Wieder mehr HIV-Neuinfektionen in Österreich

5. März 2012, 11:53

Wiener Virologen: Risikoverhalten ändert sich offenbar nicht - Nur 20 Prozent erhalten eine frühe Diagnose

Wien - HIV/Aids - und kein Ende: Die Zahl der Neudiagnosen solcher Infektionen ist in Österreich im vergangenen Jahr mit 525 Fällen wieder gestiegen. 2010 waren es 487 gewesen. Am Risikoverhalten der Bevölkerung in Sachen Immunschwächekrankheit kann sich damit kaum etwas geändert haben, stellten die Experten des Departments für Virologie der MedUni Wien in ihrer Jahresübersicht für 2011 zu dem Thema fest.

Keine Verbesserung des HIV-Risikoverhaltens

"Es wurden im Jahr 2011 in Österreich 525 Fälle von HIV-Infektionen neu diagnostiziert, das ist deutlich mehr als 2010, aber nur wenig höher als in den Jahren davor. Es scheint als ob der leichte Rückgang der Neudiagnosen im Jahr 2010 nur eine Zufallsschwankung war und keine wirkliche Änderung der Situation in Österreich stattgefunden hat. Leider sind wir nach wie vor von den niedrigeren Zahlen früherer Jahre weit entfernt, und es scheint, dass das HIV-Risikoverhalten sich nicht verbessert hat", schrieb Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl.

Eine Zunahme im Vergleich zu 2009 und 2010 habe es vor allem in Wien und Kärnten gegeben. Konstant würden 70 Prozent der Neudiagnosen einer HIV-Infektion österreichische Staatsbürger betreffen, zehn bis 15 Prozent Personen aus anderen europäischen Ländern und sechs bis zwölf Prozent Patienten aus Afrika.

Laut der seit Jahren laufenden österreichischen "Kohortenstudie" erhalten derzeit etwa 4.000 Personen antivirale Therapien in klinischen Zentren oder bei niedergelassenen HIV-Experten. Wenn die Patienten einbezogen werden, die bekannt HIV-positiv sind, aber derzeit keine antivirale Therapie erhalten, und angenommen wird, dass 25 Prozent aller HIV-Infizierten bis jetzt noch nicht diagnostiziert sind, käme man derzeit auf rund 8.000 mit HIV/Aids lebende Menschen.

Das Gesundheitsministerium geht davon aus, dass in Österreich derzeit rund 1.700 Menschen an der erworbenen Immunschwäche erkrankt sind. Die Zahl der Patienten, die seit 1983 an Aids verstorben sind, wurde mit Anfang Dezember 2011 mit 1.945 Personen angegeben. Hier hatten Nachforschungen und Überprüfungen mit einem Schlag zu einem deutlichen Anstieg in der Statistik geführt.

Zeitpunkt der Diagnose entscheidend

Die Virologin Puchhammer-Stöckl: "Ein sehr wichtiger Aspekt für das Eindämmen der HIV-Neuinfektionen ist der Zeitpunkt, wann im Krankheitsverlauf die Erstdiagnose der HIV-Infektion erfolgt. Hier zeigen die Daten, dass leider nur rund 20 Prozent der Patienten in Österreich eine relativ frühe Diagnose erhalten." Bei einem Viertel der neu festgestellten Infektionen war bereits ein sehr fortgeschrittenes Stadium der Immunschwäche erreicht. Dadurch erhöht sich die Gefahr einer Weiterverbreitung. (APA)

Kommentar posten
12 Postings

klar. seit alle werdenden mütter GEZWUNGEN werden, diesen test zu machen, findet man auch mehr.

dass das virus nie isoliert und gereinigt wurde und daher die tests auf irgendetwas geeicht sind, scheint in der diskussion niemanden zu stören.

das einzige was stört sind deine repetitiv vorgetragene verschwörungstheorien.
du bist leider am stand der späten 80er jahre und verweigerst die letzten 25 jahre HIV forschung.

Bitte hörens endlich auf, Ihren Eso-Verschwörungs-Pharma Bashing Schei*ß abzulassen.

Immerhin, im Gegensatz zum "Google:Chemtrails"-Gekritzel überall wird man von HIV/Aids-Leugnern nur im Internet beglückt.

falls du positiv bist und die therapie ablehnst dann ist das deine sache.
aber verschone uns mit deinen märchen.

Es hat ja auch die Zahl der Asylwerber erheblich zugenommen.

und auch die unschuldsvermutungen bezüglich KHG!

nochmal lesen

und beim 2. anlauf besser verstehen?

Prävention

Jeder der beim nächsten Life Ball in ein Mikrofon spricht und auch gesendet wird, sollte nach jedem "normalen" Satz "BENUTZT KONDOME" sagen.

"70 Prozent der Neudiagnosen einer HIV-Infektion österreichische Staatsbürger"

eine hife bei der prävention von hiv wären konsumräume. nicht nur durch sterile injektionen sondern auch durch die anbindung an ein hilfsnetz, was auch mglst. frühe bluttests erlauben würde.

http://i-dk.org/konsumraum/

wir leben in einer komischen zeit, in der sich die menschen mehr vor dem AUF der spritze fürchten, als vor dem IN der spritze.

Jo bist denn du a von wo heast ...

Das traut sich doch keiner, da rufen ja sofort die Ehschowissn den Untergang des Abendlands aus wenn diese Haschgiftspritzer mit Steuergeld(!) finanziert noch ein warmes Zimmer zum Haschgiftspritzen bekommen, statt sie bei Wasser und Brot einzusperrn und nur zum Zwangsarbeiten rauszulassen ...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.