Die Kriminelle, die Prostituierte und die normale Frau

Gastkommentar
5. März 2012, 09:30

Sexueller Missbrauch versus trivialer Sexismus. Ein Blick nach Italien - Von Evelyn Höbenreich

Der Widerspruch zwischen der gesellschaftlichen Sensibilisierung für sexuellen Missbrauch und gleichzeitigem Abstumpfen gegenüber der Wirkung symbolischer sexueller Gewalt ist eklatant und ungelöst. Catharine MacKinnon und andere Vertreterinnen des Radikalfeminismus sind in den 1980er und 1990er Jahren mit ihren Versuchen gescheitert, "Pornografie" zu kriminalisieren.

Der Begriff ist nicht einfach zu fassen und wird auch sehr unterschiedlich interpretiert. Gemeinhin kann man darunter sexuell explizite Darstellungen (Schrift, Ton, Bild, Film) verstehen, die aus rechtlicher Sicht an der Grenze oder jenseits von Äußerungen liegen, die unter Meinungsfreiheit (auch Freiheit der Kunst) fallen.

Ausbeutung von Frauen

Mit Slogans wie "Pornografie ist die Theorie, Vergewaltigung die Praxis" wurde eine breite feministische Basis sensibilisiert, um die Sex-Industrie mitverantwortlich zu erklären für die soziale Unterordnung und die Ausbeutung von Frauen. Doch waren die Theorien zu grobmaschig gestrickt, um den Kritiken standhalten und in der Praxis bestehen zu können. Was diese Debatten aber mit befördert haben, ist die kritische Einschätzung von trivialem Sexismus. Er ist bedenklich, weil er verharmlost, und es wird unterschätzt, wie tief er das Wertesystem einer Zivilgesellschaft untergräbt.

Die Gefahr geht nicht von Sexshops aus, die ohne Außenwerbung wie Hochsicherheitsgefängnisse in unseren Städten Kunden und Kundinnen versorgen, die in blickdichten Plastiktaschen ohne Reklame ihre Einkäufe nach Hause tragen. Nein, es sind die Litfaßsäulen, von denen die eigentliche Macho-Botschaft 24 Stunden lang herunterlacht, fürs Kleinkind wie für die Oma und den Opa. Oder die klassenherrschaftlichen Familienserien und Trivialromane, die Frauen nicht beschränkt auf erotische Posen als dem Mann dienend zeichnen, sondern weibliche Passivität zum Lebensmodell erheben, da in der Ehe die Endlösung aller Probleme und die Erfüllung aller Wünsche propagiert wird. Und Donna Leon, die gerade im Fernsehen erklärt hat, eine Commissaria Brunetti hätte sich nie so gut verkauft, weil eine Frau, gerade in Italien, in dieser Rolle nicht glaubwürdig wäre, weil sie ständig Erklärungsbedarf wegen ihrer sozial inferioren Stellung hätte.

Porno im Unterricht

Die Problematik kann an einem Fall paradigmatisch dargestellt werden. Seit Jahren erhitzen sich die Gemüter in Italien wegen angeblichen sexuellen Missbrauchs in einer Schule. Es handelt sich um keine Neuauflage der Philosophie "dans le Boudoir". Unterrichtet wurden hier nicht Mädchen im Badesalon über "l'usage des plaisirs", den Gebrauch der Lüste, knapp vor der Maturität, von einem Experten, der es wissen und können musste, nein, die vermeintliche Marquise ist - besser war - eine Professorin an einem höheren Institut. Bewaffnet nicht mit der Peitsche, sondern mit einem Perizoma (oder Stringtanga), der aus der hüftig sitzenden Hose hervorlugte, saß sie auf einem Sessel an einem Tisch inmitten ihrer Zöglinge im Trubel einer Unterrichtspause. Vielleicht.

Denn die Burschen standen, gingen oder lungerten im Klassenraum rund um sie herum, einige spielten mit dem Handy und blödelten. Wie zum Schein oder wirklich griffen sie mehrere Male an die Wäsche der Lehrerin, betasteten ihren hinteren Körperteil. Dann reagierte jemand, die Szene brach ab. Es war im März 2006, als die Jugendlichen dieses Home-School-Video auf YouTube bis vor kurzem zur Schau stellten. Es gibt noch ein zweites. Was folgte, waren Empörungen und Prozesse, ein Vergleich, Schadenersatzforderungen, bis in die Gegenwart.

