Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Das fliegende Personal sieht derzeit rot: Der von der AUA-Führung angestrebte Wechsel in den Kollektivvertrag der Tyrolean sorgt für Unmut.
Wien - Die Spekulationen um die Zukunft der AUA kochen über, die Lufthansa rührt kräftig mit, und die Belegschaft empört sich über die versalzene Suppe. Seit das Management der Austrian Airlines seinem fliegenden Personal den Betriebsübergang in die Regional-Airline Tyrolean samt niedrigeren Gehältern angedroht hat, geht es rund. Bisheriger Höhepunkt der Turbulenzen: Laut Süddeutscher Zeitung gibt es in Frankfurt "Überlegungen, die AUA fallen zu lassen". Die Übertragung des Flugbetriebs auf die Tyrolean werden notfalls via Insolvenz erfolgen, heißt es.
Der deutsche Kranich unternahm wenig, um den Pleitegeier zu verscheuchen: "Kein Kommentar", hieß es auf Anfrage, es handle sich um " Spekulationen". Anders die Reaktion der AUA. "Eine Insolvenz kann keine vernünftige Reaktion eines Managements sein", sagte ihr Sprecher Peter Thier. Die unterschiedlichen Reaktionen könnten auf Differenzen in der Gangart hinweisen, aber auch das ist Spekulation.
Keine Zweifel lässt die AUA daran, dass sie ohne massive Kostensenkungen beim Personal den Weg nach Tirol nicht scheuen will. 2000 Piloten und Flugbegleiter würden dann solange keine Gehaltsaufbesserungen sehen, bis sie der um bis zu einem Viertel niedrigere Kollektivvertrag der Tyrolean einholt.
Es handelt sich freilich nicht nur um eine personelle Maßnahme: Die AUA strebt einen Betriebsübergang an, sie würde somit quasi über Innsbruck neu gegründet. Zumindest teilweise, weil bei Technik, Vertrieb und Verwaltung keine Umgründung geplant sei, wie es aus der AUA heißt. Auch ein Flugzeug würde übrigens bei der Airline bleiben, um die Verkehrsrechte nicht zu gefährden. Diese Strategie spreche - neben den heftigen Schockwellen samt politischer Begleitmusik - gegen das Pleiteszenario. Das sieht auch ein hochrangiger Banker mit engem Geschäftskontakt zur Fluglinie so: "Ich glaube, da wird nur heftig gepokert."
Schlag auf Schlag geht es auch beim Austausch von AUA-Managern. Wie vom Standard berichtet, muss Vorstandsmitglied Andreas Bierwirth Karsten Benz als Verkaufschef weichen. Benz (47) fungiert derzeit noch als Europachef für den Bereich Sales und Service. Die Rochade sei ein Zeichen, dass die Lufthansa "unverändert und mit aller Kraft weiter an der nachhaltigen Perspektive der Austrian Airlines arbeitet", erklärte AUA-Aufsichtsratschef Stefan Lauer in einer Aussendung. Benz gilt auch in der Branche als Signal dafür, dass man die AUA finanziell auf Steigflug bringen möchte.
Ein Aspekt, der den Übergang zur Tyrolean erleichtern könnte: Entgegen bisheriger Interpretationen gibt es offenbar sehr wohl eine Möglichkeit, dass bei der Regional-Airline auch große Flieger eingesetzt werden können. Die Beschränkung der Fluglinie auf Maschinen mit bis zu 110 Sitzen steht nämlich im AUA-Kollektivvertrag - und genau der wurde ja vorsorglich gekündigt. Das bestätigten am Freitag sowohl Tyrolean-Betriebsrat als auch der AUA-Sprecher.
Harte Töne
Die Belegschaft scheint zunehmend gespalten zu sein. Angesichts der Sparpläne und der jüngsten Pleite-Gerüchte war die Stimmung bei einer Betriebsversammlung Freitagnachmittag gereizt. Harte Töne gegen Lufthansa und AUA-Führung wurden angestimmt. Das Wort Streik lag in der Luft. Doch Kampfmaßnahmen - so hießt es von Arbeitnehmerseite - könnten das Fass zum Überlaufen bringen. Darauf habe die Lufthansa nur gewartet.
