Merkels Frankreichpfusch

Kommentar | Thomas Mayer
4. März 2012, 19:08

Bessere Wahlkampfhilfe kann Merkel für Hollande nicht leisten, als ihm den Empfang zu verwehren

Europas konservative Regierungschefs sehen ihre politische Übermacht in Europa davonschwimmen. Anders ist die seltsame Verschwörungsaktion von Kanzlerin Angela Merkel mit dem Briten David Cameron, dem Spanier Mariano Rajoy und Italiens Mario Monti nicht zu erklären. Sie wollen den sozialistischen Präsidentschaftskandidaten François Hollande nicht empfangen, wie das bisher üblich war. Dem taumelnden Staatschef Nicolas Sarkozy soll so im Wahlkampf der Rücken gestärkt werden.

Durchsichtiger geht's kaum. Der Schuss geht nach hinten los. Bessere Wahlkampfhilfe kann die Kanzlerin für Hollande nicht leisten, zu dessen Programm die Forderung nach Neuverhandlung des von Merkel diktierten EU-Fiskalsparpaktes gehört. Die Franzosen sind die leeren Versprechungen und Unterwerfungsgesten Sarkozys leid. Schon gar nicht will sich eine große Mehrheit ausgerechnet von Berlin diktieren lassen, wer Präsident wird.

Dass Merkel sich auf Cameron stützt (der sie beim Euro ständig auflaufen lässt) und auf Rajoy (der gerade ankündigte, das spanische Defizit zu sprengen), zeigt, wie sehr sie schwächelt. Die Kanzlerin ist nicht souverän, wenn sie Parteipolitik vor Staatsräson setzt. Den möglichen nächsten Präsidenten im wichtigsten Partnerland so zu missachten zeugt von einer seit Jahrzehnten nicht mehr gesehenen Instinktlosigkeit. Dafür wird sie bitter bezahlen, sollte Hollande im Juni in Berlin über den roten Teppich schreiten. (DER STANDARD Printausgabe, 5.3.2012)

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ein Forumsauszug ...

- deutsche Allmachtsphantasien
- Stahlhelm News
- Nachbarland der Großkotzer

usw.

Was habt ihr, liebe Nachbarn, nur für ein Problem? Wir können doch auch nix dafür, dass euer, zugeben schönes Land, sich auf der Wertigkeitsscala dieser Welt irgendwo zwischen Saudi-Arabien und Chile tummelt.

die Einmischung Merkels in die französische Innenpolitik ist schon eine Frechheit.

Dabei formiert sie auch noch den Franzosen eine aus Revolutionszeiten alt bekannte Koalition, die wie damals Louis XVI (heute Sarkozy) retten sollte vor den Revolutionären (Hollande). Die Koalition war damals (Preussen, England, Spanien, Italien fehlen nur noch die Österreicher) .

Bin gespannt ob Hollande einen Vergleich herstellen wird und wie dann das französische Wahlvok reagiert.

Sozialistische Revanche!

Failmann könnte zum sozialistischen Gegenangriff übergehen und den Herrn Hollande eine schöne Rede auf dem Wiener Heldenplatz (der wird immer gern genommen) halten lassen, so wie damals Obama an der Berliner Sieg(!)essäule.

peinlich für merkel...

hab mir auf dem link ein paar viedeos angesehen .... und bin nur mehr pafff ...danke

ich hab in der ueberschrift "Ferkel" gelesen

so weit entfernt wärs eh nicht...

merkels verhalten ist zwar ungeheuerlich, aber aus parteipolitischen gründen zumindest nachvollziehbar. wieso aber der angeblich ach so parteiunabhängige monti da mitmacht? offenbar sieht die diktatur der finanzmärkte (deren marionette monti ja ist) hollande als ernsthafte gefahr für ihren allmachtsanspruch.

