Die Suche nach den Goldstücken: "Sehr viel Luft nach oben" bis "viele auszeichnungswürdige Ideen"

5. März 2012, 17:16

Die Gewinner werden freilich erst bei der Gala am 23. März im Wiener Konzerthaus verraten, hier schon jetzt Kommentare und Eindrücke aus den einzelnen Juries

Am Freitag, 2. März, hat die CCA-Jury wieder im ORF-Zentrum getagt: 110  Juroren plus vier Gast-Juroren aus der Wirtschaft waren auf der Suche nach den besten Ideen des Jahres. CCA-Präsident Gerda Reichl-Schebesta ist dazu am Dienstag von 12 bis 13 Uhr zu Gast im derStandard.at-Chat. Die Gewinner werden freilich erst bei der Gala am 23. März im Wiener Konzerthaus verraten, hier schon jetzt Kommentare und Eindrücke aus den einzelnen Juries:

Alexander Zelmanovics (Film, Eigenwerbung, Animation):
11 Juroren inklusive eines - im übrigen überaus kompetenten - Gastjuroren  befanden die eingereichten Arbeiten in den drei zu bewertenden Kategorien tendenziell schwach. Besonders in der  Kategorie Film wurde sehr an-, zum Teil auch aufgeregt über die Qualität der heurigen Arbeiten diskutiert. Am Ende eines langen Tages am Küniglberg blieben aber dennoch würdige Preisträger. Keine  Flut an Medaillen, aber diejenigen, die vergeben wurden, können sich allemal sehen und  hören lassen. Wir freuen uns trotzdem auf ein nächstes Jahr mit ein bisschen mehr vom ganz Guten.

Alistair Thompson (Magazin-und B2B-Anzeigen):
Das Magazin ist tot. Lang lebe das Magazin.  Es mag ja sein, dass die Reichweiten von Magazinen rückläufig sind. Auf dem Weg  nach vorne ist hingegen das Niveau der dort zu findenden Anzeigen, so die einhellige Meinung der Jury. Nach intensiven, aber stets fairen Diskussionen gab es  schlussendlich eine klare Entscheidung.

Eva Buchheim (Design):
Vor drei Jahren, als ich zum letzten Mal den Vorsitz dieser Jury hatte, wurden die  Kategorien "Grußkarten" und "Ambient Design" gerade neu eingeführt.  Damals noch etwas dünn bestückt, konnten wir uns dieses Jahr über genug  Einsendungen und gute Qualität freuen. Bedauerlich war nur der starke Einbruch bei den Geschäftsberichten. Wie es scheint, hat uns hier die aktuelle Wirtschaftslage um ein Vergnügen gebracht.

Edmund Hochleitner (Hörfunk, Integrierte Kampagne, Musik & Sounddesign):
In den Kategorien Integrierte Kampagne und Hörfunk sahen und hörten wir heuer viele gute Arbeiten, doch wirklich Herausragendes war nicht zu finden. Die Jury urteilte generell streng, aber sehr fair. Bei Musik und Sounddesign war es noch schwerer, wirklich brilliante Arbeiten herauszufiltern. Viel blieb am Ende des Tages nicht übrig.

Dieter Weidhofer (Online):
Es war kein leichter Tag für die Online-Jury: Arbeiten zu finden, die durch Relevanz, Originalität und Magnetismus überzeugen, war mitunter nicht einfach. Dennoch gelang es im Laufe des Tages durch akribische Suche die Goldstücke herauszufiltern. Am Ende zeigten sich ausgezeichnete Ergebnisse in den Kategorien Banner, Apps & Interfaces und Social Media und sehr enttäuschende in den Kategorien Websites und Microsites. Was zeigt: Österreichs Werbewirtschaft kann mit Digitaler Werbung und deren Anwendungen auszeichnungswürdig umgehen, bei den Web-und Microsites muss man nachsitzen, da gibt es noch sehr viel Luft nach oben.

