Serbiens Chance

Kolumne | Paul Lendvai, 5. März 2012, 18:58

Laut einer aktuellen Umfrage glauben 69 Prozent der Serben, sie seien die größten Opfer der Jugoslawienkriege

Es gehört zum Wesen der Medien, vor allem nach der globalen Kommunikationsrevolution, dass die sogenannten positiven oder hoffnungsvollen Tendenzen durch dramatische Entwicklungen, gewaltsame Zusammenstöße oder persönliche Sensationen überschattet werden. Das gilt vor allem für Regionen, die zu Recht oder zu Unrecht einen traditionell schlechten Ruf haben. Zu diesen gehört seit dem Zerfall der Habsburgermonarchie und des Osmanischen Reiches der Balkan, wobei der ungleiche Verlauf der Nationsbildung noch 2006 (Montenegro) und 2008 (Kosovo) zu umstrittenen Nationalstaatsgründungen führte.

Aus der Konkursmasse des zweiten Jugoslawien sind sieben Nachfolgestaaten - Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Mazedonien und Kosovo - entstanden. Angesichts der von Serben und Albanern besiedelten Gebiete kann heute niemand künftige Grenzänderungen in diesem von vielfältigen Konfliktlinien geprägten Raum ausschließen. Mehr als 100.000 Menschen fielen den Balkankriegen zum Opfer; mehr als vier Millionen Menschen wurden verschoben oder vertrieben, um durch ethnische Säuberungen homogene Nationalstaaten zu schaffen.

Die Nachfolgekriege, gefolgt vom internationalen Embargo gegen Serbien und Montenegro, haben mehr als 110 Milliarden US-Dollar Schaden verursacht. Kein Wunder, dass im postjugoslawischen Raum der Pro-Kopf-Lebensstandard nur ein Drittel des EU-Standards beträgt*. Nur vor diesem Hintergrund kann die Tragweite des Ja der EU-Staaten zur offiziellen Beitrittskandidatur Serbiens begriffen werden. Natürlich werden wohl Jahre, viele Jahre vergehen, bevor das Land auch tatsächlich aufgenommen sein wird. Die tief verwurzelte Korruption bleibt, übrigens genauso wie in den aufgenommenen Balkanstaaten Bulgarien und Rumänien, ein Krebsübel. Ohne die europäische Integration, besonders ohne die Überwachung der Ernennung von Richtern und Staatsanwälten durch EU-Experten könne Serbien kein normales, anständiges und zivilisiertes Land werden, meint die Tageszeitung Danas.

Dass Serbien überhaupt die Hürde in Brüssel nehmen konnte, verdankt der Balkanstaat in erster Linie dem persönlichen und international anerkannten Einsatz des Staatspräsidenten Boris Tadic. Als dieser demokratische Politiker, ein ausgebildeter Psychologe, zum ersten Mal 2004 zum Präsidenten gewählt wurde, bezeichnete ich seinen Sieg im Standard als "einen Hoffnungsschimmer für Serbien - aber noch nicht mehr". Seine Wiederwahl 2008, seine persönlichen öffentlichen Schuldbekenntnisse hinsichtlich Serbiens Verantwortung für begangene Verbrechen in Kroatien und Bosnien (Srebrenica!), gekoppelt mit der Auslieferung des "Duo infernal" (Mladic und Karadzic) sowie seine persönliche Reisediplomatie haben viel zum Prestigegewinn für Serbien beigetragen.

Laut einer aktuellen Umfrage glauben 69 Prozent der Serben, sie seien die größten Opfer der Jugoslawienkriege. Der Erfolg in Brüssel könnte der "Demokratischen Partei" von Tadic bei den bevorstehenden Parlaments- und (späteren) Präsidentschaftswahlen helfen, dem Druck der nationalistischen Opposition standzuhalten. (DER STANDARD, Printausgabe, 6.3.2012)

*Vgl. Marie-Janine Calic, Geschichte  Jugoslawiens im 20. Jahrhundert,  München 2010, S. 329–331

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ein Land voller Nihilisten,...

maßlose Selbstüberschätzung und freiwillige Volksverblödung. Es finden sich immer wieder Gestalten, die Massen dazu benutzen eigene Interessen zu erreichen. Geld, Macht und Einfluss um in der Geschichte etwas verändern zu können. Ob das was sie tun richtig oder falsch ist, "wird doch keinen mehr interessieren, in 500 Jahren". Figuren wie Mladic, Karadzic und Milosevic werden als Nationalhelden gefeiert in 2612. Die Geschicht wird etwas verdreht, Gräueltaten der anderen werden dazu erfunden, die eigenen ein wenig ausradiert. Es gibt keine kollektive Bemühung um der Wiedergutmachungswillen. Grundsätzlich haben wir alle verloren. Gewinnen werden die, die Zugeständnisse machen und an einer gemeinsame Zukunft arbeiten.

die ewige frage.. wer hat mit dem Krieg angefangen...

