Picknick mit Picasso in Nord-Pas-de-Calais

5. März 2012, 16:42
  • Anreise: Es 
gibt von Österreich aus keine Direktflüge nach Lille. Die nächsten 
internationalen Airports sind Brüssel und Paris, zu beiden gibt es 
mehrmals täglich Direktflüge von Wien u. a. mit www.aua.com und 
www.brussels airlines.com (Brüssel), sowie www.flyniki.com oder 
www.airfrance.com (Paris). Perfekte Bahnverbindung mit dem 
Superschnellzug von und zu diesen Städten, sowie zu 
zahlreichen weiteren Zielen. Damit lässt sich Lille als perfekter 
Stop-over einbauen: Lille-Brüssel (35 Min.), Lille-Paris (1 Std.), 
Lille-London (1 Std. 20 Min.)
Hoteltipp: www.lucienbarriere.com.
Weitere
 Infos: www.franceguide.com, www.lilletourism.com, www.nordfrankreich-tourismus.com
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    foto: atout france/michel angot

    Anreise: Es gibt von Österreich aus keine Direktflüge nach Lille. Die nächsten internationalen Airports sind Brüssel und Paris, zu beiden gibt es mehrmals täglich Direktflüge von Wien u. a. mit www.aua.com und www.brussels airlines.com (Brüssel), sowie www.flyniki.com oder www.airfrance.com (Paris). Perfekte Bahnverbindung mit dem Superschnellzug von und zu diesen Städten, sowie zu zahlreichen weiteren Zielen. Damit lässt sich Lille als perfekter Stop-over einbauen: Lille-Brüssel (35 Min.), Lille-Paris (1 Std.), Lille-London (1 Std. 20 Min.)

    Hoteltipp: www.lucienbarriere.com.

    Weitere Infos: www.franceguide.com, www.lilletourism.com, www.nordfrankreich-tourismus.com

  • Die Eröffnung der Louvre-Dependance Lens 
ist für Dezember 2012 geplant. Rund 230 wichtige Werke, darunter 
Delacroix' Revolutionsbild, werden in der Dauerausstellung "Galerie du 
temps" zu sehen sein. Dazu halbjährige Wechselausstellungen: Den Beginn 
macht eine Renaissance-Schau, die Sommerausstellung 2013 ist "Rubens' 
Europa" gewidmet. www.louvrelens.fr; Themenausflüge in die Terrils, 
ehemalige Kohlebecken organisiert chaine.des.terrils.free.fr, Hotel 
Europe ist Teil des Kulturzentrums Gare Saint Sauveur 
(www.mairie-lille.fr/fr/Culture/gare-saint-sauveur) in einem Depot in 
Rathausnähe. Dienstags, freitags und samstags kann maximal eine Stunde 
gratis reserviert werden, unter www.lille3000.com.
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    Die Eröffnung der Louvre-Dependance Lens ist für Dezember 2012 geplant. Rund 230 wichtige Werke, darunter Delacroix' Revolutionsbild, werden in der Dauerausstellung "Galerie du temps" zu sehen sein. Dazu halbjährige Wechselausstellungen: Den Beginn macht eine Renaissance-Schau, die Sommerausstellung 2013 ist "Rubens' Europa" gewidmet. www.louvrelens.fr; Themenausflüge in die Terrils, ehemalige Kohlebecken organisiert chaine.des.terrils.free.fr, Hotel Europe ist Teil des Kulturzentrums Gare Saint Sauveur (www.mairie-lille.fr/fr/Culture/gare-saint-sauveur) in einem Depot in Rathausnähe. Dienstags, freitags und samstags kann maximal eine Stunde gratis reserviert werden, unter www.lille3000.com.

  • lille3000: Alle drei Jahre schmeißt die Kulturinitiative 
lille3000 eine Riesenparty mit 700 Veranstaltungen - Paraden, Events, 
Kunstausstellungen inklusive. Von 6. 10. bis 13. 1. 2013 ist es wieder 
so weit: Unter dem Motto "Fantastic-2012" soll Lille ein 
"übernatürliches Ambiente" erfahren: www.lille3000.com
Das LaM 
zeigt dann die Ausstellung "La Ville magique" zur von vielfältigen 
Ängsten geprägten Kunst der Zwischenkriegszeit; Das 
Schwimmbad-Museum in Roubaix zeigt zu diesem Anlass eine Ausstellung 
über Chagall: www.roubaix-lapiscine.com; Der Palais des Beaux-Arts in 
Lille thematisiert Fabeln in der flämischen Landschaft: Bosch, Breughel 
etc.: www.pba-lille.fr
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    foto: apa

    lille3000: Alle drei Jahre schmeißt die Kulturinitiative lille3000 eine Riesenparty mit 700 Veranstaltungen - Paraden, Events, Kunstausstellungen inklusive. Von 6. 10. bis 13. 1. 2013 ist es wieder so weit: Unter dem Motto "Fantastic-2012" soll Lille ein "übernatürliches Ambiente" erfahren: www.lille3000.com

