategorie Würschtln. Die Leute empfinden es als Zeitverschwendung sich ihre Argumente anzuhören.
Daher ist sämtliche Opposition in Österreich immer rechts (bis auf früher KPÖ-Kaltenegger in Graz). Auch der Widerstand gegen das neoliberale EU-Projekt (das Problem wird von den linken Würschtln nicht einmal Wahrgenommen) kommt vom ultrarechten Strache, statt wie in Skandinavien von Linken, Gewerkschaften, Pensionistenverbänden und Jugendbewegungen.
Abschliessend möchte ich mich vor allen Linken entschuldigen, die gute Arbeit leisten, aber nicht gehört werden und an Leuten wie im Artikel erwähnt zerbrechen.
Ich habe es glaube ich noch nie gesehen das es zu einem Artikel über 1.000 Postings gibt und die Meinung zu über 90% übereinstimmt.
Was die ÖH Wien hier anstellt ist maßlose Verschwendung von Zwangsgebühren um ein Cafe für eine extrem eingeschränkte Zielgruppe zu subventionieren.
Mich würde hier sehr interessieren wofür das Geld ausgegeben wurde, 450.000 Euro ist immerhin eine riesige Menge Geld.
Aber vermutlich wird Rechnungsprüfung bei denen als kapitalistisch und diskriminierend abgelehnt.
Da werden Zwangsbeiträge für ein Cafe rausgeworfen, das schon von vornherein zu Verstehen gibt, dass die überwiegende Mehrheit der Studierenden gar nicht willkommen ist, dann fühlen die sich als große Wohltäter, weil Bier um 2,20 und Bio-Saft um 1,50 verkauft wird und bei Kritik wird abgeblockt was das Zeug hält. Ein Lehrstück realitätsfremder, ignoranter Politnachwuchsclowns ... Freu mich schon, wenn Wulz die Glawischnig-Nachfolge antritt. Vielleicht schaffen's dann die Grünen unter 5% ...
ein von studenten selbst organisiertes cafe ist ja an sich eine gute sache. aber wieso muß man dafür 450 000€ verbraten?
dann nimmt man halt einen raum, der nicht extra renoviert werden muß, stellt ein paar alte sofas, stühle und tische rein und that's it! funktioniert überall sonst doch auch.
schon klar, daß das so für die AG und RFS ein gefundenes fressen a la "linke können halt nicht wirtschaften" usw. ist. so ruiniert man eine an sich gute idee...
Wenn ich diese Beiträge sehe werde ich wütend. Als ehemaliger ÖH-Funktionär war ich immer damit konfrontiert, dass nicht alles super war in der ÖH. Was aber heute abgeht. Besonders unter den Gras-Vsstö-Kummerln ist zum Kot***.
Man schämt sich richtig für diese Leute. Kein Wunder, wenn keiner mehr zur ÖH-Wahl mehr gehen will. Meines Erachtens betrachten dieses "Funktionäre" die ÖH als ihren Privatclub, den sie für ihre (dumm-dreißten) Politikspielchen missbrauchen dürfen ohne Konsequenzen zu befürchten. Hier könnte der Gesetztgeber, der eh gerade etwas gegen Korruption machen möchte gleich noch einen Punkt hinzufügen. Haftung und strenge Zweckwidmung der Mittel! Dann ist das morgen vorbei und die ÖH eine junge AK.
basisdemokratisch, feministisch UND (!!) antisexistisch ;) , progressiv, antidiskriminierend, antirassistisch, emanzipatorisch, ökologisch-nachhaltig (sämtliche Einrichtung ist aus biolgoisch abbaubaren Rohstoffen und muss deshalb alle Monate getauchst werden), antifaschistisch, antinationalistisch, antiklerikal, antipatriarchal, ANTIHETERONORMATIV(!!), antikapitalistisch und solidarisch ???????????
Das ist mir aber den einen oder anderen Cent sicher wert!
P.S.: Posting bezüglich Ernsthaftigkeit mit Vorsicht zu genießen!
Vielleicht sollten die dafür wahlweise auch ein Bier verkaufen, das antibasisdemokratisch, antifeministisch, sexistisch, antiprogressiv, diskriminierend, rassistisch, antiemanzipatorisch, antiökologisch-nachhaltig, faschistisch, nationalistisch, klerikal, patriarchal, heteronormativ, kapitalistisch und antisolidarisch ist?
Vielleicht kann man sich sein eigenes Bier auch bezüglich des Pro- und Anti- für das es steht zusammen stellen?
Und Medien wie derStandard oder auch dieStandard sind mit schuldig an dieser Denke. Es wird ja "Gender" gefördert ohne Ende und diese "jungen Leute" (man darf ja öffentlich nicht sagen wie man sie nennen möchte) werden ermutigt zu solchen Exzessen!
Wenn man diese "Anti"-Liste schon ließt könnt einem schlecht werden. Wie viel hass und Propaganda muss man da in sich tragen um den Quatsch zu glauben?
in eine Zeitung, die ich nicht brauch und ein Café, in das ich nie gehn würde.
Btw. wie schauts aus, vielleicht ein bisschen für die Studenten da sein usw... Für das gäbs die ÖH eigentlich. Früher gabs feine Aktionen ala Mensa Gutscheine, Services für die verschiedenen Studienrichtungen usw. Heute verhält sich die ÖH auch nicht anders als jede andere Partei auf Bundes/Landesebene, obwohl sie gaaaaaanz anders sein will. Wenn ich mir die Grundsätze da oben durchlese, weiß ich nicht, was ich als Mann in einem feministischen Café suchen soll, generell schrecken mich diese sehr bis vollkommen ab.
Der Zwangs(ÖH)beitrag ist scheinbar fürn *****
Ermäßigungspickerl für die Mensen gibts eh noch immer, und Service für die Studienrichtungen sowieso. Bei aller Kritik am Cafe Rosa und dergleichen: Das ewige ÖH-Bashing k0tzt mich ziemlich an. Gerade an den Instituten gibts tausende engagierter Menschen, die großteils ehrenamtlich mithelfen, das Studium sinnvoll und erträglich zu machen: Studienberatung, Erstsemestrigentutorien, Mitarbeit in den Berufungskommissionen, Filmabende und andere Veranstaltungen, Vetretung gegenüber Profs usw. Und auch als Gegengewicht für Minister, Rektoren und Uniräte ist die ÖH extrem wichtig. Ich möchte nicht an einer Uni studieren, wo es gar keine Studierendenvertretung gibt - aber die kann halt immer nur so gut sein wie die Leute, die sie wähle
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