..eig. ganz einfach und objektiv zu beantworten... man muss sich nur die karte anschauen, die orte, wo es jahrelang gefechte gab. es wird wohl kaum ein land sein eigenes gebiet zerschiessen..

es ist erfreulich...

dass wir im Westen die einzig richtige Wahrheit kennen.

ist halt so, das muss man akzeptieren!! </ironie>

69 Prozent zustimmung ???

Prozentzahlen fast wie im guten alten jugoslawien nur in nord korea sind sie größer.

mach mal halb lang

In Kroatien haben sie auch über 60 % der Bürger für die EU entschieden. Also was willst du damit sagen? Und übrigens war im guten alten Jugoslawien ein Kroate an der Macht. Und jetzt?

Irrtum!

Über 60% der Wahlbeteiligten haben sich für die EU entschieden...

Mazedonien und Montenegro waren wohl am wenigsten umstritten danach folgt noch Slowenien im gegensatz zu Kroatien und Bosnien da gingen die Meinungsverschiedenheiten erst recht auseinander bis dann alles eskalierte und es komplett niemand mehr im Griff hatte.

Laut einer aktuellen Umfrage glauben 69 Prozent der Serben, sie seien die größten Opfer der Jugoslawienkriege.

also die Grössten opfer hatte ganz klar die andere seite das einzige das ich mir einreden lasse ist das die serben die grössten konsequensen nach dem Krieg tragen in form von sanktionen und ansicht oder ruf der landes und und und.....

herr paul lendvai

lesen sie mal was schräges, nicht immer offizelle staats propaganda. eine vt? na klar.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mari... nine_Calic

leute wie sie verbreiten die offiziellen uno-eu-nato positionen, die kennen wir, die glauben sowieso 90% der bürger, weil es so gut verkauft wurde.

ich bin nicht per se ein serbenfreund, aber die lage ist wesentlich neutraler zu sehen, als das eu gedönse. auch ich glaubte die orf version, aber sie ist falsch.

und das wissen sie. warum glauben die serben, dass sie opfer waren? warum nur? was ist das argument, die sprachregelung dafür ....

Werte Leser ! Glauben Sie nur jene Umfrage, die Sie selbst gefälscht hatten.

International Road Federation., Band 37, Ausgabe 5, Jahr 1986:
"By the year 1990, more than 1000 kilometers of motorways are expected to be in service in Yugoslavia."

State Collapse and Reconstruction in the Periphery: Political Economy, Ethnicity and Development in Yugoslavia, Serbia and Kosovo, Jens Stilhoff Sörensen, 2009: "A real challenge to its legitimacy came in 1969 from Slovenia. The object was a scheduled motorway programme which was delayed for projects in other republics."

Diese liebenswerten herzensgebildeten neuen EU Bürger seien herzlich willkommen.
Jetzt wird alles noch viel besser.
Und: "Bitte, mein Wien nicht schlechtreden, gell Ihr Stimmbürger."
2013 kommt schneller als Ihr glaubt.
Es ist einfach zum Kotzen was in den Vereinigten Staaten von Europa abgeht.
Natürlich verstehen die lieben Mitbürger aus der Cottage und Sievering und Neustift nicht, worums hier geht. Und wenn ihre SUVs gestohlen werden, ihre Villen plündert sind - die Versicherungen werdens schon richten. Nur: wie lang noch?
Aber: `s eh wuascht.
Good luck!

Nato-Einsatz getürkt

-> "Laut einer aktuellen Umfrage glauben 69 Prozent der Serben, sie seien die größten Opfer der Jugoslawienkriege."
Ein Standard-Poster hat dieses extrem relevante link einer NDR Doku gepostet:
http://www.youtube.com/watch?v=D... plpp_video
(Scharping gehört demnach nach Den Haag und die Medien aufgeklärt)
Zur Erinnerung: Die von den Albanern gedingte US-Publicity-Agentur hatte vor Kriegsbeginn einen "Super Job" geleistet....

http://www.youtube.com/watch?v=HBHefedY4fw Ebenfalls interessant

Außerdem glaube ich,dass diese Umfrage sehr leicht missverstanden werden kann und dadurch die Meinung aufkommen könnte,69% würden serb. Verbrechen leugnen(was oft von antiserbischen Postern behauptet wird).Das Problem ist, dass in diesen Bürgerkriegen jeder Täter und Opfer war, hauptsächlich aber die Serben in einer Schwarz-Weiß-Darstellung der Jugoslawienkriege dämonisiert wurden und auf sie extremer Druck ausgeübt wurde, die Kriegsverbrecher auszuliefern, während die meisten kroat., bosn., alb. Kriegsverbrecher wie Oric oder Thaci frei sind und wahrscheinlich auch nicht mehr verhaftet werden(z.B. : die Ermittlungen gegen Thaci (Organhandel) wurden eingestellt, nachdem ein Amerikaner die Führung überhnahm, 10 Tote Kronzeugen und und und..)

Der böse Organhandel,da tut euch Dick Marty einen gefallen und lässt euch Fallen,und man fällt so tief,das man nicht weiß wo man ist!

