Costa Concordia: Die Stunde des Pianisten

4. März 2012, 18:30

Beim ersten Gerichtstermin im Verfahren wegen des Costa-Concordia-Unglücks wurden Umweltschützer und Konsumentenvertreter nicht als Geschädigte zugelassen - Der Kapitän kam nicht - dafür der Klavierspieler

Für Alessandro Brandini hätte der Tag kaum erfolgreicher verlaufen können. Beim ersten Gerichtstermin zum Schiffsunglück schaffte der Pianist der Costa Concordia locker den Sprung in die Medienszene. Der 43-jährige, seit 16 Jahren Sänger und Pianist auf Costa-Schiffen, nutzte in Grosseto den Heimvorteil: Interviews gewährte er dutzendfach, verteilte seine Handynummer, schilderte immer aufs Neue, wie er das sinkende Schiff nach Mitternacht als einer der Letzten verlassen hatte.

Wegen der Kamerateams aus der ganzen Welt hatte das Gericht die Beweissicherung ins Stadttheater von Grosseto verlegt. Doch von den 4230 Vorgeladenen fanden sich kaum zwei Dutzend ein. Rund 150 Anwälte bastelten stundenlang an 50 Fragen zum Unfallhergang, die vier Sachverständige bis Juni beantworten sollen. Der unter Hausarrest stehende Kapitän Francesco Schettino erschien erwartungsgemäß nicht zur Beweisaufnahme. "Seine Sicherheit wäre hier nicht gewährleistet", so Verteidiger Marco De Luca. Von den neun Personen auf der Staatsanwalt-Ermittlungsliste fand nur Salvatore Ursini (26) den Weg nach Grosseto. Er habe sich zur ?Zeit des Unglücks "in untergeordneter Rolle" auf der Kommandobrücke aufgehalten, sagte er.

Nach mehrstündigem Tauziehen hinter verschlossenen Türen ließ Untersuchungsrichterin Valeria die Angehörigen der Opfer, Passagiere und Besatzung, die Region Toskana, die Gemeinde Giglio und die Provinz Grosseto als Geschädigte zu. Nicht die Umweltschutz-Initiative SOS Giglio und die Konsumentenschutzorganisation Codacons, was diese mit Empörung quittierten.

Mit einem Prozess ist in dem Verfahren erst 2013 zu rechnen, bis zum rechtskräftigen Urteil könnten fünf Jahre vergehen. Ob die Reederei Costa Crociere bis dahin überlebt, bleibt angesichts angekündigter Schadenersatzforderungen von rund 227 Millionen Euro abzuwarten. (Gerhard Mumelter aus Grosseto, DER STANDARD; Printausgabe, 5.3.2012)

Die Stunde der Funker

Ausstellungsstip für alle, die in nächster Zeit mal nach Frankfurt kommen. Fand ich sehr spannend :

http://www.museumsstiftung.de/mfk-frank... om/?p=1979

Die Legende vom Ozeanpianisten

Einen super Film, an dem ich denke der Concordia Pianist auch denkt!!

Und schuld ist der Pianist

Unde ewig grüsst das Murmeltier

prozessende in italien?

an st. nimmerlein!

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