Andreas Spielvogel (Direkt Werbung, Promotion):
Fazit für Direkt und Promo: Ein grundgutes Niveau, von dem man gerne mehr und noch besseres sehen möchte. Schöne Ideen, witzige Umsetzungen, ein bisschen Paperboxstyle (Wiederverwertung/Zweckentfremdung bestehender Dinge), Texte sind schwach. Was vor allem fehlt: Wirklich Neues, die Einbindung neuer Medienkanäle, zeitgemäße Denke. Was ausgezeichnet wurde ist gut, keine Frage. Doch das alles hätte vor fünf Jahren auch gewinnen können. Zeichen setzen wir damit keine, außer, dass die Idee zählt. Aber da geht mehr. "Innovationen entstehen immer aus Unzufriedenheit", so das Sprichwort. Ich denke, wir sollten unzufriedener sein. Oder zumindest bleiben.

Hannes Böker (Plakate):
Österreich ist doch ein gutes Plakatland. In Zeiten großflächig plakatierter Folder-Titel zeigten sich heute die vielen guten Plakate, Poster, Citylights und Rollingboards, die es doch gibt. Nach fairer und intensiver Diskussion fanden viele Arbeiten den Weg ins Buch, die herausragenden Ideen wurden mit Edelmetall belohnt.

Andreas Putz (Tageszeitungsanzeigen, Werbetext, Werbung im öffentlichen Raum):
Eine lebhafte, durch und durch kontroversielle Diskussion brachte für die einen gestrenge, für die anderen milde Resultate. Über die Sieger war man sich letztlich aber doch einig.

Karin Kammlander (Öffentliche Anliegen (FFF, Anzeigen, Plakat, Digitale Medien, Direkt) & Creative Media & Creative Use of Media):
Der genius loci und keine 160%
Die Jury war - fast - ganz zufrieden. Mit den Einreichungen und mit dem Ergebnis. Und überdies meist einer Meinung. Zum Beispiel: Die Kategorie öffentliche Anliegen war heuer deutlich besser als letztes Jahr. Gerade an dieser Kategorie lässt sich gelebte österreichische Kultur ablesen. Wir sind ein Spenderland. Kaum woanders gibt es so viele soziale Kampagnen. Schön!
Der genius loci funktioniert.
Zum Beispiel: Die Kategorie Creative Media & Creative Use of Media war überhaupt ziemlich stark. Viel Konkurrenz. Viele auszeichnungswürdige Ideen von hohem Niveau.
Noch schöner!
Zum Beispiel aber auch: Ideen, die bleiben, sind gut. Aber eben nur der Anfang. Denn wie sagt Sir John Hegarty so schön: "Werbung ist 80% Idee, aber auch 80% Umsetzung." Die Jury hätte sich an manchen Stellen deutlich mehr handwerkliche Excellenz gewünscht.

Giovanni Corsaro (Editorial, Fotografie & Illustration)
Die große Anzahl an Einreichungen im Bereich "Editorial" belegt, dass auch heute in einer modernen, digitalen Welt diese Disziplin nach wie vor eine zentrale Rolle spielt und auch durchaus noch Innnovation im Design bieten kann. In den Bereichen "Fotografie" und "Illustration" hat sich die Anzahl der Einreichungen vervielfacht, was zeigt, dass das optische Element in der Darstellung vernetzt mit Technik und konzeptionellem Denken immer wichtiger wird.

Gerda Reichl-Schebesta (Internationale Arbeiten):
In den Kategorien für Internationale Arbeiten, d. h., Arbeiten für ausländische Märkte, die am Wirtschaftsstandort Österreich konzipiert wurden oder von österreichischen Kreativen im Ausland, gab es 29 Einreichungen. Die Jury dieser Kategorie setzte sich aus den Jury-Vorsitzenden des Tages zusammen - Idee dahinter war ein Vergleich der Niveaus. Und das Ergebnis lässt sich auch mit allen anderen Kategorien vergleichen: ausgezeichnet werden sehr wenige, aber dafür herausragend gute Arbeiten - und das mit großer Einstimmigkeit. Großes Plus: Hier wurden große Kampagnen und sichtbare Aktionen für große Auftraggeber ausgezeichnet - genau das, wonach wir im Club suchen und was die Branche braucht. (red)

wenn ihr euch schon selber auszeichnets dann doch keine plagiate. xandi - schau mal, dein soccercupsujet:
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