Besser Gebildete greifen öfter zum Glas

5. März 2012, 16:29
  • Gerade in Bevölkerungsgruppen mit signifikant höherem Einkommen scheint 
der Alkoholkonsum besonders ausgeprägt - stärker noch als in den 
mittleren Einkommensgruppen.
    foto: standard/matthias cremer

    Gerade in Bevölkerungsgruppen mit signifikant höherem Einkommen scheint der Alkoholkonsum besonders ausgeprägt - stärker noch als in den mittleren Einkommensgruppen.

Menschen mit niedrigem Bildungsstand rauchen häufiger und sind öfter stark übergewichtig - Besser Ausgebildete trinken dafür umso häufiger

Bayreuth - Je höher der Bildungsstand, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines regelmäßigen Alkoholkonsums. Hingegen ist die Wahrscheinlichkeit zu rauchen, bei einem vergleichsweise hohen Bildungsstand deutlich geringer. Diese und weitere Ergebnisse fördert eine neue Studie der Universität Bayreuth zum Gesundheitsverhalten in Deutschland zutage, die in der Zeitschrift "Economics Research International" veröffentlicht wurde.

Alkoholmissbrauch, starkes Rauchen, schlechte Ernährung und Bewegungsmangel fördern nachweislich eine Vielzahl gesundheitlicher Risiken. Detaillierte Informationen über das Gesundheitsverhalten der Menschen in Deutschland liefert das Sozio-oekonomische Panel (SOEP), eine regelmäßige repräsentative Befragung privater Haushalte. Die Studienautoren Udo Schneider und Brit Schneider, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Finanzwissenschaft der Universität Bayreuth, haben die Daten des Jahres 2006 (bei Studienbeginn die aktuellsten Daten) daraufhin untersucht, ob es erkennbare Zusammenhänge gibt zwischen sozioökonomischen Faktoren, gesundheitlichem Wohlbefinden und Verhaltensweisen, die gesundheitliche Risiken erhöhen.

Bildung, Arbeit, Einkommen

Die Auswertung der Daten zeigt, dass das Gesundheitsverhalten der Menschen in Deutschland wesentlich von drei Faktoren beeinflusst wird: Bildungsstand, Erwerbstätigkeit und Einkommen. So verringert sich bei Männern und Frauen mit einem vergleichsweise hohen Bildungsstand deutlich die Wahrscheinlichkeit zum Tabakkonsum. Menschen, die keine abgeschlossene Ausbildung haben, neigen hingegen stärker zum Rauchen. Ähnlich verhält es sich mit starkem Übergewicht (Adipositas): Männer und Frauen sind davon seltener betroffen, wenn sie einen Hochschulabschluss haben.

"Vermutlich sind Menschen mit höherer Ausbildung besser über die Gefahren eines starken Tabakkonsums aufgeklärt, so dass sie in dieser Hinsicht risikofreier leben wollen", meint Brit Schneider. Sie sieht in diesem Befund eine Chance für die Gesundheitspolitik: "Kampagnen, die in allgemeinverständlicher Form über die möglichen Folgen des Rauchens und der Fettleibigkeit informieren, können geeignet sein, zahlreiche Menschen zu entsprechenden Änderungen ihres täglichen Verhaltens zu bewegen."

Besser Gebildete trinken regelmäßiger

Ganz anders sieht es beim Alkohol aus - und zwar bei Männern wie auch bei Frauen. Je höher der Bildungsstand, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines regelmäßigen Alkoholkonsums. "Es erscheint wenig plausibel, dass Menschen mit einer weit überdurchschnittlichen Ausbildung ausgerechnet in puncto Alkohol schlecht informiert sind", erklärt Koautor Udo Schneider. "Näher liegt die Annahme, dass das Wissen um die Risiken der 'Volksdroge Alkohol' durch die gesellschaftliche Akzeptanz verdrängt wird. Gerade in sozialen Milieus mit einem relativ hohen Bildungsstand kommt es nicht selten vor, dass Menschen sich wechselseitig zum Alkoholkonsum animieren."

Vom Bildungsgrad hängen in Deutschland oft auch der soziale Status und das verfügbare Einkommen ab. Dementsprechend führt die Auswertung der SOEP-Daten zu dem Ergebnis, dass Menschen, die in relativer Armut leben, überdurchschnittlich viel Tabak konsumieren. Hier sehen die Autoren einen Ansatzpunkt für eine staatliche Gesundheitspolitik, die mit dem Ziel, die verhaltensbedingten Krankheitskosten zu senken, Anreize für das Nichtrauchen setzen will. Eine höhere Besteuerung von Tabakwaren könnte dazu beitragen, dass der Anteil der starken Raucher an der Gesamtbevölkerung deutlich sinkt. Dies gilt wiederum nicht für alkoholische Getränke. Denn Männer und Frauen, die in relativem Wohlstand leben, neigen wiederum zu erhöhtem Alkoholkonsum. Mehr noch: Gerade in Bevölkerungsgruppen mit signifikant höherem Einkommen scheint der Alkoholkonsum besonders ausgeprägt - stärker noch als in den mittleren Einkommensgruppen.

Geschlechtsspezifische Unterschiede

Auffallend ist ein Unterschied zwischen Männern und Frauen hinsichtlich der Fettleibigkeit. Bei Frauen, die über ein höheres Einkommen verfügen, ist die Wahrscheinlichkeit umso geringer, dass sie unter starkem Übergewicht leiden. Bei Männern hingegen ließ sich kein Zusammenhang zwischen der Höhe des Einkommens und einem extrem hohen Körpergewicht feststellen.

