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Wien - Arthur Seyß-Inquart (1892-1946) war einer der führenden österreichischen Nationalsozialisten, wurde Reichsstatthalter und administrierte schließlich als Reichskommissar in den Niederlanden die Deportation von über 100.000 Juden. Seit 2007 arbeiten die beiden Historiker Peter Berger und Johannes Koll vom Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Wirtschaftsuniversität Wien daran, Lücken in der Biografie Seyß-Inquarts zu schließen. Ihre Ergebnisse versprechen eine "Umwertung des Bildes von Seyß-Inquart. Denn ich glaube, in Österreich gilt er immer noch als katholischer Gentleman mit leichten nazistischen Einschlägen", sagt Berger.
Seyß-Inquarts Biografie gewähre die Möglichkeit, "an einem konkreten Fall nachzuvollziehen, wie ein eigentlich intelligenter, gebildeter und kultivierter Mensch dazu gekommen ist, an der größten Barbarei der Weltgeschichte teilzunehmen", erklärt Koll. Er hat im Rahmen des vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Projekts in den Archiven von sieben Ländern gearbeitet, um die Lebensgeschichte des Nationalsozialisten zusammenzusetzen. 2013 sollen die Ergebnisse in Buchform veröffentlicht werden, auf Deutsch und in niederländischer Übersetzung. Schwerpunkte setzte der Historiker dabei vor allem auf die systematische Judenverfolgung durch Seyß-Inquart in den Niederlanden, aber auch auf sein politisches Instrumentarium, mit dem er sich an die Spitze der nationalsozialistischen Verwaltung hocharbeiten wollte.
"Lange Zeit auf zwei Hochzeiten getanzt"
Seyß-Inquart sei einerseits ein überzeugter Nationalsozialist gewesen, so Koll. Andererseits habe er jede Möglichkeit genutzt, um seine Karriere im mittleren Verwaltungsaufbau des NS-Regimes voranzutreiben - er habe ein Talent gehabt, mit den richtigen Leuten zum richtigen Zeitpunkt zu reden. Idealismus, Karrierismus und Pragmatismus, alle drei Grundhaltungen könne man in Seyß-Inquarts Handeln finden, sagt Koll. Überraschend sei für die Wissenschafter vor allem gewesen, welche großen Handlungsspielräume der Österreicher innerhalb der NS-Verwaltung gehabt habe. "Das gibt interessante Aufschlüsse über jene Leute, die nach Kriegsende behauptet haben, sie seien nur ein Rädchen in einem großen Getriebe gewesen. So etwas zu falsifizieren und zu zeigen, dass sie zum Teil eine ganz eigene Politik betreiben konnten, das sind die interessanten Momente", erklärt Koll.
In Österreich hat sich Seyß-Inquart erst kurz vor dem "Anschluss" tatsächlich als Nationalsozialist deklariert: "Er hat lange Zeit auf zwei Hochzeiten getanzt. Das war symptomatisch für ihn und seine Politik", meint Koll. In Wien habe er sich zuerst als Brückenbauer inszeniert, der seine Kontakte zu Nazi-Deutschland nutzen könne. In Berlin habe er sich dagegen angeboten, den konservativen Ständestaat unter Kurt Schuschnigg auszuhebeln. Lange war er kein offizielles Parteimitglied, unterstützte die NSDAP aber mit finanziellen Beiträgen. Auf Druck Berlins wurde er 1938 schließlich Innenminister, ein Monat später marschierten die Nationalsozialisten in Österreich ein.
Seine weitere Karriere führte den Österreicher nach Polen und als Reichskommissar in die Niederlande, wo er in einem Chalet wohnte, Hauskonzerte gab und für seine Gastlichkeit bekannt war. Währenddessen setzte er die nationalsozialistische Vernichtungspolitik konsequent um: Aus keinem westeuropäischen Land seien so viele Juden deportiert wie aus den von Seyß-Inquart administrierten Niederlanden - sowohl prozentual als auch in absoluten Zahlen, betonen die Historiker. Projektleiter Berger hält das für eine der wichtigsten Erkenntnisse, die zu einer Umwertung der Persönlichkeit Arthur Seyß-Inquart führen könnte: "Er hat nicht nur zugeschaut und nichts gewusst, er hat das veranlasst." (APA/red)
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wie kann man so einen menschen ntelligenter, gebildeter und kultivierter
höchsten katholischer wahnsinniger der einen weg gefudnen hat seine psychopathsichen neigungen auszuleben mit hilfe eines irren als führers (wer in mein kampf reingeschmökert hat muss zud me shcluss kommen dass hitler nicht zurechnungsfähig war udn alle die im folgten..)
