Musik auf dem letzten Weg

3. März 2012, 08:37

Musiktherapeuten der SRH Hochschule Heidelberg setzen die Klänge auch in der Sterbebegleitung ein

Heidelberg - Dass Musik heilen kann, ist längst bekannt. Mittlerweile wird sie in vielen medizinischen Bereichen erfolgreich eingesetzt. So hilft sie beispielsweise bei der Behandlung von Kopfschmerzen, Tinnitus oder Depressionen. Was aber, wenn ein Patient unheilbar krank ist? Musiktherapeuten der SRH Hochschule Heidelberg setzen die Klänge auch in der Sterbebegleitung ein. Die Behandlung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg und kommt bei Patienten auf der Palliativstation des Krankenhauses St. Vincentius zum Einsatz.

Auch in der Abschiedsphase des Lebens werden durch die Klänge noch wichtige Gefühlsimpulse beim Patienten angeregt: "Musik hat eine beruhigende und angstlösende Wirkung. Es können Emotionen und Erinnerungen ausgelöst werden, die wichtig für die Trauerbewältigung und das Loslassen vom Leben sind", so Alexander Wormit, Musiktherapeut an der musiktherapeutischen Ambulanz der SRH Hochschule Heidelberg. Auch körperliche Symptome wie Schmerzen, Übelkeit oder Schwindel könnten durch die Musik verringert werden. Je nach Krankheitszustand des Patienten wird die Musiktherapie rezeptiv, das bedeutet der Therapeut spielt für den Patienten, oder aktiv durchgeführt.

Angehörige miteinbeziehen

Bei letzterem steht das gemeinsame Musizieren oder Singen mit dem Patienten im Vordergrund: "Zum Einsatz kommen verschiedene Saiten- und Klanginstrumente wie Klangschalen, Gitarren oder auch die Kantele, ein harfenähnlichen Instrument aus Holz", so Wormit. Wie lange eine Behandlung dauert ist vom Erkrankungsstadium des Patienten abhängig. Angeboten werden sowohl einmalige Behandlungseinheiten als auch eine intensive, tägliche Betreuung in der Sterbephase.

Die Dauer einer Sitzung kann von fünf Minuten bis eineinhalb Stunden variieren. Da in der Phase des Abschiednehmens nicht nur die Betroffenen selbst sondern auch deren Angehörige leiden, können diese auch in die Therapie miteinbezogen werden. (red)

Vorsicht

ist geboten wenn der Therapeut " Highway to hell" anspielt.....

... für meinen eigenen Tod werde ich

verfügen, dass "Musik"-"Therapeuten" (es ist ja beides NICHT!) einen Mindestabstand von 300m zu meinem Sterbebett mit all ihren Woodwinds, Klangschalen und "harfenähnlichen" und sonstigen Saiteninstrumenten halten müssen. Weiterhin verbiete ich das Abspielen von "Highway to Hell", des Verdi- und des Mozart-Requiems aus der Konserve, und verfüge, dass eine Jazz-Sängerin mit Klaviertrio mir (samt Scat) die Ballade: "What are you doing with the rest of your life?" vorsingt. Ich muss schon mal Geld beiseite legen.

Ich glaube, Sie verwechseln hier diverse ominöse Klangschalentherapien oder die musikalische Mozartsche Hausapotheke mit Musiktherapeuten, die ein Studium absolvieren müssen und daher ausgezeichnet ausgebildet sind. Zur Musiktherapie gibt es seit 2009 ein strenges Berufsgesetz, das genau umfasst, dass nur den Kriterien entsprechende (Studium, laufende Fortbildungen, Supervision, etc.) MusiktherapeutInnen sich so nennen dürfen und diesen Beruf ausüben.

Infos unter: http://www.oebm.org/musikther... rapie.html

Sehr geehrter Narr,

ich glaube nicht, dass es "weise" ist, noch auf meinem Totenbett Werbung für Ihren natürlich 100% seriösen Berufsstand (in Abgrenzung zu allen Eso-Klang-Klingelings) zu machen. Ich bringe mit meinem Posting lediglich zum Ausdruck, was ICH PERSOENLICH in meinen existenziellen Momenten alles NICHT möchte. Das müssen wohl auch Profis respektieren, oder?

Sie können ja durch anfängliches Abspielen von

"it aint me babe" mal vorbauen und dann zu den Wunschliedern fortfahren.

Man muss schauen, ob der Sterbende das auch will.

Es ist nicht gut, einen sterbenden Menschen mit einer Therapie zu begleiten, die er nicht möchte - u.U. auch, weil es ihn bindet, weil die Emotionen zu stark werden. Viele Sterbende wollen nichts mehr tun, außer sich innerlich verabschieden.

Aber wer bereit ist dazu: für den ist es gut. Ebenso gut sind aber Lesungen (Gedichte, kurze Geschichten, auch: Bibel oder andere Glaubenslektüre). Nicht zufällig beginnen die Tibeter mit den Lesungen des "Totenbuchs" schon vor dem Hinübergang des Sterbenden.

Ich glaube nicht, dass es ohne den Willen des Patienten gemacht wird, steht ja auch von gemeinsam Singen, niemand singt unfreiwillig.

"Man muss schauen, ob der Sterbende das auch will."

Nun, da die Musikbegleitung Gefühle, Erinnerungen und Erlebnisse evozieren soll, muss also die Musik dem Sterbenden bekannt sein-ergo muss auch ein Dialog darüber stattgefunden haben.
Welchen Sinn ergibt es, einem Sterbenden, der zB. heavy-Metal-Musik favorisierte, ihn mit sorbischer Folklore zu beschallen?

Es wird, gemäß Artikel, tlw. MIT dem Patienten musiziert. Glauben Sie, der sterbende Patient wird dazu gezwungen?

Sie können mal erklären, wie Sie auf die Idee gekommen sind, dass irgendwelche Musik gegen den Willen des sterbenden Patienten gespielt wird?

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