Sexuelle Handlungen mit Minderjährigen

Vorgeworfen wurde der Frau, die erotischen Manifestationen ihrer Schüler nicht unterbunden, sondern an ihnen teilgenommen zu haben. Damals war sie 41, die Schüler 16. Die Anklage lautete auf "sexuelle Handlungen mit Minderjährigen".

Nach Erreichen der Volljährigkeit brachte ein ehemaliger Schüler eine Klage auf Schadenersatz gegen die Professorin und die Schule ein. Sein Anwalt will 250.000 Euro dafür kassieren, dass sein Mandant keinen "approccio corretto con il genere femminile" oder "approccio sessuale correttto" mehr habe. Was man sich unter einem "korrekten Umgang mit dem weiblichen Geschlecht" oder "korrektem Sexualverhalten" vorzustellen hat, bleibt offen. Schuld an der ausgebliebenen Entwicklung dieser mysteriösen, offenbar männlich konnotierten Eigenschaft oder Befähigung soll jedenfalls das "libertine" Benehmen der Lehrerin gewesen sein.

Die Feststellung der Sachlage und ihre Bewertung, um das geltende italienische Recht zur Anwendung zu bringen, obliegen den Richterinnen und Richtern. Keinen Anlass zur Diskussion sollte die Frage nach dem an einer Erziehungs- und Bildungsanstalt opportunen Dresscode geben. Denn in einer demokratischen Zivilgesellschaft darf ein legerer Kleidungsstil, zumal er den allgemeinen Usancen entspricht, als freie Meinungsäußerung und Ausdruck freizügiger Gesinnung gelten. Gerade hier hakt aber der strenge Finger ein, am String des Tanga.

Mit Nachdruck wird behauptet, dass dadurch die Entwicklung eines Teenagers gestört und so verletzt wurde, dass er gravierende Schäden an seiner Persönlichkeitsentfaltung davontrug. Gerichte und Sachverständige sind um die Klärung dieser Fragen nicht zu beneiden. War er schon gestört, als er seine Hand auf die nackte Haut der Professorin legte, hemmungslos? Ist ihr Outfit in der Schule schuld daran, dass er in allen Frauen nur mehr Prostituierte sehen kann, zwangsläufig? Und glaubt er jetzt, dass er alle Frauen (= Prostituierte) auch betasten darf, fraglos?

Mann als Opfer seiner Lust

Diese Haltung führt in eine gefährliche Sackgasse. An deren dunklem Ende steht die Frau. "Und ewig lockt das Weib ..." Sie verführt den Mann, der nicht mehr Herr seiner Sinne ist und Opfer seiner Lust wird. In Vergewaltigungsprozessen wurde und wird diese Aussage gebetsmühlenartig vonseiten der angeklagten Männer vorgebracht. Sie führte und führt im Normalfall zum Freispruch der Beschuldigten. Auffassungen, Überzeugungen, Gemeinplätze, kulturelles Klima kreieren das (weibliche) Monster.

Wie immer beginnt auch hier "la caccia alla strega" mit Übertreibungen, Anspielungen, Ausgrenzungen. Die Professorin wird als schamlose Person stilisiert, die verbotenen Sex mit Jugendlichen gehabt habe. Ihr Vor- und Zuname, Geburtsdatum und Wohnort stehen im Netz, nur die Körpermaße fehlen, aber die sieht man ja auf dem Video. "La donna delinquente, la prostituta e la donna normale" ("Die Kriminelle, die Prostituierte und die normale Frau"), so lautet der Titel eines "Klassikers" der italienischen Kriminologie im 19. Jahrhundert. Die Verbrecherin und die Prostituierte haben Cesare Lombroso und Guglielmo Ferrero als praktisch fungibles Gegensatzpaar konstruiert zur "normalen", ehrbaren Frau und verantwortungsvollen Mutter. Wunschbild und Zerrbild einer Gesellschaft. Nur kein Abbild. Noch heute.

