"Die Griechen erleben die totale Depression"

5. März 2012, 14:20

Der Schriftsteller Petros Markaris erklärt, warum er Angst um die Zukunft seines Landes hat und der Politik keine Krisenlösung zutraut

Petros Markaris hat Angst um sein Land. Der griechische Schriftsteller traut der politischen Klasse seiner Heimat nicht zu, dass diese mit der Krise fertigwird. Beide Volksparteien hätten sich über Jahre gegenseitig geschont, um für ihre jeweiligen Anhänger Sicherheit und somit Privilegien zu bekommen. Für die kommenden Wahlen will Markaris keine Prognose abgeben, da die Situation im Moment zu verworren sei. Er hält auch neue Parteigründungen für möglich. Der Autor zur Stimmungslage innerhalb der Bevölkerung: "Ich glaube, dass eine Mentalitätsänderung kommen wird, ich weiß aber nicht, wann. Zur Zeit erlebe ich die absolute Entmutigung. Die totale Depression." In seinen Kriminalromanen beschreibt Markaris den typischen Griechen, der in den Jahren des fiktiven Reichtums geglaubt hatte, er sei reich, aber nicht bedacht hatte, dass es sich um geliehenes Geld handelte. An der Verteilung des fiktiven Reichtums innerhalb Griechenlands sei nicht die EU schuld, sondern die griechische Politik, die es verabsäumt habe, dass diese Gelder richtig investiert werden. (rasch, derStandard.at, 5.3.2012)

die Griechen benötigen dringend eine Metapolitefsi,

wie sie ab 1974 nach dem Fall der Militärregierung in Griechenland stattgefunden hat. Mit den strukturell versteinerten und verkrusteten großen Alt-Parteien wird GR nicht aus dem Schlamassel kommen. Die Situation bei uns ist ja auch nicht viel anders.

Wenn ich jemanden Geld gebe

der damit nicht umgehen kann, bin ich sehr wohl auch als Geber schuldig.
Ich bin Sachwalter einer psychisch labilen Person. Er bekommt in kleinen Häppchen die Pension. Das Geld wäre sonst schon am 2. weg. Ich habe auch ein Dutzend Versicherungsverträge gekündigt, die er - als er noch nicht besachwaltet war - abgeschlossen hat.
Zu schauen, dass auch am 30. noch Geld da ist und es nicht sinnlos beim Fenster hinausworfen wird, gehört zu den Pflichten eines Sachwalters.

Es ist bitter und unwürdig wenn ein Land besachwaltet wird. Aber offensichtlich gehts nicht anders.

2 Seiten

Was Sie beschreiben, ist wohl die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist, dass die meisten Staaten (auf jeden Fall die Euro-Länder) überschuldet sind. Dass es "die Griechen" als erstes erwischt hat, haben sie sicher selbst (zumindest mit-) verschuldet. Aber wir haben auch ein System-Problem. Frankreich und Deuschland, die gerne "Retter" der Euro-Krise wären, kommen beim Schuldenstand im Ranking der Euro-Länger auf Platz 5 und 6 - gleich nach den PIGS-Ländern. (siehe z.B. www.staatsverschuldung.de/ausland.htm , die Sortierung nach Verschuldung in % des BIP müssen Sie selbst vornehmen)
Nach Ihrer Logik müssen unsere Staaten alle demnächst besachwaltet werden.

Sachwalter

Genau genommen wird die gesamte EU schon seit geraumer Zeit von der "Finanzindustrie" besachwaltet!

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