Die deutschen Mutter hat bereits viele Erfahrungen mit Sorgenkindern gesammelt. Die britische BMI soll nach vergeblichen Sanierungsbemühungen verkauft werden, der Italien-Ableger dicht gemacht. Die Swiss wurde hingegen erst nach dem Grounding und kräftigen staatlichen Finanzspritzen sowie der Übertragung auf den Kollektivvertrag der Regionaltochter Crossair von der Lufthansa übernommen. (as, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 3./4.3.2012)
In den ersten vier Monaten des heurigen Jahres zusammen sank die Zahl der Passagiere um 3,7 Prozent auf 3,2 Millionen
Die AUA konnte einen Rechtsstreit mit einem Betriebsrat durch ein Urteil des Höchstgerichts für sich entscheiden. Das ist überraschend
Aktionäre sparten beim Treffen nicht mit Kritik an erst-nicht-und-dann-doch Aufsichtsrats-Chef Wolfgang Mayrhuber
Nachdem der frühere Airline-Chef seine Kandidatur zurückgezogen hat, strebt er nun doch wieder den Posten des Aufsichtsratchefs an
Angelsächsische Investoren sehen die Nähe zum aktuellen Vorstand und die Vielzahl von Mayrhubers Aufsichtsmandaten kritisch
Der langjährige Lufthansa-Chef und gebürtige Oberösterreicher soll Vorsitzender des Aufsichtsrates werden
Operativ verbuchte die Lufthansa zum Jahresstart einen Verlust von 359 Millionen Euro, die Zahlen fielen schlechter aus, als erwartet
Streiks des Bodenpersonals vom Tisch - Tarifvertrag für 33.000 Beschäftigte
Nach den gestrigen Streiks gibt es bei der AUA-Mutter zwar noch vereinzelt Störungen, doch der Flugbetrieb normalisiert sich
Personal der Airline 24 Stunden lang im Ausstand, Chaos an deutschen Flughäfen bleibt jedoch aus
Stornieren, Bahn fahren oder warten
Nach elfstündiger Verhandlung wurden drei zentrale Punkte beschlossen. Über Details herrscht noch Stillschweigen
Roland Busch kommt aus Lufthansa Passage, wo er derzeit noch Finanzvorstand ist
Konsolidierung des bestehenden Portfolios aber zunächst im Fokus
"Die AUA war also immer so marode."
Das habe ich so nicht geschrieben. Lies meinen Wortlaut durch - oder kaufe dir eine Brille.
Ich habe übrigens auch nicht dem Personal irgendeine Schuld an irgendetwas gegeben. Ich habe in diesem Zusammenhang neben dem Missmanagement und dem staatlichen Einfluss die übertrieben hohen Gehälter der AUA erwähnt.
aha, jetzt machst du auch noch den Ruf der AUA runter. Bist du der erste bezahlte Lufthansaposter :) ?
Und BTW Danke für deine Bestätigung meiner Aussage: die AUA kaufte 2004 LaudaAir komplett auf. Deckt sich mit deiner Beschreibung perfekt. Aber hey, bis dahin lief sicher nur trotz des Staatsbesitzes alles perfekt :) .
nur: heute ist sie hin, tot, pleite - das und sanst gar nichts ist der erwiesene sachverhalt. warum und wieso ist lieb zu wissen, ändert aber nix dran.
und wie es früher einmal gewesen sein mag, interessiert keinen mehr. sogenannter schnee von gestern.
Ein knapper Verlust ist also hin und pleite? Sprach unser Marktwirtschaftsexperte ;) .
Ein wenig Investitionen durch den Eigentümer und alleine schon durch den einwandfreien Ruf in der Öffentlichkeit wären die Gewinne wieder da. Nur ... es gab nie nennenswerte Investitionen durch die Lufthansa. Warum bloss?