Verantwortung der Eltern und Medien

In der Kampagne fällt verhältnismäßig wenig Licht auf das Verhalten der jugendlichen Akteure. Jugendschutz? Wenn 16-Jährige den Po ihrer Lehrerin begrapschen, ist das nicht so schlimm? Allerbeste Jugendstube, Triple-A, bei einer PISA-Studie wären die aufgeweckten Jungs sicher vorne dabei gewesen. Ein Lob den erziehungsberechtigten Eltern, die ihre Sprösslinge so tüchtig vorbereitet haben.

Gemeinsam entspannen sich die Familien beim abendlichen Fernsehen, wenn Frauen in Shows auf die Knie rutschen, und folgen dem Blick der Kamera auf ihre Hintern, wenn sie unter Tische kriechen oder selbst als Möbel fungieren. Sie sehen, wie Frauen sich auf der prallen Arschbacke vom Showmaster einen Stempel aufdrücken lassen, der bestätigen soll, dass ihr Po der feisteste, knackigste ist, oder wie sie sich in leichter Bekleidung in transparenten Duschkabinen mit Wasser anspritzen, um zu zeigen, dass ihr Silikonimplantat noch perfekt sitzt.

Nein, wir sind nicht im Bordell, denn diese Frauen stöhnen nicht zur Musik. Und auch nicht im Theater, denn diese Protagonistinnen haben keinen Text. Nur ihre nackte Haut. Sie werden von anderen (meist Männern) kommentiert, präsentiert, vorgeführt. Im Hauptabendprogramm des öffentlichen oder privaten (das ist in Italien ziemlich einerlei) Fernsehens. Wir sind in der Soft-Porno-Schule für die liebe Familie, in der sich Eltern mit Kindern, Buben und Mädchen, vorbereiten für das Leben draußen, mit Werbespots, Shows, Next-Top-Model-Küren. Im Pool der Freiheiten einer landesweiten und stiefellangen Television. Für die Ragazzi von damals und heute.

Ein "gegenderter" Blogger hat geschrieben, dass ein Mann anstelle der Professoressa schon längst im Gefängnis gelandet wäre, seinen Job für immer verloren hätte. Welches Land meint er? Sicher nicht jenes, wo selbst der Bunga-Bunga-Skandal am Veranstalter der schlüpfrigen Partys abprallte wie ein Gummiball an der Betonwand. Offenbar lebt der Mann auf dem Mond. (Evelyn Höbenreich, derStandard.at, 5.3.2012)

Autorin

Evelyn Höbenreich ist Professorin für Römisches Recht und unterrichtet rechtshistorische und geschlechtersensible Fächer an der Universität Graz. Sie hat längere Zeit in Italien gelebt und gearbeitet.

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gut dargestellt.

das exempel der lehrerein zeigt hier wirklich die subtile perfidie, die aus der sich nicht konservativen vorstellungen beugenden sondern selbstbewussten frau, die mit der andernorts ja völlig bedenkenlos erwünschten und hergestellten freizügigkeit vielleicht ein wenig zu sehr spielt, wenns denn absicht war, gleich die täterin machen, weil die burschen ja quasi willenlose opfer der hormone wären. die klage ist wirklich der gipfel. überall wird medial mit den weiblichen reizen gespielt, werden diese anonyam konsumierbar gemacht und zum fetisch erhoben, aber wenn man in realiter auf sie trifft, noch dazu ohne fremdbestimmung, sondern aus eigenem willen, muss eine frau gleich in den dreck gestoßen und diffamiert werden. sehr sehr katholisch.

Diese Debatte beweist nur wie verklemmt der Grossteil der Gesellschaft noch immer ist. Habe zb noch nie festgestellt, dass ein Fohlen einen Entwicklungsschaden davongetragen hat weill es Hengst und Stute beobachtet hat. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass dies bei Menschen so sein könnte. Probleme mit Sex, Erotik usw haben nur Moralisten welche noch immer der Prüderie nachtrauern.

Probleme...

mit der sexualität anderer haben, meiner meinung nur leute, welche sexuelle probleme mit sich selbst haben.

"... wenn Frauen in Shows auf die Knie rutschen, und folgen dem Blick der Kamera auf ihre Hintern, wenn sie unter Tische kriechen oder selbst als Möbel fungieren."

