Militärroboter läuft schneller als ein Mensch

US-Entwicklung erreicht Tempo von 29 km/h

Washington - Den Spitznamen "Cheetah" (also "Gepard") hat ihm der Umstand eingebracht, dass er den Aussagen seiner Konstrukteure nach der bislang schnellste vierbeinige Laufroboter ist. Mit 29 km/h humpelt er seinem feliden Namenspatron (gemessene Spitzenwerte von 112 km/h) zwar weit hinterher und ist sogar langsamer als Elefanten und Flusspferde. Ein Mensch könnte den Roboter aber nur im Kurzstreckensprint abhängen - und das ist in diesem Fall von Bedeutung.

Bei "Cheetah" handelt es sich nämlich um ein Projekt des Unternehmens Boston Dynamics, das bereits mehrere Lauf- und Kletterroboter entwickelt hat und von der US Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) des Pentagon finanziert wird. Der Zweck ist militärisch - angedacht ist der Roboter, sobald ausgereift, für die Unterstützung von menschlichen Kämpfern. Zur Optimierung seiner Laufeigenschaften wurde der kopflose Robot-Gepard natürlichen Vorbildern nachempfunden; so verfügt er über eine flexible Rückenstruktur, um seine Schrittlänge erhöhen zu können. In weiteren Projektschritten soll der Roboter weiterentwickelt werden, um künftig auch Haken schlagen und abrupt anhalten zu können. (Ein Video des Roboters auf dem Laufband finden Sie hier.)

Noel Sharkey, ein Professor für Künstliche Intelligenz und Robotik an der Universität Sheffield, äußerte sich gegenüber der BBC von den technischen Eigenschaften des Roboters beeindruckt. Zugleich wies er darauf hin, dass dieser "Schritt in der Entwicklung zu einem Hochgeschwindigkeitskiller" problematisch sei, wenn dieser auf sich allein gestellt operieren solle, da kein KI-System zwischen gegnerischen Soldaten und Zivilisten unterscheiden könne. (red)

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