Ebenso lässt die Studie bei Männern keine Abhängigkeiten zwischen der Intensität ihrer Erwerbstätigkeit (Zahl der Arbeitsstunden) und ihrem Alkohol- oder Tabakkonsum erkennen. Dagegen ist der Anteil der Raucherinnen in der Gruppe der erwerbstätigen Frauen überdurchschnittlich hoch. Zudem kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass Frauen, die über längere Zeit einem starken beruflichen Stress ausgesetzt sind, verstärkt zum Tabak- und zum Alkoholkonsum neigen. Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit unter 42 Stunden sinkt dieses Konsumverhalten, und auch starkes Übergewicht ist dann weniger verbreitet.

Gesundheitliches Wohlbefinden

Die beiden Bayreuther Autoren haben in ihrer Studie auch untersucht, wie sich Alkohol- und Tabakkonsum auf das gesundheitliche Wohlbefinden auswirkt. Das Ergebnis ist geschlechtsspezifisch: Häufiges Trinken geht bei Männern in der Regel mit der Erfahrung einher, dass sich der Gesundheitszustand verschlechtert. Dagegen scheint es bei Frauen einen positiven Effekt auf das gesundheitliche Wohlbefinden zu geben. Eine mögliche Erklärung für diese abweichenden Selbsteinschätzungen: "Frauen neigen dazu, schon einen insgesamt moderaten Alkoholkonsum als häufiges Trinken zu bewerten. Ein moderater Konsum aber kann, anders als starkes Trinken, tatsächlich zum subjektiven Wohlbefinden beitragen", erklärt Brit Schneider. "Dagegen sind Männer möglicherweise geneigt, erst dann von einem häufigen Alkoholkonsum zu sprechen, wenn sie dadurch eine klare Verschlechterung ihres Gesundheitszustands erleben."

Was das Rauchen betrifft, stimmen Männer und Frauen in der Einschätzung der gesundheitlichen Auswirkungen überein. Sie erleben dadurch keine signifikante Beeinträchtigungen. Eine wesentliche Ursache hierfür sehen die Autoren der Studie in der Tatsache, dass gesundheitliche Folgen eines starken Tabakkonsums oftmals nicht im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit dem Rauchen stehen, sondern sehr viel später auftreten können - manchmal erst dann, wenn die Betroffenen das Rauchen eingeschränkt oder aufgegeben haben. (red)

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also kann laut studie gesagt werden

wir haben eine hochgebildete jugend, weil die ist in europa spitze beim komasaufen ;-)

ich trinke - also bin ich gebildet ;-)

Besser Gebildete greifen öfter zum Glas

???
der alk macht sicher dort nicht halt!!

möglicherweise ertragen sie aber auch nicht

die vielen kläglich alles und heute lesenden dumpfbacken...

Bestens Gebildete greifen öfter zum Gras

Besser Gebildete greifen öfter zum Glas

Ungebildete trinken gleich aus der Flasche.

wie sagt schon ein alter Spruch?

Dummheit frißt, Intelligenz säuft!

Na klar,...

...die Blöden sehen keinen Grund zum Saufen.

das is halt der Wissensdurst

Besser Gebildete greifen öfter zum Glas

die anderen zur Flasche

Noch eine Studie...

man kann ihr glauben oder auch nicht.

Lustig, die Wirkung von "oder"...

"Man kann ihr nicht glauben, oder schon."

Selbe Aussage, völlig andere Wirkung. :-)

also so einen schmarren die haben alle nen vollknall

Für intelligente Menschen ist die Welt nur im Suff erträglich

Das fängt eigentlich schon bei einem recht durchschnittlichen IQ an, wenn ich von mir auf andere schließen darf.

danke, musste bei ihrem posting einfach lachen!

Hmmm, dann muesste ich Alkoholiker sein, bin ich aber nicht!

Studie widerlegt, jedenfalls zum Teil ::))

Es fehlt der beweis, dass

sie besser gebildet sind ;-).

Nein, den gibt's

IQ lt HAWIE-R und IST-70: 148 (+-5)

4 Uni-Abschluesse (alle wissenschaftl. Arbeiten selbst gemacht ud nix kopiert an einer oesterr. Uni)

Gut, woher hätten Sie auch die Zeit zum Saufen her nehmen sollen...? ;-)

Respekt! Welche Studienrichtungen?

spiritistik?

Mag.phil.Mag.iur.Dr.rer.nat.Dr.iur.

ist ja schon fast ein spiritus rector ;-)

Wenn das wahr ist, empfehle ich dringend zu trinken

Es muss ja nicht viel, oder oft sein.
Fahren Sie ab und zu mal runter - und zwar nicht durch Belastung auf anderer Ebene - ein Trick, den Sport oder Meditation (für Fernsehen werden Sie kaum anfällig sein) bieten. Es wird Ihnen neue Perspektiven eröffnen und Erkenntnisse bringen, die Sie nüchtern zu 99% wieder verwerfen - aber 1% ist es wert!

Jetzt müssten Sie es halt für möglich halten, dass ein Geisteszwerg wie ich genug über das Denken nachgedacht hat, um Hochbegabten sagen zu können, wie sie besser denken können.
Dazu sage ich noch, dass es mich immer wieder traurig macht, wie dumm intelligente Menschen sein können, wenn sie nicht merken, dass sie nicht mehr nachdenken können.

wen wunderts

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