Der "Kampfhund" als Ladenhüter

  • Seit Jänner 2010 ist der Hundeführschein für Halter von Listenhunden Pflicht.
    foto: apa/frank may

    Seit Jänner 2010 ist der Hundeführschein für Halter von Listenhunden Pflicht.

Immer mehr Listenhunde werden abgegeben und haben laut Tierschutzverein kaum Chancen auf Weitervermittlung - Tierhalter werden auf der Straße beschimpft

Wien - Der Wiener Tierschutzverein schlägt Alarm: Immer mehr Listenhunde werden im Tierschutzhaus in Vösendorf abgegeben - und bleiben meist dort. Laut der aktuellen Statistik ist der Anteil der sogenannten Listenhunde am Gesamt-Hundebestand im Jänner 2012 auf mehr als 50 Prozent gestiegen. Am stärksten vertreten ist dabei die Rasse American Staffordshire Terrier, gefolgt vom American Pitbull Terrier und dem Rottweiler.

Halter sind Beschimpfungen ausgesetzt

Laut Wiener Tierschutzverein werden immer häufiger auch ältere, "wirklich liebevoll" gehaltene Tiere abgegeben, weil die Halter auf der Straße verbalen Attacken ausgesetzt seien. Dabei hätten Herrchen und Frauchen von Listenhunden eine ebenso enge und liebevolle Beziehung zu ihrem Tier wie die Besitzer anderer Rassen.

Eine Chance, jemals wieder vermittelt zu werden, gebe es für diese Hunde kaum, beklagte der Verein. Abwechslung bieten den Tieren zumindest "Betreuungspaten", die den betroffenen Vierbeinern gelegentlich einen Besuch abstatten und mit ihnen spielen oder spazieren gehen.

Ist man mit einem sogenannten Kampfhund in der Öffentlichkeit unterwegs, braucht man in Wien einen Hundeführschein. Er ist seit 2010 Pflicht. Für den Erwerb des Scheins ist die Ablegung einer Prüfung nötig. Gestiegen ist laut Tierschutzverein auch die Zahl der abgegebenen Welpen. Die Tierrettung sei zuletzt immer häufiger zu Jungtieren gerufen worden. Sogar eine hochträchtige Hündin sei bei extremer Kälte ausgesetzt worden. (APA)

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