das heißt notfalls erfindet Man sich einen Kasperl wie Hitler damit man mit dem System weiter machen kann. Damals war es das preussische System. Die EU hat ihr eigenes System der banken und Exportindustrie die Hat sich den EURO erfunden nicht für uns sondern für sich natürlich dieses System müssen sie jetzt aufrecht erhalten koste es was da wolle. Haben sie jetzt den inneren Zusammenhang begriffen. Das unmenschliche passiert weil man keine Änderung vollziehen will. Noch sind die Sparpakete harmlos aber notfalls muss auch die Demokratie dran glauben wenns ums Überleben der banken geht.
wird in einer Extremsituation Faschistoid. Faschismus ist das Produkt von Extremsituationen eine destruktion nach innen.
verantwortlich sind die menschen immer hindert sie aber nicht daran Verbrechen zu begehen.
""Umwertung des Bildes von Seyß-Inquart. Denn ich glaube, in Österreich gilt er immer noch als katholischer Gentleman mit leichten nazistischen Einschlägen""
Ähm nein eigentlich nicht....bei den wenigen Leuten die sich mit diesem Thema beschäftigen ist der gute Herr vor allem eines, der Statthalter Hitlers in der Schuschnigg Regierung.
Das der ein "Gentleman" war das sehen die die überhaupt wissen wer das ist nicht so.
laut wikipedia ist die deutsche schreibweise des namens "seyß-inquart" und nur die englische "seyss-inquart". meines wissen ist "seyss-inquart" auch die korrekte deutsche schreibweise, so jedenfalls hat er sich selbst geschrieben, wie auf originaldokumenten zu sehen ist.
Liebe Wiener Kollegen: Wer hält hierzulande Seyß-Inquart für einen "katholischen Gentleman"? Keiner, der sich mit der Geschichte der österreichischen N*zis auch nur ein bisschen auseinandersetzt, wird wohl zu einem solchen Schluss kommen. S.-I. wurde ja nicht umsonst als Kriegsverbrecher hingerichtet.
Geld vom FWF und Aufmerksamkeit von Qualitätsmedien erhält man dann, wenn man die eigenen Forschungen als irgendwie neu verkaufen kann. Das wäre die nächstliegende Erklärung für die Projektförderung und diese Verlautbarungen.
Die alternative Erklärung ist, daß für die beteiligten Herrschaften ihre Ergebnisse subjektiv wirklich neu waren.
Man kann sich aussuchen, was schmeichelhafter ist.
Was ist ein katholischer Gentleman? Er hat erfolgreich an der Demontage Österreichs gearbeitet und beim Nürnberger Prozeß dann den Lohn vor allem für seine Tätigkeit in Holland bekommen. Aber ich bin überzeugt, dass Berger und Koll bei ihren Recherchen sicher nicht nach Gutpunkten für ihr gesucht haben. Aber das was sie gefunden haben, ist alles anders als neu. Man finden es in jeder Biographie von ihm.
Ja. Ich habe diese Namen (und den Seyß-Inquart) zu diesem Zeitpunkt aber schon gekannt. Die entsprechenden Informationen waren nämlich nie geheim. Lesen mußte man halt können.
Natürlich ist es schön, wenn der Staat für einen sorgt. Aber gelegentlich kann man sich ja auch selbst etwas beschaffen, zum Beispiel Informationen über Geschichte.
Wer hat im Ernst behauptet, Seyß-Inquart habe "nichts gewußt", sei ein "Gentleman mit leichten nazistischen Einschlägen" gewesen, habe wenig Handlungsspielraum gehabt? Der Mann wurde kurz nach dem Krieg als Kriegsverbrecher hingerichtet. Über seine Rolle besteht seit 75 Jahren kein Zweifel.
Demnächst werden wahrscheinlich mit viel Tamtam Projekte gestartet, die die Menschheit darüber aufklären sollen, daß Hitler, Himmler, Göring und Goebbels Nazis waren, über Handlungsspielraum verfügten und Verbrechen begangen haben. Vielleicht gibt es Geld für solche Forschungen.
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