Einstiegsgehalt als FO bei der AUA sind ca 2800€ Netto pro Monat + 100 000€ Schulden die abgearbeitet werden müssen.
Durchschnittlicher Monatplan als Mittelstreckenpilot:
1-4 frei(off Tage) 5-11(Frühdienst) 12-13 frei 14-17(Frühdienst) - 18-19 frei 20-26(Spätdienst) 27 frei 28-2(Frühdienst)
Bei den mehrtätigen Dienst kommt man dazwischen nicht heim!
Jeder HTL Absolvent in einem gehobeneren Posten würde bei sovielen Dienstreisen vermutlich 3000-4000€ im Monat insgesamt bekommen! und da hat man keine 100 000€ Schulden die man abarbeiten muss.
Piloten mit 130000 € haben aber schon 20-30 Dienstjahre.
Leitende Angestellte bekommen auch bis zu 4-5tsd € und kommen um 9 und gehen um 16:30 jeden Tag heim!!
Mein lieber md801!
Ich kann hier gleich meine Erfahrung als Ingenieur bei der Lufthansa Technik einbringen. Als ich 2002 dort angefangen habe - nach einem Technikstudium wohlgemerkt - wurde ich tariflich entlohnt mit jährlich nicht ganz EUR 40.000 BRUTTO! Ich kann berichten, dass sich das Einstiegsniveau bis heute nicht wesentlich verändert hat. Und Dienstreisen machen den Kohl wirklich nicht fett. Bin vor 2 Wochen mehrere Tage in Manila gewesen, davon schwillt mein Kontostand nicht an.
the world as seen by a pilot - nicht alles, das hinkt, ist auch ein vergleich. je weiter man bei ihrem posting liest, desto tiefer versinkt man in dem topfen, den es darstellt, sorry.
sie werfen den leuten vor, keine ahnung von den entbehrungen ihres jobs zu haben, haben aber offensichtlich von der welt "draußen" auch nicht den leisesten schimmer.
Die meisten hier wären froh, wenn du von der realen Welt auch nur ein wenig Ahnung hättest. Dann wärest du nicht eine derartige Belastung für die Gesellschaft.
Der gute md801 hat uns gerade geschildert wie der Arbeitsalltag und das Arbeitsumfeld aussieht. Hast du dazu etwas beizutragen oder gar etwas fundiert zu entgegnen? Nein? Dann sei einfach still. In deinem eigensten Interesse!
Soll ich jetzt zur Wahlfahrt gehen und ein Kerzerl für die ach so armen Piloten der AUA anzünden?
Ein HTL Absolvent kommt nicht sofort in einen gehobeneren Posten. Er ist schließlich ein Absolvent und keiner mit mehrjähriger Praxis.
Hast du Tabletten geschluckt? Woraus kannst du aus meinem Wortlaut Neid gegen irgendwen herauslesen? Ich habe zudem nie einen Piloten mit einem HTL-Absolventen verglichen. Das haben md801 und du getan. Ich habe zu HTL-Absolventen etwas klargestellt. Tatsächlich hält sich aber mein Mitleid mit den Piloten der AUA in Grenzen. Sie machen ihren Job. Nicht mehr nicht weniger. Wie die Piloten der Tyrolean, der Swiss und von Crossair übrigens auch.
"Ist dir dein Leben also rein gar nichts wert?"
Kannst du auch denken, bevor du schreibst?
"jemand der für seine Verantwortung nicht entsprechend entlohnt wird macht bekanntlich immer den besten Job"
Willst du jetzt den Piloten von Tyrolean, der Swiss und von Crossair unterstellen, dass sie den Job weniger gut ausüben als ihre Kollegen von der AUA? Das ist ziemlich rutschig. Ich würde aufpassen, dass du nicht ausrutscht.
"...riskieren tagtäglich tatsächlich ihr Leben und sind unmittelbar für das Leben mehrerer hundert Menschen verantwortlich?"
