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Wien - Am Montag warfen die Freiheitlichen dem Chefredakteur des Aktuellen Dienstes im ORF, Fritz Dittlbacher, vor, gegen seine Mitarbeiter "Stasi-Methoden" angewendet zu haben. So habe er versucht, deren Mail-Postfächer per Gerichtsbeschluss zu öffnen. Die Redakteurssprecher der "Zeit im Bild" wehrten sich entschieden: Die Vorwürfe seien "inhaltlich falsch" und "ohne jede Grundlage".
Aufregung um internes Mail
FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky hatte Dittlbacher in einer Aussendung zur Last gelegt, Mitarbeiter nach einem Bericht in der "Kronen Zeitung" über ein von ihm verfasstes internes Mail an "Zeit im Bild"-Chefin Lisa Totzauer unter Druck gesetzt zu haben. Laut Vilimsky sei auf der "Suche nach dem 'Verräter'" angedacht worden, die Computer der Redakteure mittels Gerichtsbeschluss zu öffnen. Außerdem seien Redakteure "ausgeschwärmt" und hätten "Kollegen gezwungen, ihre Computer 'freiwillig' zu öffnen", behauptete er. Der FPÖ-Generalsekretär forderte die sofortige Beurlaubung von Dittlbacher, dem er vorwirft, "besonders brutal gegen Kollegen vorgegangen" zu sein.
Redakteure gegen Diffamierung des Chefredakteurs
Die "ZiB"-Redakteure wiederum sprachen sich scharf gegen eine Diffamierung ihres Chefredakteurs aus: "Aus einer normalen Diskussion über redaktionelle Inhalte einen Skandal machen zu wollen, wird weder der 'Kronen Zeitung', noch der FPÖ gelingen", hieß es in einer Stellungnahme der Redakteurssprecher.
Der Wunsch, die Mail-Konten zu öffnen, sei von den betroffenen ZiB-Mitarbeitern ausgegangen, weil sie beweisen wollten, dass die in der "Krone" veröffentlichten internen Mails nicht von ihnen weitergeleitet wurden, so die Redakteurssprecher. Es sei keine Initiative des Chefredakteurs gewesen und die Idee außerdem verworfen worden: "Nach interner Diskussion wurde die Entscheidung getroffen, dass Mail-Postfächer aus grundsätzlichen Überlegungen wegen des Redaktionsgeheimnisses unter keinen Umständen geöffnet werden - auch nicht freiwillig." Eine mögliche Anzeige sei von einem betroffenen Redaktionsmitglied ins Spiel gebracht und diskutiert worden, dies sei aber nicht weiter verfolgt worden, sagte "ZiB"-Redakteurssprecher Dieter Bornemann.
Bornemann: Diskussion "offen und transparent"
Bornemann betonte, dass die interne Diskussion "offen und transparent" abgelaufen sei. Man habe die Vorfälle stets in der Mittagssitzung der "Zeit im Bild" besprochen, bei der die meisten Redakteure anwesend seien.
Ende Februar hatte die "Krone" von einem E-Mail Dittlbachers berichtet, in dem er Totzauer ersucht, einen Bericht über Parteispenden richtigzustellen. Dies war nach Annahme der Zeitung auf Intervention der Arbeiterkammer passiert. Dittlbacher hatte zurückgewiesen, dass dies wegen einer Intervention passiert sei. (APA)
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ich halte die persönliche diffamierung des orf-chefredakteurs für einen unfassbaren skandal. das sind stürmer-methoden. verwunderlich, dass der redakteursrat hier einschreitet und nicht die orf-führung. ebenso ist es unerträglich, dass offenbar aus den reihen des orfs mails weitergeleitet werden. dies würde in jedem anderen unternehmen zu einer sofortigen fristlosen kündigung führen. würde mich interessieren, wie die fpö eine derartige illoylität ahnden würde.
ps: nein ich arbeite nicht für den orf. ich wähle nicht die spö. ja, ich war az- abonnent. ich finde es nur einfach degoutant, wie in österreich öffentlich diffamiert wird - noch dazu ein journalist, den ich als medienkonsument immer geschätzt habe.
jeder österreicher weiß doch, daß ein roter chefredakteur im zwangsgebührenfinanzierten staatsender niemals tun würde, was die arbeiterkammer verlangt. und niemals jenem mitarbeiter böse wäre, der die mails der krone zugespielt hat.
das sind doch im ORF bitte keine parteigünstlinge oder protektionskinder, sondern international hoch anerkannte top-journalisten, die nur der kritischen berichterstattung verpflichtet sind und fast täglich neue skandale aufdecken, wodurch ihre arbeit demokratiepolitisch immens wertvoll ist.
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