Mesotitsch wieder auf Platz vier

4. März 2012, 16:57
  • Daniel Mesotitsch bleibt Blech.
    foto: dapd/lein

    Daniel Mesotitsch bleibt Blech.

Dem Kärntner bleibt auch in der Verfolgung nur der Platz hinter den Medaillenrängen - Gold an Franzosen Fourcade

Ruhpolding - Der Kärntner Daniel Mesotitsch hat sich am Sonntag auch im zweiten Einzelrennen der Biathlon-Weltmeisterschaften in Ruhpolding mit dem undankbaren vierten Platz begnügen müssen. Der 35-Jährige lag in der Verfolgung über 12,5 km lange auf Medaillenkurs, musste kurz vor dem Ziel aber noch den Russen Anton Schipulin vorbeilassen. Über Gold durfte vor 28.000 Zuschauern wie im Sprint Titelverteidiger Martin Fourcade jubeln.

Der Franzose setzte sich vor dem Sprint-Dritten Carl Johan Bergman (SWE/5,2 Sek.) und dem als 13. gestarteten Schipulin (22,1) durch. Mesotitsch fehlten diesmal nur 6,3 Sekunden auf seine erste WM-Einzelmedaille. Anders als nach dem Sprint war die Enttäuschung des ÖSV-Skijägers über "Blech" diesmal aber groß. "Ich habe Bronze eine Kilometer vor dem Ziel verloren, das ist schon bitter. Heute bin ich schon enttäuscht, weil mehr möglich gewesen wäre. Zu sagen, ich habe mit dem vierten Platz überhaupt keine Freude, wäre übertrieben, aber bei der WM zählen eben nur die Medaillen", sagte Mesotitsch.

Die Chance für ganz oben

Zur Halbzeit des Rennens war der Rosentaler sogar in Führung gelegen, deshalb ärgerte er sich auch gehörig über den unglücklichen Ausgang. "Heute war die Chance, sogar Weltmeister zu werden, relativ groß. Ich habe sie vertan, wer weiß, wann sie wiederkommt. Dementsprechend geknickt bin ich auch." Zudem sei das Rennen ungünstig für ihn verlaufen. "Mit ein bisschen mehr Glück wäre es sich ausgegangen", meinte Mesotitsch.

Je ein Fehlschuss bei den abschließenden Einlagen verhinderten die mögliche Medaille, denn läuferisch konnte Mesotitsch mit dem Toptrio Fourcade (4 Schießfehler), Bergman (2) und Schipulin (1) nicht ganz mithalten. Auch ÖSV-Cheftrainer Reinhard Gösweiner war die Enttäuschung über die neuerlich knapp verpasste Medaille ins Gesicht geschrieben. "Das tut weh, aber leider laufen die da vorne alle sehr, sehr stark. Es war aber ein super Rennen von Meso", meinte Gösweiner gegenüber der APA - Austria Presse Agentur.

Die Hoffnungen vom Rest

Die restlichen Österreicher landeten wieder im geschlagenen Feld. Dominik Landertinger (31./4 Strafrunden), Simon Eder (34./2) und Christoph Sumann (42./2) konnten sich nach bereits schlechten Sprintergebnissen nicht entscheidend verbessern. Ex-Weltmeister Landertinger hatte sich zunächst bis an die zehnte Position nach vorne gearbeitet, vier Fehler im letzten Schießen ("Ein Blackout. Ich kann nur noch hoffen, dass es irgendwann wieder bergauf geht.") machten seine Hoffnungen auf einen Spitzenplatz dann aber jäh zunichte.

Auch Sumann zeigte neuerlich eine für seine hohen Ansprüche schwache Leistung. "Das war wieder gar nichts. Wenn ich im Einzel so laufe, komme ich nicht einmal ins Ziel", sagte der sichtlich gezeichnete Steirer, der sich seinen WM-Abschied ganz anders vorgestellt hat und nun am Dienstag wohl seine letzte Chance hat.

Denn wie Landertinger und Eder braucht Sumann im 20-km-Rennen einen Spitzenplatz, um sich noch für den abschließenden Massenstart zu qualifizieren. Mesotitsch hat das längst geschafft. Zweimal Gold nach zwei Bewerben hat Fourcade geschafft, das übertrifft seine kühnsten Träume. "Zwei Goldmedaillen sind viel mehr als ich mir in meinem ganzen Leben erwartet habe", stellte der 23-Jährige fest. 