So sehr ich mich auch schon über die Shows im italienischen Fernsehen gewundert/geärgert habe, muss man sagen: Keine Frau wird dazu gezwungen. Ebensowenig wie bei allen anderen öffentlich, sexistischen Bloßstellungen von Frauen, seien es diverse Castingshows oder sexistische Werbungen. Klar ist Geld im Spiel aber nicht nur ... Warum eifern viele junge Mädchen diesen "Idealen" nach? Weil's halt einfacher und schneller zum Erfolg führt (wie der auch immer aussieht). Ich glaube leider kaum, dass sich dieser Prozess noch umkehren lässt ... Es gibt leider kaum Frauen (oder doch noch irgendwo?) die sich diesem Bild bewusst nicht anpassen. Aber wird wohl bei Männern/Buben nicht so ganz anders sein, wenn's um vermeintliche Ideale geht ...

Der Prozess ist nicht zielgerichtet, was man allein daran merkt, dass die "Ideale", denen nachgeeifert wird, sich ständig wandeln. Zu sagen, dass sich sowieso nichts ändern ließe, ist schon ziemlich pessimistisch, und (meiner Meinung nach) auch einfach falsch.

Was für eine Zukunft!

Bis zu einem gewissen Bereich nicht falsch.
Doch es geht primär um die Basis. Kinder müssen wir davor schützen. Das ist bei der Fülle an Werbung und obszönen Shows nur mehr schwer möglich. Kinder bis 6 Jahre können nicht zwischen Werbung und Fernsehprogramm unterscheiden.
Später wählen sie vermutlich Freunde und Partner aufgrund falscher Idealbilder aus.
Schönheit steht dann vor Verlässlichkeit, Beständigkeit oder Treue. Manche Menschen können das sogar nicht mehr als z.B. sexistisch erkennen.
Das ist meiner Meinung der Hauptgrund sich gegen stereotype Bilder maßiv zu wehren.

Ich sags ja immer. Kinder weg vom Fernseher und vor allem weg von der Werbung !Es ist teilweise nicht einfach, aber es geht. Die Werbung und die Medien können sehr rasch zum "heimlichen" Erzieher der Kinder werden.
Wir sollen unseren Kinder wieder mehr Werte vermitteln!

Meine Zustimmung haben Sie,

nur sind wir leider die absolute Minderheit.

Die Politkdarsteller wissen, dass sie wieder arbeitslos wären, gäbe es keine Fernseher....

Wir hatten nie einen und auch meine Kinder entwickeln sich zu durchaus "normalen" Bürgern :) Muss man halt selber nach der Zeugung auch noch einen Input haben!

Thema Industrie

ich sehe das etwas anders.
Besonders die "großen" Player der Industrie lassen neue Ideen nicht wachsen. Es gab viele Ideen von Menschen wo ein neuer "Geschäftszweig" hätte wachsen können. Aber die Industrie ist so stark, dass sie diese problemlos mithilfe der Politik zerstören können. (Waschmaschine ohne Waschpulver, ein Automobilmotor ohne Motoröl...)
Sie wollen uns abhängig machen und wir sollen glauben, ohne sie kommen wir nicht aus.

waschmaschinen sind grundsätzlich ohne waschpulver

das müssens schon selber einfüllen, oder lassens halt und leben damit, daß die wäsche nicht sauber wird

es liegt schon viel an ihnen selber, verschwörungstheorien als entschuldigung für alles, was ich selber verbummle, erscheinen kindisch

ha ha ha
Waschmaschinentechnologie die zur Reinigung der Kleidung ohne Waschpulver auskommt.

worüber lachen sie jetzt?

