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"Paroli" will im Onlinejournalismus neue Wege gehen.

Ein Blick auf die Startseite Montagmittag.
Seit Montag heißt es "Wir bieten paroli". Mit dieser Kampfansage startet ein Onlinemagazin, das sich den Themen Gesellschaft, Politik und Kultur widmen möchte. Und zwar in neuer Form: "In etablierten Medien vermissen wir viele Sachen", kritisiert Florian Stambula. Ergo sei "Paroli" das Resultat einer "generellen Unzufriedenheit", wie der Mitgründer der Plattform gegenüber derStandard.at erklärt. Der Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen für Journalisten auf der einen und der Darstellung von journalistischen Inhalten auf der anderen Seite. "Einfach wie über Themen berichtet wird."
Formate statt Ressorts
Punkten will "Paroli" mit einer neuen Form von Funktionalität: "Wir wollen dem User mehrere Möglichkeiten geben, wie er sich über die Webseite bewegen kann." Und vermeiden, was Onlinemedien sonst machen, nämlich die Rezeption von oben nach unten zu strukturieren, je nach Priorität der Inhalte. Wie das konkret aussieht, davon kann man sich seit Montag selbst ein Bild machen. Journalistisches Kernstück von "Paroli" sind sieben Formate, erläutert Stambula, sie heißen zum Beispiel "Kunststücke", "Rufzeichen" oder "Dargestellt". "Wir verzichten dafür auf Ressorts wie Wirtschaft oder Politik." In jedem Format könne jedes Thema erscheinen.
Multimediale Erzählstränge
Klingt jetzt nicht besonders revolutionär, soll aber den Onlinejournalismus in eine Spielwiese für Kreativität transformieren, so die Intention der "Paroli"-Macher, denn: "Wir wollen nicht einfach Text auf Bildschirm klatschen." Sondern? "Ein Interview zum Beispiel", präzisiert Stambula, "soll in mehrere thematische Blöcke aufgeteilt werden". User können dann selbst entscheiden, welcher Strang von Interesse ist. So werde das Leseverhalten navigiert. Bei markanten Passagen sollen Videos, Ton oder Fotos zum Einsatz kommen. Detto bei Porträts: "Wir wollen nicht die Wohnung von jemandem beschreiben, wenn man das mit Fotos oder Video besser darstellen kann." Dieser multimediale Weg sei zwar kein neues Terrain, räumt er ein, aber: "Bis jetzt ist das nur bei einigen, und da auch nur in Ansätzen, vorhanden."
Ein weiteres innovatives Beispiel ist laut Stambula das Format "Infografik". Eine Serie über Wiens Bezirksvorsteher sei in Planung. "Was waren deren Wahlversprechen und was wurde davon gehalten?" Ob das Grätzel revitalisiert oder ob die angekündigte Tiefgarage gebaut wurde oder nicht, lasse sich sehr gut mit Hilfe von Karten illustrieren. "Das bringt eine ganz andere Übersichtlichkeit rein." Und User könnten viel selektiver, also interessensgesteuerter, lesen. "Die Formatentwicklung hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen", sagt er, das Team sei nach wie vor am Adaptieren: "Wir möchten dann auch das Feedback der Leser berücksichtigen."
Community soll aufgebaut werden
Leser können sich in Form von Postings einbringen, die Freischaltung erfolgt nach der Registrierung. Langfristig seien auch Gastbeiträge vorstellbar. "Es gibt die Idee, die Formate für unsere User zu spiegeln, damit sie selbstständig Beiträge erstellen können." Das sei aber noch Zukunftsmusik. Und eine Frage der Ressourcen.
Tagesaktuelle Nachrichten werden kaum auf "Paroli" zu finden sein, verrät Stambula: "Die meisten Geschichten sind zeitunabhängig." Hintergrund statt Schnellschuss. Dennoch werde die Seite täglich aktualisiert. "Manche Formate mehrmals die Woche, manche vielleicht seltener." Das deklarierte Ziel: zumindest jede Woche soll das gesamte Portal mit neuen Inhalten bestückt werden. Gleichzeitig bleiben die älteren Geschichten abrufbar. "Es wird sich zeigen, ob wir das Tempo aufrechterhalten können, drosseln müssen oder vielleicht sogar erhöhen können."
15 Journalisten im Talon
Das Kernteam von "Paroli" besteht aus fünf Personen, die sich um alle Belange - vom Marketing über die Redaktion bis zur Programmierung - kümmern. "Keiner von uns arbeitet Vollzeit dafür." Die Idee für das Portal existiert seit rund einem Jahr, der Feinschliff erfolgte in den letzten Wochen. Mit dem Vorproduzieren von Geschichten, der Programmierung und der Suche nach freien Journalisten, die Texte liefern. Zurzeit könne man aus einem Pool von ca. 15 Leuten schöpfen, berichtet Stambula, 26 Jahre, freier Journalist, Absolvent der Sinologie und Student der Politikwissenschaften. Weitere Redakteure sollen folgen. "Bevor wir für andere Medien schreiben oder nur auf unseren eigenen Blogs, machen wir das lieber hier."
