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Wien - Das Perinatalzentrum im Wiener Allgemeinen Krankenhaus (AKH) ist um zwölf Betten gewachsen. Frühgeborene, die noch nicht auf einer Normalstation versorgt werden können, aber auch nicht die Behandlung einer Intensivstation benötigen, finden nun Platz in der "Intermediate-Care-Station". In der ist dann auch Platz für die Mütter, wie in einer Pressekonferenz betont wurde.
Die Anzahl an Frühgeborenen ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Dies sei vor allem auf das immer höhere Alter der werdenden Mütter zurückzuführen, erklärte der Vorstand der Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Peter Husslein. Gleichzeitig habe sich der medizinische Fortschritt in einem solchen Maße weiterentwickelt, dass mittlerweile auch Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht um 600 Gramm überleben können. Dementsprechend sei auch der Bedarf an medizinischer Betreuung für Kinder gestiegen. Mit der Schaffung von zwölf zusätzlichen Betten sei man diesem gerecht geworden, betonte Husslein.
Zwischenstation
Auf der neuen "Intermediate-Care-Station" erhalten Neugeborene, die sich gesundheitlich zwischen den Erfordernissen einer Intensivstation und normaler Kinderstation befinden, die entsprechende medizinische Betreuung. "Hier werden ganz kleine Kinder zwischen der 23. und 27. Schwangerschaftswoche betreut. Meist haben sie anfangs nur zwischen 350 und 1.000 Gramm gewogen und waren zunächst auf der Intensivstation. Danach brauchen sie eine Zwischenstation, wo sie zwar nach wie vor überwacht werden, aber nicht mehr an lebensnotwendigen Schläuchen hängen", sagte Arnold Pollak, Leiter der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde.
Der Weg der Frühgeborenen in die Normalstation ist oft ein langer: "Früher sind Kinder unter 600 Gramm Geburtsgewicht gestorben. Heute werden sie bis zu vier Monate auf der Intensivstation und der Intermediate-Care-Station betreut", unterstrich Angelika Berger, stellvertretende Leiterin der Klinischen Abteilung für Neonatologie, Pädiatrische Intensivmedizin und Neuropädiatrie. Neu sei nun, dass die Frühchen nicht wie bisher die gesamte Zeit auf der Intensivstation verbringen müssen, sondern, sobald sie in stabilem Zustand sind, auf die Zwischenstation kommen.
Auch für die Mütter gebe es Verbesserungen: "Sie liegen nun auf derselben Station mit ihren Kleinen und können gemeinsam mit den Kinderschwestern die Betreuung des Babys übernehmen." Auf der Intensivstation ist für die Mütter nämlich kein Platz.
Das Perinatalzentrum im AKH Wien besteht aus einer neonatologischen Intensivstation, dem Bereich für Früh- und Termingeburten, in dem es ebenfalls eine Neonatologie-Intensivstation gibt, und der nun neu eröffneten Intermediate-Care-Station. Es zählt damit zu einem der größten Zentren in Europa, wie betont wurde.
Apropos Kosten: Trotz der Sparpläne am Wiener AKH hätte für die neue Station zusätzliches Personal aufgenommen werden können, versicherte Reinhard Krepler, der ärztliche Direktor des Krankenhauses. Die Kosten für den Umbau der Frauenstation und die Erweiterung der Neonatologie betrugen rund 10,2 Mio. Euro, hieß es. (APA)
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