    Das LaM zeigt dann die Ausstellung "La Ville magique" zur von vielfältigen Ängsten geprägten Kunst der Zwischenkriegszeit; Das Schwimmbad-Museum in Roubaix zeigt zu diesem Anlass eine Ausstellung über Chagall: www.roubaix-lapiscine.com; Der Palais des Beaux-Arts in Lille thematisiert Fabeln in der flämischen Landschaft: Bosch, Breughel etc.: www.pba-lille.fr

Frankreichs Département Nord präsentiert sich als Kulturregion: Statt auf Webereien und Zechen trifft man immer öfter auf Museumsprojekte

Eine Frankreich-Karte aus Plüschtierleichenteilen hat die Künstlerin Anette Messager für das LaMMuseum komponiert: Babyblaue Bärentatzen reiben darin auf. Senfgelbe Teddytorsi und hellrosa Häschennacken erzählen von Placebos und zerstückeltem Gefühl. Ergibt in Summe eine verhalten kuschelige Collage der Grande Nation - und einen pelzigen Publikumsmagneten eines wenig bekannten Kunstmuseums. Wo es sich genau befindet, kann man da nur ungefähr ersehen: Zwischen Leopardenöhrchen und Geckorücken vielleicht. Vor allem aber ganz im Norden, dort, wo auch herkömmliche Frankreich-Karten den flandrischen Landeinwärtsknick vom Atlantik zum französisch-belgischen Kohlerevier machen und wo sich die, mal in sattem Weidegrün, dann in verhaltenem Grau gepinselte Re- gion Nord-Pas-de-Calais erstreckt. Kein touristischer Frankreich-Renner, aber ein Landstrich mit Tiefgang - schon gar auf den zweiten Blick. Wer in Villeneuve-d'Ascq, einem eher mäßig inspirierenden Städtchen im Osten des Großraums Lille, vom Autobahnzubringer rollt, tut das denn auch keinesfalls spontan, sondern weil Kunstgenuss lockt: Picknick mit Picasso bietet das hier gelegene LaM-Museum, wozu ein hochkarätiger Skulpturenpark und bereitgestellte Brunch-Körbchen einladen. Weitere sinnliche Häppchen finden sich im jüngst erweiterten Gebäudekomplex selbst, der Werke aus gleich drei Kunstrichtungen bereithält: Modigliani und Miró, Fernand Léger, Georges Braque, Picasso und Paul Klee punkten da als Vertreter der klassischen Moderne - neben zeitgenössischen Arbeiten à la Messager sowie der weltweit vielleicht bestkuratierten Sammlung in Sachen Art brut. All das klingt auch ohne Brunch-Körbchen delikat. Aber das LaM ist mehr als bloß ein zu Unrecht übersehenes museales Highlight Frankreichs, das sich 1983 und durch die Laune regionaler Textilbarone in die nordfranzösischen Kohle-Pampas verirrt hatte. Eher taugt es als signifikanter Indikator zur Geschichte einer historisch dichten Region am Schnittpunkt von London, Brüssel und Paris, die ihre Identität aus zunächst merkantiler, später aus industrieller Vergangenheit bezieht. Fast möchte man sagen: Das Département Nord ist eine jener Gegenden, die alle Zutaten zu einem guten Krimi in dicken Schichten auf dem uralten Buckel trägt.

Da wären die Tuchhändler und Meisterweber der alten Tage, als Lille Welthauptstadt der Weberei, und die alte flandrische Börse von 1653 ihr führender Umschlagplatz war. Die berühmten Pariser Couturiers, die hier dicke Schwarten historischer Stoffmuster durchwühlten, ein aus Copyright-Gründen angelegtes 200.000 Exemplare umfassendes Paralleluniversum wollener Texturen - auch sie mögen Teil dieses Krimi-Plots sein. Und natürlich die vielen sagenhaft reichen Industriellen der Region, darunter so schillernde Figuren wie die Masurels, Hauptmäzene des LaM im Dunstkreis der Kubisten.

