Ein Blutstropfen reicht für die Allergie-Diagnose

5. März 2012, 13:52
  • Der  Allergen-Chip benötigt nur einen Blutstropfen für die Diagnose.
    foto: apa/helmut fohringer

    Der Allergen-Chip benötigt nur einen Blutstropfen für die Diagnose.

  • Der Test mit dem Chip zeigt bereits Antikörper, wenn äußerlich noch keine Symptome erkennbar sind
    foto: phadia austria

    Der Test mit dem Chip zeigt bereits Antikörper, wenn äußerlich noch keine Symptome erkennbar sind

Der Allergen-Chip weist bereits auf eine Allergie hin, wenn äußerlich noch keine Symptome erkennbar sind

Wien - Die allergische Sensibilisierung erfolgt beim Menschen gleich nach der Geburt. "Daher ist die Früherkennung ganz wichtig, damit rechtzeitig Maßnahmen eingeleitet werden können, um schwerere Krankheitsformen als einen Heuschnupfen zu verhindern", betont Rudolf Valenta vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien. Das ist jetzt mit dem Allergen-Chip, der an der MedUni zum Einsatz kommt, möglich. Für das Austesten der Allergie reicht dafür ein Bluttropfen, so die MedUni in einer Aussendung.

Allergie-Diagnose vor Symtomausbruch

In Österreich leidet etwa jeder Fünfte an einer Allergie. Valenta: "Es beginnt oft mit einem Heuschnupfen, führt aber sehr oft zu Asthma und kann bis hin zu Kreislaufschocks führen." Umso wichtiger ist die Früherkennung und entsprechende Behandlung. Eine frühe Diagnose rückt mit dem Allergen-Chip näher, an dessen Entwicklung die MedUni maßgeblich beteiligt war. Damit kann man mit nur einem Blutstropfen die Antikörperentwicklung ablesen.

Das ist vor allem bei Kindern von Vorteil: "Es reicht ein Stich, man muss kein Blut abnehmen", sagt Valenta. "Perfekt wäre es, wenn die Kinder bereits mit einem Allergietest in der Schultasche in die Schule kommen." Der Test mit dem Chip zeigt bereits Antikörper, wenn äußerlich noch keine Symptome erkennbar sind. Eltern und Lehrer könnten daher bereits frühzeitig darauf achten, Allergiequellen für die betroffenen Kinder zu beseitigen.

Leuchtende Antikörper

Fluoreszierende Antikörper auf dem Chip helfen, die Antikörper im Blut sichtbar zu machen. Die leuchtenden Antikörper im Blut werden im Chip-Reader mit den Allergenen "verglichen". Valenta: "Man sieht sofort, ob die Gefahr für eine Entwicklung einer Allergie besteht und kann präventive Maßnahmen ergreifen."

"Allergie-Tag" an der MedUni

Am Samstag, 10. März findet an der MedUni Wien ein Infotag zum Thema Allergie statt, bei dem sich Interessierte mit dem Allergenchip kostenlos Allergien austesten lassen können. Weiters gibt es ab 10.00 Uhr Vorträge rund um das Thema Allergie. (red)


Infotag zum Thema Allergie an der MedUni

Ort: Hörsaal Kliniken am Südgarten
MedUni Wien
Termin: 10. März 2012, 10.00 bis 15.30 Uhr
>> Programm online

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7 Postings

.. wäre interessant ob man mit dem Test nur Allergien oder auch Intoleranzen (Laktose, Fruktose, Histamine) testen kann.

Würde nein sagen, da bei den genannten Intoleranzen keine Antikörper im Spiel sind.

.. schade, den laktose, fruktose & glucose test sind (für leute dies haben) eine tortur...

Da diese Intoleranzen durch bestimmte Genvarianten ausgelöst werden, müsste man sie mit entsprechenden Gen-Chips nachweisen können. Sind aber nicht billig.

Wie so oft: ungenau.

""Es beginnt oft mit einem Heuschnupfen, führt aber sehr oft zu Asthma und kann bis hin zu Kreislaufschocks führen."

Das ist irreführend und stimmt so nicht. Gerade Bronchialasthma kann, bei Kindern, in der Pubertät schlagartig aufhören, kann sich auf andere Allergien (Heuschnupfen, Tierhaarallergie ...) verlagern. Oder auch nicht.
Manchmal kommen Allergien erst im mittleren Erwachsenenalter (etwa: Sonnenallergie). Manchmal bleiben sie, manchmal vergehen sie.

Und: Nahrungsmittelallergien sind oft gar keine, sondern Unverträglichkeiten.

Ein Blutstropfen des Babys sagt null aus über das, was dem Menschen im Lauf seines Lebens passiert. Vielleicht nämlich auch gar nichts.
Präventive Maßnahmen sind daher ziemlich - sinnlos.

es steht ja auch nicht "muss" sondern "kann". Und wenn schon antikörper vorhanden sind, liegt das risiko einfach höher als ohne.

und es geht im Artikel auch hauptsächlich ums Kindsalter, und nicht um ferne Prognosen für die spätere Zukunft.

Was ich allerdings problematisch sehe, ist die mögliche Reaktion der Eltern die ein potentiell prädisponiertes Kind besonders "steril" aufziehen dadurch laut der Hygienehypothese genau das Gegenteil erreichen.

Klingt für mich ehrlich gesagt recht vernünftig - ich selbst habe meine Allergie erst im Erwachsenenalter bekommen. Würde mich daher schon interessieren was für eine Gegenmeinung die anonymen Rotstrichler haben.

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