Werbung und Veranstaltungen
Die Antriebsfeder ist eine große Portion Idealismus und die Hoffnung, mit dem Projekt zu reüssieren. Nicht nur journalistisch, sondern auch finanziell: "Momentan können wir unseren Autoren nichts zahlen." Ein Zustand, der sich wohl nicht auf die Schnelle ändern wird. "Paroli" ist ein Verein, der unabhängig agieren will und über keinen Investor im Hintergrund verfügt. Geld soll der Verkauf von Werbeplätzen bringen, ein Vermarkter wird aber vorerst nicht gesucht: "Die Werbekunden möchten wir uns aussuchen." Weitere Einnahmequelle: die Organisation von Veranstaltungen. "Keine Kompromisse" wolle man bei der Monetarisierung eingehen, betont Stambula, "es ist uns eine Herzensangelegenheit und Glaubwürdigkeit ist ein hohes Gut." Deswegen schließt er auch ein Andocken bei einem Verlag aus - zumindest für die nächsten Monate: "Wenn wir die Finanzierung nicht schaffen, müssen wir das Portal halt wieder abdrehen."
Hoffnung Presseförderung für Onlinemedien
Als weitere Finanzspritzen kämen noch eine Start-Up- oder die Presseförderung infrage. Letztere soll ja reformiert und auf Onlinemedien ausgedehnt werden. Der Startschuss könnte im Herbst 2012 erfolgen. Derzeit überwiegt aber nicht die Angst vor der Kapitulation, sondern die Zuversicht. Bis jetzt habe man lediglich "ein paar Hundert Euro" investieren müssen - neben der vielen Zeit, die in das Projekt geflossen ist.
Offener Brief gegen Zustände im Journalismus
Ein gutes Vorzeichen ist der Bekanntheitsgrad, den "Paroli" bereits erreicht hat. Seit ein paar Tagen prangern die Betreiber in einem Offenen Brief, der an Verleger und Herausgeber ging, die Missstände im Journalismus an. Die Petition, die bis jetzt (Stand: Sonntag, 17:30 Uhr) von 453 Leuten unterzeichnet wurde, war Thema in vielen Medien. Im Mittelpunkt der Kritik stehen die prekären Arbeitsbedingungen, mit denen Journalisten tagtäglich konfrontiert sind. Schlechte Bezahlung gepaart mit unsicheren Beschäftigungsverhältnissen. Zustände, gegen die sich ein immer breiterer Widerstand zu formieren scheint. Medienübergreifend. Den Anfang machten die freien ORF-Mitarbeiter (in erster Linie Radio, aber auch TV), die für eine gerechte Entlohnung kämpfen. Unter den Unterzeichnern des Offenen Briefs sind jetzt Medienleute aller Gattungen zu finden. Von Print bis Online. Unterstützungserklärungen können noch die ganze Woche über deponiert werden.
Einen Widerspruch, nämlich auf der einen Seite Kritik am Prekariat zu üben und auf der anderen Seite Journalisten selbst nichts zu bezahlen, sieht Stambula nicht. "Wir machen von Anfang an allen klar, dass wir noch nichts zahlen können." Die Mittel seien schlicht und einfach nicht vorhanden. Die "ideelle Entlohnung", wie derzeit, könne nur ein Zwischenschritt sein. "Natürlich wollen wir unsere Tätigkeit und unsere Autoren auch finanzieren." Vom Enthusiasmus, dass es gelingt, seien alle infiziert: "Wir glauben an die gemeinsame Sache." (om, derStandard.at, 4.3.2012)
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Von all den österreichischen Medien, die hässlich aussehen und selbst nach einem "Relaunch" hochprovinziell wirken, habe ich schon das Auge voll.
Eine jüngere Generation macht die Sache tatsächlich besser als die alten Besserwisser, Auskenner und andere lästigen Typen.
title fehler (doppelte title)
<title>paroli • Occupy Burgkino!</title><meta name="robots" content="all" />
<title>Occupy Burgkino! - paroli</title>
insegesammt werden 18 verschieden css/js datein nachgeladen
kein gzip, ...
da schlafen alle ein bei den ladezeiten, bevor man was lesen kann (hipster design ungleich gute website)
siehe http://gtmetrix.com/reports/w... t/8xHexsGF und http://gtmetrix.com/reports/w... port-yslow
Ich checks nicht. Ernsthaft, erklär mir Laien was du uns damit sagen willst!
Würde mich wirklich interessieren. Meinst du die Seite ist technisch schlecht gemacht, aber das Layout eh gut, oder alles sch...?
Denn das Layout ist sehr gut in meinen Augen... Und ich stell mal in den Raum, dass das wichtiger ist...
das HTML ist kaputt (doppelte title) was schlecht für suchmaschinen ist und damit mal für eine online publikation schlecht ist.
eine seite welche langsam ist bzw. langsam lädt wird von den usern weniger genützt. d.h. der artikel kann noch so toll sein, die user schauen sich im durchschitt weniger artikel an als auf einer seite mit wirklich miesen artikeln aber schnellen ladezeiten.
design hat eine berechtigunge wenn sie die usability einer site unterstützt. in diesem fall ist das design auf eine art und weise imlementiert welche die usability der seite (vorallem im bereich geschwindigkeit) schädigt.
"schön" ist nur auf den ersten blick wichtig, sobald man einen artikel oder mehrer artikel lesen will ist schnell wichtiger.
http://www.validome.org/validate/... magazin.at
http://de.wikipedia.org/wiki/Clean_URL
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