Vielleicht noch ein Prise Charles de Gaulle, der die berühmten Vanillewaffeln seiner Heimatstadt Lille bei Staatsempfängen bis in den Pariser Palais de l'Élysée nachschicken ließ? Voilà! Ergibt in Summe eine Geschichte, die mal aus feinem Tuch gewoben, dann mit kohleschwarzer Farbe weitergeschrieben wurde, die zwischendurch arg unter die Räder kam - und heute Kunst als Kickstart für die Zukunft ins Auge fasst.

Denn die museale Offensive des LaM stellt längst nur eine Facette neben anderen dar: Ende des Jahres wird die mit Spannung erwartete Eröffnung der Lens den Großraum Lille in die lichter stellen - ein 127 Millionen teurer Bau der japanischen Pritzkerpreisträger SANAA Architects, der im Zeichen der Dezentralisierung des französischen Kulturerbes in der Region Nord-Pas-de-Calais auf überaus fruchtbaren Boden fällt.

Den Louvre kopieren will dabei freilich keiner: Vielmehr sollen die fünf auf einem ehemaligem Zechengelände entstehenden Gebäude auf 17.000 Quadratmeter Gesamtfläche viel aus Glas komponierte Leichtigkeit verströmen - nicht zuletzt um die Kunstwerke in natürlichem Licht betrachten zu können.

An Kontinuität, sich als Kulturregion zu positionieren, mangelt es Frankreichs äußerstem Norden dabei kaum. Da war der Hype um Lille 2004, als die Stadt europäische Kulturhauptstadt war, was in diesem Fall einer bis heute wirksamen Initialzündung gleichkam.

Daran erinnern die im Dreijahresrhythmus verfolgten Megafestivitäten der Kulturinitiative lille3000 sowie noch ein weiteres Museum zeitgenössischer Kunst, nämlich das in der ehemaligen Bahnhofspost untergebrachte Tripostal. Daran erinnern auch diverse von Lilles roter Langzeitbürgermeisterin Martine Aubry mitgetragene kulturelle Aktivitäten, die museale Kulturkonzepte weniger als bürgerliches Schauregal mit angeschlossenem Museumsshop erfassen, sondern als gesellschaftlichen Kitt einer von hoher Arbeitslosigkeit und dem Niedergang des industriellen Erbes gebeutelten Region. Da wären etwa die zwölf Maisons Folie, die "Häuser für Verrücktheiten", die ganz bewusst in Gegenden mit eher schütterem kulturellem Substrat eröffnet wurden: Eine verwaiste Brauerei oder eine stillgelegte Textilspinnerei aus dem 19. Jahrhundert wurden dazu ausgewählt und beherbergen nun etwa einen Hamam, Räume für Events und Ausstellungen - alles mit dem erklärten Ziel, die Bevölkerung einzubinden, was im Falle eines weiteren Projekts, nämlich des von Künstlern gestalteten Hotel Europe auch Freiraum für Verliebte inkludiert - die Gratisschlüssel dazu gibt es via Internet.

Versäumen sollte man den Besuch eines Estaminet, des regionalen Gegenentwurfs zum Pariser Bistro, keineswegs, ebenso wenig wie den Stopover im Bergbaumuseum Lewarde, und im näher bei Lille gelegenen Roubaix. Hier mag das Finale unseres fiktiven Nord-Krimis spielen: Schweigende Textilspinnereien als ziegelrote Idealkulisse. Die schwarzen Flecken der aufgelassenen Terrils, wie die Kohlezechen hier heißen, nur wenige Fahrminuten weit entfernt. Und gleich ums Eck: ein mit Freimaurersymbolen geschmücktes Art-déco-Schwimmbad aus dem Jahr 1927, das einst für tuberkulöse Arbeiter errichtet wurde - bevor es in Dornröschenschlaf versank. Roubaix' "La Piscine" fungiert heute gleichfalls als Kunstmuseum. (Robert Haidinger/DER STANDARD/Printausgabe/3.3.2012)

Lille

ist wirklich toll und eine reise wert! was man ehrlicherweise nicht von allen städten in nordfrankreich sagen kann (roubaix, lens, etc.)
das flache land (jacques brels "plat pays") hingegen ist auch wunderschön. und touristisch nicht überlaufen.

Dem kann ich nur zustimmen, 2011 das erste Mal in Lille gewesen, eine wunderschöne (Alt)Stadt, herrliche Plätze, viel Jugend unterwegs, sogar eine U Bahn habens dort.....und von Brüssel Airport ein Hupfer dorthin.

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