Willst du behaupten, dass die Piloten der AUA tagtäglich ihr Leben riskieren, um die Sicherheit zu gewährleisten? Du betreibst wirklich eine gute Werbung für die AUA-Piloten.
offensichtlich bringt das personal nicht das, was es kostet wieder herein...
allein der kommentar mit den 3000 - 4000 euro für viele dienstreisen zeigt, wie realitätsfremd man in ehemals verstaatlichten betrieben geworden ist und auf welchem niveau gejammert wird.
100.000 euro schulden bei arbeitsantritt? offensichtlich nie auf einer vernünftigen uni gewesen...
als Dienstreise meine ich jetzt nicht Wien-Linz sondern eben Barcelona, Moskau , Oslo usw.
@RO81 Naja eine Pilotenausbildung kostet eben Geld
Wieviele Unis haben den Studienzweig Linienpilot?
Die Fh Joanneum biete BSc / MSc Aviation an!
Da kostet die Pilotenaubildung ebenfalls 80 000€
Ich bin selbst Student und bin froh das ich keine Studiengebühren zahle. Wir sollten uns noch solange freuen solange wir keine 5000€ pro Semester zahlen müssen.
Offensichtlich wird die AUA finanziell von der Lufthansa ausgehungert. Ohne Investitionen kann die AUA nicht bestehen. eigenartigerweise erfolgen die aber nicht seitens der Lufthansa. Warum bloss?
Sag mal, weisst du wenigstens was eine Universität ist? So naiv wie du dich hier anstellst kannst du in deinem Leben keine einzige besucht haben.
das meinen sie jetzt nicht ernst, oder? würden sie bei jemandem, der keinen plan und keine strategie hat, über die letzten zehn jahre jeden beweis schuldig geblieben ist, dass er rettbar ist, auch noch investieren? sorry, aber das ist naiv.
würde mich nicht wundern wenn da ein paar "kluge" steuerexperten bei der lufthansa buchhalterisch den verlust der aua vergrößern um kapital zur muttergesellschaft zu bringen um dann die aua dicht zu machen oder um die notwendigen druckmittel dadurch zu erhalten dem personal widerrechtlich ihren zustehenden lohn zu entziehen.
und für diese gangster von der lufthansa hat österreich noch 500mio zusätzlich zur schenkung der aua an die lufthansa gezahlt. möchte nicht wissen wieviele politiker der damaligen regierung fett bei diesem deal mitverdient haben.
das stinkt ja zum himmel.
tun und lassen, was er will.
Wenn er sie filetiert, ist das seine Sache.
Da können die Gewerkschafter ihre Pfeifferl verschlucken.
Wenn die Gehählter eh' marktunüblich niedrig sind, wird die Belegschaft sofort wieder einen neuen Job zu den gleichen oder besseren Konditionen finden. Wenn nicht, dann nicht.
Aha, das Sehen von Trainingsstudios gehört nun also zur Qualifikation eines Menschen der die unmittelbare Verantwortung über das Leben mehrere hundert Menschen hat.
Und über ausgetrockente Muffins würdest du dich in jeder anderen Fluglinie nur freuen. Und das die ausgetrocknet sind ... ist übrigens auch Schuld der Gewerkschaft!
... die Lufthansa hat die AUA nicht gekauft, die hat sie geschenkt bekommen. Die Aktien im Streubesitz wurden mit ca. 230 Mio gekauft, den ÖIAG-Anteil gab es für 360.000 + 500 Mio Mitgift.
Nun dürften also die 270 Mio Zugabe verbraucht sein.
nur jetzt wird dem personal durch jobkündigungen bzw. drastische lohnkürzunge jede menge geld enzogen. das ist geld welches uns österreichern fehlt. dieses geld fließt an nach deutschland an die oberbonzen der lufthansa AG.
mit dieser miesen personalpolitik hätte österreich wohl auch locker eine schwarze zahlen schreibende aua geschafft. aber da sieht man eben, in staatsbetrieben zählt der mitarbeiter noch was. in privatbetrieben zählt der mitarbeiter nichts mehr, da zählt nur die rendite für die aktionäre.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.