Englische Debatte um das Händeschütteln

Ob die Athleten auf ihre guten Manieren bei Olympia 2012 in Lon­don besser verzichten sollen, ist derzeit Thema auf der Insel

London - Die sprichwörtliche englische Höflichkeit gilt für die britischen Olympia-Teilnehmer nicht. "Händeschütteln verboten" heißt es für die Athleten von der Insel vor den Spielen in London (27. Juli bis 12. August). Diesen Ratschlag gab der britische Olympia-Chefmediziner Dr. Ian Mc Curdie. Das Risiko, Bakterien einzufangen, sei zu groß. "Bei Olympischen Spielen kann der Einfluss auf die Leistung groß sein, wenn man krank wird oder sich auch nur ein bisschen krank fühlt", sagte McCurdie.

Das Gesundheitsministerium widersprach prompt. "Es ist selbstverständlich, dass wir alle regelmäßig unsere Hände waschen sollten, um sie sauber zu halten und die Verbreitung von Bakterien zu verhindern", sagte ein Sprecher, "aber es gibt keinen Grund, warum die Leute sich bei den Olympischen Spielen nicht die Hände schütteln sollten." Auch Dorothy Tyler-Odam, Silbermedaillengewinnerin im Hochsprung bei den Spielen 1948 in London, hält den Rat für bedenklich. "Die meisten Leute werden denken: Die sind aber unfreundlich", sagte die 91-Jährige.

Jukic auf Kurs

Dinko Jukic ist darauf eingestellt, Hände zu schütteln. Und gut zu schwimmen. Bei den British Open, der Generalprobe im Londoner Aquatic Centre, blieb er über 200 m Delfin in 1:56,56 Minuten neuerlich unter der Olympianorm. Jukic, Markus Rogan, Maxim Podoprigora, Sebastian Stoss und Martin Spitzer haben bis Donnerstag diverse weitere Starts in London geplant.

Auch die Veranstalter liegen auf Kurs. Der Ertrag aus Ticketverkauf und Sponsorengeldern übertrifft alle Prognosen. Good news gab es auch für das britische Gymnastikteam. Die jungen Damen, denen das IOC einen Startplatz garantierte, hatten knapp ein internes Limit verpasst. Nun protestierten sie mit Erfolg vor Gericht gegen ihre Nichtnominierung. Der Richter ließ freilich nicht zu, dass sie ihm nach dem Urteil die Hand schüttelten. (sid/APA, hw)

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