Domratschewa bremst Neuner aus

Lokalmatadorin Magdalena Neuner hat sich am Sonntag im Verfolgungsrennen der Biathlon-WM in Ruhpolding mit Platz zwei hinter der Weißrussin Darja Domrateschwa begnügen müssen. Die 25-jährige Rekordweltmeisterin vergab den möglichen Sieg als Führende mit zwei Fehlern beim letzten Schießen, holte 25,1 Sekunden hinter Domratschewa nach Bronze in der Mixed-Staffel und Gold im Sprint aber ihre bereits dritte Medaille im Rahmen ihrer Heim-WM.

"Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, ich würde mich nicht darüber ärgern. Die zwei Fehler sind einfach zu viel gewesen", meinte Neuner zu ihren entscheidenden Fehlschüssen und verwies auf ihre bereits tolle Ausbeute. "Ich freue mich über die Silber, es ist Halbzeit und ich habe jetzt schon einen ganzen Medaillensatz."

Die gleichaltrige Sprint-Zweite Domratschewa, die eine Strafrunden weniger drehen musste, durfte sich vor 28.000 Fans mit ihrem deutschen Trainer Klaus Siebert hingegen über ihren ersten Einzeltitel freuen. Bronze ging an die Russin Olga Wiluchina (+ 1:15,4 Min./1 Schießfehler), die erstmals am WM-Podest stand.

Der Bewerb war ohne Österreicherin in Szene gegangen, weil die Sprint-54. Ramona Düringer auf das Antreten verzichtet hatte. Die 22-jährige, in dieser Saison lange erkrankte Vorarlbergerin konzentriert sich stattdessen bereits auf den Einzelbewerb am Mittwoch. (APA)

Ergebnisse der Biathlon-WM in Ruhpolding vom Sonntag:

Herren - Verfolgung (12,5 km, 4 Schießen): 1. Martin Fourcade (FRA) 31:54,2 Min. (4 Schießfehler=Strafrunden) - 2. Carl Johan Bergman (SWE) +5,2 Sek. (2) - 3. Anton Schipulin (RUS) +22,1 (1) - 4. Daniel Mesotitsch (AUT) 28,4 (2) - 5. Emil Hegle Svendsen (NOR) 45,4 (4) - 6. Simon Fourcade (FRA) 53,0 (3) - 7. Tarjei Bö (NOR) 59,3 (3). Weiter: 31. Dominik Landertinger (AUT) 2:35,5 (4) - 34. Simon Eder (AUT) 2:45,7 (2) - 42. Christoph Sumann (AUT) 3:20,5 (2)

Weltcup-Gesamtwertung (nach 21 von 26 Bewerben): 1. M. Fourcade 894 Pkt. - 2. Svendsen 847 - 3. Andreas Birnbacher (GER) 661 - 4. S. Fourcade 608 - 5. Bergman 552 - 6. Benjamin Weger (SUI) 536. Weiter: 24. Mesotitsch 348 - 28. Sumann 252 - 29. Eder 235 - 37. Landertinger 175 - 54. Sven Grossegger (AUT) 72 - 76. Friedrich Pinter (AUT) 22

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22 Postings
Die Entwicklung Dominik Landertingers enttäuscht schon

Vor 2 Jahren wurde er noch international als der kommende Biathlon Star gefeiert.

Aus seiner Genration hatte er insbesondere die Fourcade Brüder im Griff. Läuferisch war er sogar stärker.

Doch statt sich vorwärts zu entwickeln, fällt er immer weiter zurück. Was ist los?

klar mit seiner Körpergröße hat er im Langlaufen keine Chance; umso bemerkenswerter der 4. Platz

Spitzenleistung vom Mesotitsch!

Diese Weltcupsaison gibts viele Biathleten (sicher mehr als 10), die mehrfach(!) am Podest gestanden sind und andere konstant starke Leute wie Ferry, Bailey, Slesingr ect.. Und dann gerade bei einer WM zwei Top 5 Platzierungen zustandezubringen ... neben der gesteigerten Laufleistung auch super Nerven!

Gratulation trotzdem an den Meso.

Aber der Frucade ist schon eine eigene Klasse.

der blechmann aus ösistan

tja so kanns gehen wenn man nicht schnell genug läuft...dann machts schnapp..und die medallie ist weg.

Sie haben den Kof auch nur, damit es beim Hals nicht reinregnet ...

sagt der Couchpotatoe

Toller Kommentar, Jack......

Wo schreibst denn morgen? in der HEUTE?

nelson.wav

Was ist los mit den Österreichern?