Wo sind denn die Beweise von Dick Marty?
Nicht ein Beweis,aber Müllbehauptungen bis zum Umfallen.

Herr Djindjic, da Sie seit 2003 nicht mehr vorhanden sind möchte ich Ihnen eines mit geben,damit Sie endlich Ihre ruhe finden.

Dick Marty konnte noch ein Opfer noch ein Täter per Namen nennen mit der Begründung,es ist nicht seine Aufgabe Beweise zu finden und diese vorzulegen.

Und für 2 Jahre Ermittlungen finde ich das schwach,da hat der Ami und Ihre ausgedachten neuen 10 Kronzeugen-Morde nichts damit zutun.

"da hat der Ami und Ihre ausgedachten neuen 10 Kronzeugen-Morde nichts damit zutun."

Ja per zufall leitet ein Amerikaner diese Ermittlungen

Ja per zufall wurde Thaci gleich ausgeschlossen
(eben durch diesen Amerikaner!)

Ja per zufall sind 10 "Kronzeugen" einfach so aus Lust gestorben. Ich meine es kann ja immer wieder passieren das "Kronzeugen" plötzlich nacheinander sterben weil sie aussagen wollen.
Und übrigens weiss man auch wer bei den Serben verschwunden ist. Und Thaci wird als Kopf dieser Kriminellen Organisation Namens UCK erwähnt!

Dick Marty in Ehren, hasste schon vergessen wer die geheimen CIA Folterflüge aufgedeckt hat? Thaci etwa?

Und jetzt?

Was ist damit? Glauben Sie, dass jetzt Kosovo ein Teil Serbiens wird?
-
http://www.blick.ch/news/ausl... 54152.html
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http://www.nzz.ch/nachricht... 72901.html
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http://www.spiegel.de/politik/a... 10,00.html
-
http://www.youtube.com/watch?v=o... re=related
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http://www.youtube.com/watch?v=5... re=related
-
Legen Sie Pausen ein, schauen Sie sich die Meldungen über die Ausrufung der Unabhängigkeit an, die Videos von Albanern aus allen Teilen der Welt - welche die Republik Kosovo feiern. :-)
-
69% glauben, die grössten Opfer zu sein? Warum, wurden zu wenige Albaner, Kroaten und Bosnier umgebracht? Wolltens mehr?!

Das sind also Ihre Beweise für die Unschuld Thacis? :)

Sie haben übrigens eine Sache vergessen: Kosovo* ;)

Achso der Organhandel also wurde Aufgedeckt und alle verantwotlichen wurden vor Gericht gestellt,ja?

Ich Glaube,ich habe etwas verpasst,oder etwa doch nicht?
Natürlich gab es den Organhandel,aber in Belgrad als man 700 Albaner fand,und das ungelöste Rätsel an der Grnze zum Kosova das ungelöste Rätsel Raske......

hahahaha

Blick............

tu doch gleich noch die Kronenteitung rein
und 20 min u.s.w ;-)

WIe gehts eigentlich mit der eigenen Telefonvorwahl voran kuci?

Blick, die NZZ, der Spiegel,

alle berichteten vom 17.02.2008 - als die Republik Kosovo ausgerufen wurde. :-)
-
Eigene Telefonvorwahl? Albanien hat doch schon eine. :-)

kosovo ist nicht albanien...oder wie ist das gemeint ?

im kosovo sollte sich der bürger auch als kosovare fühlen und nicht als albaner. wenn nicht, ist die unabhängigkeit diskussionswürdig, denn minderheitenrechte zu wahren bedeutet nicht teile von ländern einfach wegzunehmen und dann militärbasen zu erreichten, sowas geht in richtung imperialisums (in dem wir eigentlich auch leben nur kann man heutzutage alles so schönreden und schönmalen im HD-TV).

warum hüpft man nich schnell nach russland und "befreit" die tschtschenen ? dort hört die "gerechtigkeit" dann einfach auf und man schwenkt zur diplomatie (achtung ironie) über.

leider zerfleischen sich die opfer hier selbst, "denn sie wissen nicht was sie tun....."

Und welche Sprache Sprechen die Kosovaren?
Kosovarisch?
Als Kosovaren sollten sich alle Minderheiten ansehen,da wir in Zukunft folgendes zusammenfassen müssen:

90-91 % Albaner, 10-9% Kosovaren.

Kosovo ist de facto

ein zweiter albanischer Nationalstaat, eine Art Kulturnation, hat mit der lange aufrecht erhaltenen Teilung des albanischsprachigen Raumes in eine Vielzahl von Kleinstaaten zu tun. Es entstand hier eine staatsübergreifende Kulturnation, die jede albanischsprachige Region Europas einschließt. Mit einer der heutigen Zeit angepassten Verfassung, die einen umfassenden Schutz der in Kosovo anerkannten Minderheiten (Kosovo-Serben, Türken, Bosniaken, Gorani, Roma, Ashkali und Ägypter) garantiert.

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