Na denken Sie einmal nach, was passiert, wenn Frankreich den Fiskalpakt neu ausverhandeln will?
Dann können Sie sich als italienischer Premier schon mal auf den Staatsbankrott vorbereiten...

aus parteipolitischen gründen...

Parteipoltische Gründe gibts nicht, höchstens parteitaktische. wer nicht die Geselslchaft als Ganzes im Auge hat, betreibt nicht Politik, sondern Karriereplanung.

Politik im Sinne der ursprünglichen Definition ist IMMER Werkzeug des Ganzen. Wer bloss Einzelinteressen vertritt, handelt unpolitisch, seien es Interessen von Parteien, Wirtschaftsverbänden oder was auch immer.

Wenn Hollande gewählt wird und seine populistischen Wahlversprechen einhält, dann ist das eine akute Gefahr für Europa.
Klar geht das Merkel & Co. was an...

es steht ja jedem frei auszutreten...

So wie Merkel und Co die Interessen Europas vertreten haben, als sie Berlusconi in den Allerwertesten krochen?
Erzählens doch keine Ammenmärchen.

Na Hollande wäre mal ein richtiger Ansatz gegen diesen europäischen Bankensozialismus.

De facto ist Hollande einer der wenigen, die die Zeichen der Zeit erkennen und schlägt mit einer Art "New Deal" wenigstens richtungsweise schon mal das einzig richtige vor, nämlich das langsame Abschleifen von Schulden und Vermögen durch eine Steuerreform die Arbeit entlastet und Kaptial belastet.
Hat übrigens die USA einst aus der Great Depression gerettet, ohne dass der Sozialismus ausgebrochen wäre.
Das Europa der Konzerne und Eliten hatte nun über 20 Jahre um den Karren an die Wand zu fahren, es ist höchste Zeit für einen Wechsel, wie undemokratisch Merkel und Co mit diesem nahenende Wechsel umgehen ist allerdings zum fürchten...

Er wird bald kein Kaptal mehr vorfinden, das er belasten kann. Auch Frankreich ist keine Insel und nicht allein auf der Welt. Jede Aktion führt zur Reaktion, auch wenn es gut gemeint war.
Wie schon gesagt. Er werden schwierige Lehrjahre für Hollande und seine Wähler, wie es auch für Rot/Grün erst 5 Millionen Arbeitslose brauchte, bis Schröder kapiert hat und die Agenda 2010 beschlossen hat. Das hat ihm zwar die Wahlen gekostet, aber Deutschland heute in eine Lage gebracht um die es alle beneiden.

Mit der Agenda 2010

hat Deutschland seinen Handelbilanzüberschuss durch Lohndumping maximiert und so wesentlich zur Euro-Krise beigetragen.
Die Agenda 2010 ist ein Musterbeispiel wie Elitenegoismus im inneren Armut maximiert und im Äußeren das ganze europäische Wirtschaftssystem destabilisiert.
Man braucht sich nur anschauen, was Schröder jetzt macht und weiß, wessen Geistes Kind er ist.
Schröder ist der größte pollitische Verbrecher Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg - das gehört einfach einmal gesagt.

Die Agenda 2010 und Hartz4 waren wohl der größte gesellschaftliche Flop Deutschlands überhaupt. Das Volk wurde ausgeplündert, gedemütigt und mit 1€-Jobs aus der Arbeitslosenstatistik rausgekickt. Wie viele Hartz4-Empfänger gibt es, wie viele können trotz mehrerer Jobs nicht von den Einkünften leben, wie vielen wurde Strom und Heizung abgedreht?

Nein, der New Deal hat den USA erst die Great Depression so richtig eingebrockt...

...behaupten jene in den USA

welche Charles Darwin für eine Erfindung des Teufels halten.
Reps halt...

Oh, tut mir leid, daß Sie nicht auf dem neuestem Stand der Forschung sind...

das nenn' ich mal absolute Geschichtsverweigerung

Arbeiten Sie leicht im Ministerium für Wahrheit?

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