Beispiel Landertinger: Sogar Björndalen hat ihn mal vor ca. 2, 3 Jahren als den kommenden internationalen Spitzenmann bezeichnet. Läuferisch einer der 3 Stärksten damals - und heute?

Umso mehr überrascht Mesotitsch in seinem Alter. Damals im besten Alter war er meistens der 4. Mann in unserem Team und heute unser weitaus bester Mann, regelmäßig.
Gratulation!

Naja, da wird das Doping halt nicht mehr so gut funktionieren. Oder die anderen machen's besser. Klingt vielleicht sarkastisch, aber ich bin sicher, dass es tatsächlich in die Richtung geht.

Die Laufzeiten sind wirklich bitter:
27. Mesotitsch (+0:38)
29. Landertinger (+0:45)
44. Eder (+1:23)
52. Sumann (+2:03)

Jahrelang war das Schießen die große Schwäche - jetzt treffen die Burschen echt passabel und hecheln dafür in der Loipe hinterher...

würde mich auch interessieren was genau mit Landertinger los ist. Sein Potential sollte ihn doch zu mehr befähigen. Zumindest sollte man das meinen, wenn ein Björndalen ihn als nächster Dominator der Sportart gesehen hat.

Jetzt hab ich es sogar genau, es war noch etwas früher:

Es war 2008, als der junge Landertinger Weltmeister wurde und dabei Björndalen geschlagen hat, der damals auch noch etwas jünger war ;-):
Björndalen: "Wenn er so weitermacht, dann kann er ein sehr großer Athlet werden. Er ist in einer hervorragenden Form."
http://sportv1.orf.at/090222-12... y_txt.html

Zu den Besten gehörend, so ähnlich war es gemeint. Dominanz a la Björndalen geht noch weiter, das Potential dazu wäre aber natürlich am ehesten bei solchen Leuten zu suchen.

sei's wie es sei. Fragt sich leider noch immer warum er den Erwartungen im Moment nicht gerecht werden kann.

Schade dass mein Link von damals nicht erscheint (heute schon das 2. Mal!). Es war 2008, als Landertinger Weltmeister wurde und dabei Björndalen schlug. Da war B. sehr beeindruckt.
(Vielleicht gehts jetzt ohne Link?)

Danke für den Link. Ich verstehe aber einfach nicht wieso Landertinger nicht weiter so aufzeigen kann. Eigentlich sollte er mit zunehmenden Alter ein immer besserer Ausdauersportler werden, oder? Liegt das am Trainerteam? Hat ihn persönlich irgendein Ereignis besonders zurückgeworfen? Entschuldige die Fragerei, aber ich verfolge Biathlon nicht so regelmäßig, obwohl ich den Sport sehr, sehr interessant finde.

Ich stelle mir die gleichen Fragen, eine noch mehr, aber die ist mir zu heiß. Und wäre nur reine Spekulation, weil mir sonst leider auch nicht mehr bekannt ist. Bin auch kein Spezialist, erst die Erfolge um 2000 haben mich für diesen Sport begeistert.

ja klar. Die zu heiße Frage stellt sich quasi automatisch. Ist aber, genau so wie sie gesagt haben, reine Spekulation. Wäre interessant zu hören, was Insider dazu zu sagen haben. Des Weiteren wundert es mich, dass dieses Thema bis dato noch nicht im ORF (oder sonst wo) aufgegriffen wurde (soweit ich weiß)

Darüber habe ich mich auch schon gewundert ;-)
Zur Spekulation: Prinzipiell muss man da vorsichtig sein, auch wenn viele Erfahrungen dafür sprechen.
Tarje Boe z.B. galt schon tatsächlich als der 2. Björndalen. Er gewann einige Zeit fast alles, wenn er nicht Pech hatte, schusssicher und pfeilschnell. Aber diese Saison hat man wenig von ihm gehört. Er wurde öfters sogar von den Österreichern geschlagen (Sumann, Meso)
Auch schwer zu erklären.

Bei den Schispringern passiert das häufig, aber da wäre die Erklärung einfacher: Nur eine Kleinigkeit, die fast nicht zu bemerken ist (sogar vom Trainer manchmal nur schwer) - und schon stimmt das System nicht mehr und einige Meter sind weg.
Wie jetzt ein bisschen mit Schlieri.
Aber beim Laufen?

Abermals tolle Leistung von Mesotitsch! Mit der aktuellen sehr guten Schießperformance wird der 20-km-Einzelwettbewerb sehr interessant.

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