über ihr unwissen, was eigentlich beim "waschen" passiert?

denn wüßten sie es, wär ihnen klar, daß es ohne detergentien eben nicht geht

ihre verschwörungstheorien, tut mir leid, sind einfach unsinnig

ich kann es nicht ändern, es ist trotzdem so!
Erheiternde Ferndiagnose von Ihnen

was ist trotzdem so?

aber eins stimmt: sie könnens nicht ändern, daß waschen ohne detergentien nicht geht, und reibende bewegte teile schmierung benötigen

diese italienische schul-geschichte ist doch eher eine schlechte wahl als aufhänger, weil es wohl ein skurriler einzelfall ist. in 99% der fälle ist es wohl anders herum, und das machtverhältnis lehrer-schüler wird vom erwachsenen mißbraucht.

trotzdem ist es - feminismus hin oder her - schon wahr, daß diese "sex sells"-geschichte irgendwann völlig aus dem ruder gelaufen ist, und softporno-ästhetik (nicht nur in der mode- und kosmetikindustrie) kaum noch wen aufregt. und in den topmodel- und castingshows wird dem nachwuchs dann subtil vermittelt, daß nur jene erwünscht sind, die werbetechnisch verwertbar sind.

Das Forum schläft auch mal wieder

Der Link zu dem Video wurde immer noch nicht gepostet...

Asterix hat recht,

die Römer spinnen.

"sexuell explizit"

sehr, sehr lau aus dem englischen übertragen

Also zurück ins 19te Jahrhundert? Weibliche Sexualität gehört versteckt und darf nur auf ganz bestimmte zensurierten Art und Weise dargestellt werden? Mit den Linken kommt man sich manchmal vor, wie mit einem Pfarrer Anfang des 20sten Jahrhunderts.

Statt echter Politik kämpfen manche Neo-Moralisten lieber gegen Symbole/Bilder/Sprache, als ob die Symbole/Bilder/Sprache die Realität schaffen würden wie Harry Potters Simsalabim und nicht umgekehrt.
Das ist einfacher als echte Politik und man muss sich nicht so viele Gedanken machen, sondern hat immer eine kleine Zier-Windmühle in einem Schrebergarten, die man zum Riesen erklärt und gegen die man kämpfen kann.

"Echte" Politik der 'alten'Moralisten stützt sich auf vorhandene Verhältnisse, u schlägt sich hauptsächl mit der Bekämpfung unabwendbarer Veränderungen rum, da ist es leicht, "NeoMoralisten" Mangel an Handlungsfähigkeit vorzuwerfen.

Das Zusammenspiel von Realität und Bewusstsein ist untrennbar. Die Kritik an Verhältnissen kann vielleicht nicht die Weltordnung umdrehen, aber ein sich Bewusst-werden derselben bewirken, was automatisch zu realen Umwälzungen führt. Wenn du Veränderungen, die tatsächlich ständig passieren, abstreiten willst, ist das schon sehr realitätsfern.

Kritik von vornherein als sinnlos abzustempeln scheint mir außerdem eine zu simple Rechtfertigung für die Haltung "passt eh so wie's is, kamma sowieso nix machen" zu sein

Ich bleibe dabei, dass das hysterische Raunzen über Symbole gar nichts ändert. Durch die Innen-Form hat sich gar nichts geändert, außer dass ein paar Texte unleserlich wurden und ein Haufen Links-Moralisten einen Fetisch haben.

ich hoffe, ich bin unverdächtig genug, besonders pc-verliebt zu sein.
dennoch halte ich gerade das Binnen-I für eine der wenigen wirklich sinnvollen maßnahmen. Punkt a) Sprache schafft Realität. Eine signifikante Auswirkung nach ein paar Jahren zu sehen, ist aber eine Forderung, die dennoch utopisch ist. und Punkt 2) stell dir mal vor, du würdest konsequent als schwester, als mutter,.. angeredet werden. würd dir das net irgendwie am geist gehen, nie deinem geschlecht entsprechend angeredet zu werden?

idealerweise gibts einen sammelbegriff, der beide miteinschliesst, wie kinder für mädels und burschen - aber das gibts halt nur bedingt, im deutschen.

Und ich lauf dir auch noch nach, in ein Uraltforum. ;-)

Und schon wieder liegt hier Stroh rum ...

... warum eigentlich?

Es fängt mit popowackel-auffordernden ESC-Beiträgen eines aus Gebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Senders an.

Und das wird DANACH maximal ein bisserl diskutiert, aber beileibe von niemandem im Vorfeld unterbunden. Weil's niemand als das erkennt, was es ist.

Italien ist also sehr, sehr nah.

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